Eine Publikation der Binkert Medien AG
Hygiene: Ausgabe 10/2016, 03.10.2016

Hygiene bei Arbeits- und Berufskleidung

Es ist eine alt bekannte Tatsachen, dass sich Sauberkeit in der Lebensmittelindustrie nicht nur auf Anlagen und Maschinen bezieht, sondern auch das Personal mit einschliesst. Das bedeutet aber nicht nur richtiges Händewaschen – auch die Kleidung spielt eine Rolle.

Autor: Aurel Arienti, Marketing

Bilder: MEWA Service AG

Arbeitgeber sind für die Sauberkeit der Kleidung verantwortlich

Arbeitshygiene assoziieren viele mit der Evaluation von Seife oder Toilettenpapier, Händewaschen oder dem sauberen Umgang mit Lebensmitteln. Doch weit gefehlt: Das Tätigkeitsfeld der Arbeitshygiene ist viel breiter gefächert und befasst sich genauso mit der Sauberkeit von Berufs- und Schutzkleidung und dem damit verbundenen Sicherheits- und Wohlfühlfaktor der Mitarbeiter. Ob präventiver Gesundheitsschutz oder die richtige Auswahl und Waschen der Berufskleidung – hier besteht kein Gegensatz: beides sind wichtige Themen für jeden Verantwortlichen für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.

Sauber gekleidet in sensiblen Bereichen.

Ist die Berufsbekleidung der Mitarbeiter nur sauber oder auch hygienisch? Studien der ETSA (Umfragen zum «Verbraucherverhalten bei der privaten Reinigung von Arbeitskleidung» (ETSA 2012)) respektive WIRTEX («Hygienische Arbeitskleidung und Sorgfaltspflicht» WIRTEX, GfK 2014)) haben gezeigt: Viele Arbeitgeber wissen das nicht. Denn lediglich jeder zweite Chef überprüft den Zustand der Arbeitskleidung seiner Mitarbeiter. Auf den ersten Blick mag es einfach sein, die Mitarbeiter ihre Berufsbekleidung zu Hause waschen zu lassen. Von seiner Sorgfaltspflicht entbindet es den Arbeitgeber indes nicht: Er ist dafür verantwortlich, dass sein Arbeitsteam jeden Tag hygienisch sauber eingekleidet ist. Wer die Ergebnisse der Umfrage liest, wird stutzig, denn die heimische Waschmaschine läuft bei durchschnittlich 48 °C nicht gerade keimfrei, und bei 58 Prozent der Befragten liegen private und beruflich genutzte Textilien auch mal gemeinsam in der Trommel. Unwahrscheinlich, dass niedrige Temperaturen Bakterien so wirkungsvoll abtöten. Hinzu kommt, dass jeder Zweite die Arbeitskleidung nicht im Betrieb wechselt, sondern daheim. Diese Erkenntnisse sind für alle Unternehmen von Bedeutung, besonders aber für diejenigen Betriebe, die strenge Hygienestandards voraussetzen: im Gesundheits- wie Pflegesektor, in der Nahrungsmittel- oder Pharmaindustrie.

Alles unter Kontrolle: Der Full-Service.

Es gibt eine saubere Lösung: Die Berufskleidung im Full-Service beziehen, statt diese zu kaufen. Arbeitgeber, die einen Textil-Dienstleister wie zum Beispiel MEWA Service beauftragen, können sichergehen, dass die Berufskleidung ihrer Mitarbeiter fachgerecht gepflegt und hygienisch ist. Die Vorteile sind klar: Abgesehen davon, dass stets frisch gewaschene Berufskleidung zur Verfügung steht, ohne dass sich die Träger um Waschen, Ausbessern oder Nachkaufen kümmern müssen, reduziert sich der Kontrollaufwand und die zusätzliche Wäsche für die Mitarbeiter bei gleichzeitiger Zeiteinsparung, logistischer Entlastung sowie Kostentransparenz. Nicht zuletzt profitiert auch die Umwelt vom Full-Service. Die Profis sorgen mit innovativer Technik im Bereich der Waschstrassen für umweltfreundliche Sauberkeit unter Einhaltung strenger Hygienestandards.

Gewebeschonende Pflege.

