Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 01/2006, 25.01.2006

Apfelvorräte in der EU noch sehr hoch

Nach einem enttäuschenden Bestandsabbau stehen in den wichtigsten Erzeugerländern der früheren EU-15 für die zweite Saisonhälfte noch 2,95 Millionen Tonnen Lageräpfel zur Verfügung. Das ist nach den 3,02 Millionen Tonnen in der Saison 1999/2000 die grösste Menge der vergangenen Jahre. Allein gegenüber dem Vorjahr ergibt sich ein Mehrbestand von 172'000 Tonnen. In dieser Situation stimmt die Prognose optimistisch, dass Ware aus Übersee diesmal nicht in so grossen Mengen auf den europäischen Markt drängen dürfte.

Im Dezember wurde der EU-Bestand um rund 425'000 Tonnen Äpfel abgebaut. Das ist unerwartet wenig, wenn man bedenkt, dass die Anbieter ein vergleichsweise schwaches Preisniveau in Kauf genommen haben, um mehr Absatzkontinuität zu erreichen.

Bei der Hauptsorte Golden Delicious ist mit 1,15 Millionen Tonnen eine leicht überdurchschnittliche Menge im Lager. Bei den hellen Jonagold-Mutanten wird der geringste Bestand der zurückliegenden Jahre durch den Zuwachs bei Jonagored kompensiert. Die hellen Mutanten fanden im Dezember nur eine schwache Resonanz, während sich der Absatz bei Jonagored nahezu verdoppelte. An Braeburn müssen wie im Vorjahr noch überdurchschnittliche Mengen abgesetzt werden, die Vorräte liegen erneut bei rund 160'000 Tonnen, das sind 37 Prozent mehr als 2004. Noch prekärer ist die Ausgangslage bei Gala. Hier lagern mit knapp 190'000 Tonnen 36 Prozent mehr Früchte als 2005. Bei der Sorte Elstar bieten die noch verfügbaren 120.500 (Vorjahr: 143'000) Tonnen durchaus Spielraum für festere Forderungen.

Anfang Januar lagerten in den massgeblichen Produktionsländern der Europäischen Union noch rund 582'000 Tonnen Birnen, zehn Prozent mehr als im vorigen Jahr und zwölf Prozent mehr als im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre. Weit überdurchschnittliche Bestände warten in Spanien und Italien auf den Verkauf, die trotz Preisanreizen nicht entsprechend geräumt werden können. Dagegen profitiert der Beneluxraum, wo allenfalls noch Vorjahresmengen zur Vermarktung anstehen, von starken Exportgeschäften Richtung England, Skandinavien sowie Russland und kann höhere Preise durchsetzen.
(zmp)