Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 10/2005, 14.11.2005

Ungeborene mögen keinen Kaffee

Zu viel Kaffee während der Schwangerschaft kann das Ungeborene gefährden. Für diesen Verdacht haben dänische und amerikanische Forscher weitere Hinweise gefunden. Sie befragten 88'000 schwangere Frauen nach ihrem Kaffeekonsum und setzten diese Daten mit der Häufigkeit von Fehl- und Totgeburten in Beziehung. Liegt der Kaffeekonsum bei mehr als acht Tassen am Tag, so liegt das Risiko einer Fehlgeburt um 60 Prozent höher als bei Abstinenten.

Die Forscher befragten die Schwangeren nach ihrem Konsum an koffeinhaltigen Getränken wie Kaffee, Tee und Cola und sammelten Daten zur Vorgeschichte und Lebensweise der Frauen. Dadurch konnten sie den möglichen Einfluss des Kaffeekonsums von weiteren Risikofaktoren wie beispielsweise dem Alter der Frau und ihrem Alkohol- und Nikotinkonsum trennen.

Tranken die Frauen bis zu drei Tassen Kaffee pro Tag, lag das Risiko einer Fehlgeburt um drei Prozent höher als bei Frauen, die keinen Kaffee tranken. Bei vier bis sieben Tassen kam es mit einer um 33 Prozent erhöhten Wahrscheinlichkeit zu einer Fehlgeburt. Für acht und mehr Tassen pro Tag ergab sich sogar ein um 60 Prozent erhöhtes Risiko.

Andere Studien hatten zuvor schon schädigende Wirkungen des Koffeins auf Ungeborene nahegelegt. Doch gab es auch Untersuchungen, die keine Effekte aufzeigten. Eine generelle Verurteilung des Kaffeegenusses während der Schwangerschaft sei den Forschern zufolge daher noch verfrüht. Die Wissenschaftler plädieren dafür, in weiteren Studien statt der Kaffeemenge gezielt die aufgenommene Koffeindosis zu bestimmen und auch weitere Substanzen im Kaffee, die neben dem Koffein ebenfalls biologisch aktiv sein könnten, zu berücksichtigen

Dennoch sollten die Frauen aus Vorsicht während der Schwangerschaft auf einen allzu hohen Kaffeekonsum verzichten, schliessen die Forscher. «Kaffee ist kein lebensnotwendiges Getränk, und die Beschränkung auf nur drei Tassen während der Schwangerschaft ist nur eine geringe persönliche Verhaltensänderung», schreiben sie.
(ddp)