Um auch langfristig die Schutzfunktionen und das positive Erscheinungsbild der Kleidung zu gewährleisten, ist eines der Geheimnisse, die Kleidung professionell zu waschen und pflegen. Das Gewebe soll auch nach vielen Wäschen noch alle Ansprüche an Strapazierfähigkeit, Robustheit und Formstabilität erfüllen. Mit speziellen Waschprogrammen sind industrielle Wäschereien heute in der Lage, die Arbeitskleidung optimal gewebeschonend zu waschen. Bei der Kontrolle werden Schäden sofort entdeckt, die Reparatur oder ein Austausch sichergestellt. Besonders bei Schutzkleidung zählt nicht vorrangig die Optik, denn hier bleiben nur durch professionelles Waschen und fachgerechte Pflege alle Schutzfunktionen sichergestellt.

Pflegestandards und Hygienesicherheit.

Je nach Tätigkeit ist die Kleidung unterschiedlichen Strapazen ausgesetzt. Handwerkerkleidung muss viel aushalten und speziell bei Aussenarbeiten sind die Mitarbeiter verstärkt Verschmutzungen ausgesetzt. Verunreinigtes Gewebe oder abgenutzte Reflexstreifen setzen die Erkennbarkeit und damit Sicherheit herab. Auch für Bekleidungskonzepte in anderen Unternehmensbereichen empfehlen Fachleute, die Kleidung nach dem Stand der Technik zu pflegen. Regel- mässige Kontrollen der Kleidungstücke auf Verschleiss, Beschädigungen oder Restverschmutzungen gehören zur Hygieneanforderung der DIN 10524 oder DIN EN 14065.

Voraussetzungen für die optimale Waschbarkeit.

Berufskleidung richtig auswählen heisst denn auch: Einsatzbereich definieren und die spezifischen Eigenschaften der verwendeten Gewebe und Elastikmaterialien bei der Produktion der Berufskleidung kennen. Gerade letztere Kriterien beeinflussen die Pfle-geeigenschaften von Arbeitskleidung. Allerdings lässt sich nicht pauschal festlegen, was für die jeweilige Arbeitskleidung «die optimale» Pflege ist. Das ist nur betriebsbezogen und Schritt für Schritt herauszufinden. Grundlage bildet hier eine exakte Beurteilung der Tätigkeit und des Arbeitsplatzes sowie die Klärung der Frage, welche Eigenschaften – zum Beispiel chemikalienresistente, antistatische oder hygienische Qualitätsstandards – die Kleidung aufweisen muss.

Wie oft muss Arbeitskleidung gewaschen werden?

Über die Häufigkeit und die Waschweise bestehen keine gesetzlichen Vorschriften, bestenfalls Empfehlungen durch Gesamtarbeitsverträge oder die Versicherungen. Die Lebensmittelindustrie oder das Spitalwesen differenziert hier zwischen reinen und unreinen Arbeitsbereichen. Mit so standardisierten Prozessen lässt sich eine kontrollierte Sauberkeit sicherstellen. Das heisst der regelmässige Wechsel von verunreinigter Arbeitskleidung ist hier Bestandteil des täglichen Arbeitsablaufes, um Kontaminationen von Rohstoffen, Endprodukten, aber auch Materialien und Betriebsbereichen zu vermeiden. Auch bei Schutzkleidung (PSA) bestehen keine Vorschriften, aber hier gilt besonders: Sauberkeit erhöht die Sicherheit. Bei regelmässig getragener und stark verschmutzter Hitze- und Flammschutzkleidung beeinflusst der vorhandene Schmutz das Brennverhalten. Die Bekleidung kann zu brennen beginnen.

Aufbewahrung und Wechsel der Berufskleidung.

Je nach Risikoklasse empfehlen Experten unterschiedlich häufige Wechselzyklen der Kleidung. In der Regel ist Arbeitsbekleidung wöchentlich zu wechseln. Bei grober Verschmutzung sogar früher oder täglich. Selbstverständlich haben die Arbeitsbedingungen zusätzlich Auswirkungen auf die Häufigkeit der Wechselzyklen. So kann auch bei stark staubenden Arbeiten oder bei warmen Umgebungstemperaturen ein häufiger Kleiderwechsel notwendig sein, sofern ausreichende Wechselkleidung verfügbar ist.

Um eine Kreuzkontamination auszuschliessen, bewahren Unternehmen benutzte und unbenutzte Arbeitsbekleidung am besten getrennt voneinander auf. Wäscheschränke mit persönlichen Schrankfächern für die saubere Kleidung und Wäschesäcke für den Rücktransport der verschmutzten Kleidung wie Hosen, Hemden und Co. eignen sich optimal für die platzsparende, sichere und rechtskonforme Lagerung.


Weitere Informationen:
MEWA Service AG, www.mewa.ch/de