Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 10/2005, 05.12.2005

Untersuchung um Gentechpflanzen-Freisetzung

Der Bundesrat hat grünes Licht für zwei neue nationale Forschungsprogramme gegeben. Das eine davon soll Nutzen und Risiken der Freisetzung von gentechnisch veränderten Pflanzen abklären.

Bundesrat Pascal Couchepin hatte das neue Forschungsprogramm über die Gentech-Freisetzung am Dienstag nach dem Ja des Schweizer Stimmvolkes zur Gentechfrei-Initiative vom Wochenende angekündigt. Der Bundesrat stellte für dieses Projekt einen Finanzrahmen von 12 Millionen Franken zur Verfügung. Das Forschungsprogramm umfasst drei Aspekte, wie das Eidgenössische Departement des Inneren (EDI) mitteilte. So soll abgeklärt werden, welchen Einfluss die Umwelt auf Gentechpflanzen hat und wie diese selbst die Umwelt beeinflussen.

Wahrnehmung, Bewertung und Kommunikation von Risiken und Chancen der gentechnisch veränderten Pflanzen gilt ein weiteres Augenmerk. Schliesslich sollen die Forscher Risiken, Risikomanagement und Entscheidungsprozesse bewerten. Ziel sei es, innert vier Jahren bis zum Ablauf des fünfjährigen Freisetzungsmoratoriums Entscheidungsgrundlagen für die politische Diskussion zu haben, hiess es im EDI-Communiqué weiter.

Das zweite bewilligte Forschungsprogramm befasst sich mit dem Themenkomplex Religion und Gesellschaft. Es soll dem tiefgehenden Veränderungsprozess der religiösen Landschaft in der Schweiz nachgehen. Dabei sollen Spannungsfelder ausgelotet und Lösungsansätze erarbeitet werden. Der Bundesrat verspricht sich davon auf politischer Ebene Diskussionsgrundlagen für einen Religionsartikel in der Verfassung.

Der Finanzrahmen für dieses Programm beläuft sich auf 10 Millionen Franken. Die Forschungsprogramme werden öffentlich ausgeschrieben.
(sda)