Eine Publikation der Binkert Medien AG
Ausgabe 11/2017, 07.11.2017

Von Müesli bis Bauchspeck

Die Probennahme hat einen grossen Einfluss auf das spätere Ergebnis. Um Resultate nicht zu verfälschen, müssen Labormitarbeiter hier erhebliche Sorgfalt walten lassen. Eine Messermühle ist bei der Homogenisierung anspruchsvoller Proben eine grosse Hilfe.

Autor: Tanja Butt Produktmanagerin

Bilder: Retsch GmbH

Die Vielfältigkeit von Nahrungsmitteln mit teilweise recht unterschiedlichen Produkteigenschaften stellt für die Lebensmittelanalytik häufig eine Herausforderung dar. Vor der Analyse müssen Labors die oft komplexen Proben homogenisieren und auf eine hinreichende Partikelgrösse zerkleinern. Dabei können die Materialien stark in Bezug auf Härte und Feuchte variieren. Um den vielschichtigen Anforderungen der Probenvorbereitung von Lebensmitteln gerecht zu werden, bietet Retsch die Grindomix Messermühlen an. Das Modell GM 200 hat sich zur Aufbereitung kleinerer Probenmengen von bis zu 700 ml bewährt. Für grössere Volumina steht die Grindomix GM 300 mit einem Mahlraumvolumen von 5000 ml zur Verfügung.

Zerkleinerung von zähem Fleisch. Laut Prognosen wird der weltweite Fleischverbrauch von derzeit etwa 42,5 kg pro Jahr und pro Kopf durch Verbesserung der Lebensumstände und verändertes Konsumverhalten deutlich ansteigen. Dementsprechend nimmt die Bedeutung von Qualitätskontrollen zu, wie zum Beispiel die Bestimmung des Fettgehalts von Fleisch. Bei fettigem, inhomogenem und durchwachsenem Fleisch wie Bauchspeck handelt es sich um zähes und widerstandsfähiges Probenmaterial, das eine Herausforderung für die vollständige Homogenisierung im Vorfeld der Analytik darstellt. Die repräsentative Probenvorbereitung ist jedoch ein notwendiger Schritt, um aussagekräftige Analysenergebnisse zu gewährleisten. Bleiben dickere Stücke der Schwarte oder Haut zurück, ist die Probe nicht homogen, was das Analyse­nergebnis verfälschen kann. Ein weiterer Aspekt bei der Zerkleinerung von Fleischprodukten ist der hohe Wasseranteil. Die Praxis zeigt, dass für die Aufbereitung solcher Proben Messermühlen am besten geeignet sind.

Die Messermühle Grindomix GM 200 verfügt über einen antriebsstarken Motor, so dass die volle Schneidleistung der Klingen zum Einsatz kommt. Zähe Fleischstücke lassen sich mit dem neuen gezahnten Wellenschliffmesser und der neuen Boostfunktion, die eine kurzzeitige Drehzahlerhöhung auf 14 000 min-1 erlaubt, so gut zerkleinern, dass praktisch keine gröberen Stücke zurückbleiben und die Probe schon nach kurzer Zeit homogenisiert ist. Die kurze Mahldauer begünstigt ausserdem eine geringe Wärmeentwicklung.

Homogenisierung in drei Schritten:

  • Labormitarbeiter zerkleinern mit der Messermühle 250 g Schweineschulter mit dicker Schwarte mit dem Wellenschliffmesser und Standarddeckel aus Polypropylen zunächst für 10 Sekunden bei 7000 min-1.
  • Die vollständige Homogenisierung ist nach weiteren 20 Sekunden bei 10 000 min-1 erreicht, wenn in diesem zweiten Schritt der Volumenreduktionsdeckel 0,5 l eingesetzt wird, so dass das Material vermehrt den Klingen des Messer zugeführt wird während der Vermahlung.

Zwischen den einzelnen Schritten löst der Mitarbeiter das Fleisch, das sich oberhalb der Klingen am Mahlbecher sammelt, mit einem Schaber und führt es dem Schneidprozess wieder zu.

Die Auswahl von drei Betriebsarten – Vorwärtslauf wirkt schneidend, Rückwärtslauf schlagend, Intervallbetrieb für eine bessere Durchmischung der Probe – erlaubt die Optimierung der Zerkleinerung für die jeweilige Probenart. Eine Palette von Zubehör gestattet die individuelle Anpassung der Grindomix Mühlen an spezielle Anforderungen. Die Mahlbehälter sind aus Stahl, Glas, Polykarbonat oder Polypropylen erhältlich. Mittels eines speziellen Schwerkraftdeckels lässt sich das Volumen der Probe während der Vermahlung reduzieren, was die Zerkleinerung von Proben mit hohem Wasseranteil deutlich verbessert. Überströmkanäle sorgen für die Rückleitung der an der Becherinnenseite aufsteigenden Flüssigkeit (Kapillareffekt) in den Mahlraum, so dass kein Probenmaterial verloren geht und dieses nicht verfälscht wird. Durch den Reduktionsdeckel lässt sich das Gesamtvolumen der Kunststoffmahlbecher auf 0,3 l beziehungsweise 0,5 l reduzieren, wodurch kleinere Probenmengen kontinuierlich im Mahlprozess verbleiben und den Klingen nicht ausweichen können.

Beachtliche Vorteile. Zu den Vorteilen der Messermühlen zählen optimale Homogenisierung, Mahlergebnisse mit minimaler Standardabweichung, variable Drehzahl, für Probenvolumina bis 700 ml beziehungsweise 4500 ml geeignet, autoklavierbare Mahlwerkzeuge, Schwerkraftdeckel für die automatische Mahlraumanpassung und ein Zubehör für schwermetallfreie Vermahlung.

Auf diese Weise vorbereitete Proben sorgen für exakte Ergebnisse und für einen geringeren Zeitaufwand.


Weitere Informationen:
Retsch GmbH, www.retsch.de




Die Messermühle GRINDOMIX GM 200 lässt sich zum Zerkleinerung und Homogenisieren von Lebens- und Futtermitteln einsetzen.