Eine Publikation der Binkert Medien AG
03.10.2017

Mit high-speed in die Zukunft

Die Business Unit Drinks bei Bischofszell Nahrungsmittel AG (Bina) feierte am 12. Juni 2017 einen besonderen Tag. Denn ab diesem Zeitpunkt war die neue PET-Abfülllinie Krones Contipure für die Produktion freigegeben. Die erste Produktion mit verkaufsfähiger Ware erfolgte am nächsten Tag. Gut 4 Monate später, am 28. September feierte das Unternehmen den Erfolg dieses Grossprojekts mit ihren Mitarbeitern.

Bilder: Redaktion LT

Die neue Abfülllinie hat eine Maximalkapazität von 18 000 Flaschen pro Stunde. «Derzeit nutzen wir die volle Kapazität jedoch nicht, da wir den sogenannten Downstream, sprich den Verpackungsbereich, erst 2018 erneuern. Eine gleichzeitige Fertigstellung der kompletten Anlage war nicht realisierbar, da wir den Abfüllbetrieb auch während der Umbauarbeiten aufrechterhalten wollten. So haben wir uns dazu entschieden, die Modernisierung in zwei Schritten durchzuführen. Doch mit den derzeit 12 000 Flaschen pro Stunde sind wir vollauf zufrieden, erklärt Christof Stillhart, Fachbereichsleiter Produktion Getränkebereich bei Bina. Das Unternehmen plant, bis Ende 2018 die Integration der Frischsaftlinie einzuleiten. Ab dann will Bina auch alle Frischsaftprodukte auf der Contipure produzieren. Ab 2019 plant die Lebensmittelspezialistin dann die älteste PET-Linie zu schliessen und nur noch mit zwei Linien abzufüllen. 

Schneller und sicherer. Mit der neuen Abfülllinie hat das Unternehmen nicht nur die Reinigungszeit halbiert, sondern auch die Produktsicherheit verbessert. «Die Anlage ist ein geschlossenes System, sodass wir eine CIP-Reinigung laufen lassen können. Früher hat uns das Reinigen rund 4 Stunden gekostet. Heute sind nur noch 2,5 Stunden nötig. Auch der Produktwechsel läuft jetzt in der Hälfte der Zeit. Früher brauchten wir 45 Minuten um ein neues Produkt einzufahren. Heute sind es nur noch 25 Minuten. Dank der zwei neuen Steriltanks mit je 10 000 Liter Kapazität können wir bereits während der Produktion die nächste Charge einfahren», erklärt Stillhart. 
Inspektionssysteme überprüfen das Verpackungsmaterial, das beispielsweise verformte Deckel erkennt, bevor diese auf der Flasche sitzen. So kann das Unternehmen den Warenausschuss deutlich minimieren. Ein Röntgeninspektionssystem überprüft die Füllhöhe und schleust Flaschen sofort aus, die nicht den gewünschten Füllgrad aufweisen.  
Ein Flaschenpuffer hilft einen kurzen Maschinenstillstand im Downstreambereich zu überbrücken, ohne dass gleich die komplette Anlage stillsteht. Der Puffer reicht für eine Flaschenkapazität von rund 6 Minuten. Diese Zeit reicht aus, um beispielsweise Verpackungsmaterial wechseln zu können.

Gekonnt gemeistert. Zu den grössten Herausforderungen zählten die baulichen Gegebenheiten. «Bina ist ein gewachsenes Unternehmen. Das bedeutet, dass wir nicht einfach auf der grünen Wiese eine neue Anlage aufbauen, sondern den vorhandenen Raum nutzen. Bei unseren Gebäuden hat sich vor allem die Raumhöhe als limitierender Faktor erwiesen. Doch mit geschicktem Verschieben verschiedener Anlagenbereiche ist es uns gut gelungen moderne Maschinen in unseren Produktionsräumen zu integrieren», so Stillhart.
Die komplette Anlage lässt sich mit nur 3 Personen pro Schicht betreuen. Die Investition des gesamten Projekts beläuft sich auf 11,5 Millionen Schweizer Franken. 

Bischofszell Nahrungsmittel AG
www.bina.ch/bischofszell-nahrungsmittel-ag



Aus Flaschenrohlingen fertig die Contipure-Linie die jeweils nötige Flaschengrösse.


Die maximale Leistung der neuen Abfülllinie liegt bei 18 000 Flaschen pro Stunde.


Das Flaschenpuffersystem staut in die Höhe und schafft somit einen grossen Puffer auf kleiner Fläche.