Eine Publikation der Binkert Medien AG
24.11.2017

Agroscope und ebeam sagen Schadorganismen gemeinsam den Kampf an

Agroscope, das Kompetenzzentrum des Bundes für die Forschung in der Land- und Ernährungswirtschaft, und ebeam Technologies, unterschrieben ein Agreement. Im Zentrum steht dabei die Behandlung von Nahrungsmitteln mit niederenergetischen Elektronen.

Bilder: Forschungsanstalt Agroscope

Schadorganismen wie Viren, Bakterien und Pilze stellen für die Sicherheit und Qualität von Lebensmitteln ein grosses Problem dar. Ein neues nicht-thermisches und chemikalienfreies Verfahren mit niederenergetischen Elektronen – entwickelt von ebeam und geprüft von Agroscope – erlaubt es, unerwünschte Keime zu inaktivieren.

Tests auf Samen und Saatgut sind vielversprechend
Die ebeam-Technik mit niederenergetischen Elektronen ist zwar nicht neu, kam aber bisher ausschliesslich in der Desinfektion und Hygienisierung von Oberflächen und Verpackungsmaterial in der Pharma- oder Verpackungsbranche zum Einsatz. Agroscope geht zusammen mit ebeam nun einen Schritt weiter und prüft das Verfahren für die Behandlung von Nahrungsmitteloberflächen.
«Der Vorteil von niederenergetischen Elektronen ist, dass sie sehr gut steuerbar sind und so beispielsweise nur wenige Mikrometer tief in die Matrix eindringen. So lassen sich Oberflächen pflanzlicher Materialien sanft behandeln; sensible innere Strukturen und Inhaltsstoffe können erhalten bleiben und Samen und Saatgut ihre Keimfähigkeit behalten», erklärt David Drissner. Und: «Die Elektronen bringen trotzdem genügend Energie mit, um die Mikroorganismen auf der Oberfläche zu inaktivieren.» Drissner leitet bei Agroscope die Forschungsgruppe Mikrobiologie pflanzlicher Lebensmittel und ist für die ebeam-Projekte verantwortlich.
Zurzeit arbeiten die Agroscope-Forschenden mit Bakterien und Schimmelpilzen. Danai Etter hat sich in ihrer Masterarbeit damit befasst und vegetative Zellen und Sporen in ihrer Antwort auf die Elektronenbehandlung verglichen. «Die Resultate sind vielversprechend», sagt Drissner.

Agreement ist ein erster Schritt
Das unterschriebene Agreement zwischen ebeam Technologies und Agroscope ist ein erster Schritt; beide Unternehmen wünschten sich, dass sich ihnen in naher Zukunft noch weitere Partner aus der lebensmittelverarbeitenden Branche anschliessen.

Unternehmen, die mit ebeam die Sicherheit ihrer Produkte erhöhen wollen, können das Verfahren zuvor im kleinen Massstab am Standort von ebeam Technologies in Flamatt FR ausprobieren. Wissenswert ist zudem, dass gleichzeitig der Technologiekonzern Bühler und der Fleisch- und Conveniencehersteller Bell Food Group an der Integration dieser Technik in industrielle Prozesslinien als Verfahren für die Inaktivierung von Mikroorganismen auf Nahrungsmittel arbeiten.



Bakterien der Gattung Pseudomonas sind ubiquitär, also allgegenwärtig in der Umwelt, und lassen sich mit niederenergetischen Elektronenstrahlen inaktivieren.