Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Materialfluss und Logistik: Ausgabe 11/2005, 05.12.2005

Transport von flüssigen Lebensmitteln

Das Familienunternehmen Translait vertreibt Tränketechnik und stellt Futtermittel her. In der LT steht es jedoch als Transportunternehmen von flüssigen Lebensmitteln im Scheinwerferlicht. Wir sprachen mit der «dritten Translait-Generation», mit Vincent Stucky.

Herr Stucky, Translait steht auf drei Standbeinen. Wie wichtig ist der Bereich Logistik?
VINCENT STUCKY: Die Logistik ist in den letzten 10 bis 15 Jahren schön gewachsen. Heute generieren wir damit etwa 50 Prozent unseres Umsatzes. Dreiviertel unserer Mitarbeiter sind in diesem Bereich beschäftigt.

Welche Güter transportiert Translait?
Wir haben uns auf den Transport von flüssigen Lebensmitteln spezialisiert. Das umfasst die ganze Palette von Milch, Wein, Apfel- und Traubensaft über Öle und Fette bis hin zu Rübensirup und Melassen sowie Flüssigfutter.

Milch muss kühl, Dicksäfte müssen warm transportiert werden. Braucht es dafür unterschiedliche Fahrzeuge?

Nein. Die Transporttemperatur wird durch die Einfülltemperatur definiert. Die Tanks unserer Fahrzeuge haben eine hervorragende Isolierung. Die zehn Zentimeter dicke Schicht besteht aus einer Mischung aus gepressten Glasfasern und Sagex und wird von Chromstahl ummantelt. Eine Ladung von vier bis fünf Grad kaltem Wasser erwärmt sich bei Aussentemperaturen von dreissig Grad in zwei Tagen nur um ein bis zwei Grad.

Stellen die verschiedenen Güter ein Problem bei der Reinigung der Camiontanks dar?
Melasse oder Öle lassen sich mit heissem Wasser recht einfach entfernen. Proteinhaltige Ladungen wie Rahm und Milch verlangen auch eine Reinigung der Tanks mit speziellen Reinigungsmitteln. Unsere Chauffeure werden dafür speziell ausgebildet.

Was umfasst deren Ausbildung?
Chauffeure, die neu bei uns beginnen, schulen wir in Warenkunde und über geltende Vorschriften. Sie lernen, was wie gereinigt werden muss, die Bedeutung des Spülens, worauf beim Umgang mit 50 Grad warmem Öl zu achten ist, was Ablagerungen von Kalk und Milchstein sind. Darüber hinaus führen wir periodische Schulungen für alle durch, etwa wenn neue Kunden oder neue Vorschriften aktuell sind.

Wie aufwändig ist die Reinigung der Tanks und wo geschieht das?
Der Aufwand hängt vom entladenen Inhalt ab. Das dauert etwa eine halbe bis eine Stunde. Reinigungsanlagen sind in der Schweiz gleich dicht verteilt wie die Milchzentralen. In der Alpenregion gibt es keine einzige, aber auf der Strecke Genf bis St. Gallen stehen zwanzig Anlagen. Translait hat eine Anlage hier in Corminboeuf, die anderen gehören anderen Transporteuren oder den Industrien.

Translait arbeitet sowohl im In- als auch imAusland. Wie beurteilen Sie den Standort Schweiz?
Klar, es herrscht eine starke Konkurrenz. Der Druck auf Transporteure ist besonders bei Importen gross. Wir punkten mit Qualität. Oft sind es kleine Details, mit denen wir uns von den Mitbewerbern abheben können. Diese müssen wir und können wir auch verkaufen. Vergessen Sie nicht, die Translait handelt auch, etwa mit diversen Konzentraten, die wir auch ins Ausland exportieren und verarbeiten lassen. Darüber hinaus optimieren wir die Logistik. Das heisst, die Routen werden so organisiert, dass Leerfahrten
vermieden werden.

Herr Stucky, danke für das Gespräch!

SERVICE: Translait SA
Translait wurde in den frühen Fünfzigerjahren von Walter Stucky gegründet. Die Firma entwickelt Tränketechnik und stellt Flüssigfuttermittel her. Das dritte Standbein ist der Transport von Flüssigfutter und flüssigen Lebensmitteln im In- und Ausland.

Translait SA
1720 Corminboeuf
Telefon 026 460 82 82
Telefax 026 460 82 81
www.translait.ch



Von links: Vincent Stucky, Vater Edwin, Grosseltern Marie und Walter als Gründer und Onkel Bruno