Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 01/2006, 16.01.2006

Ehemaliger Rewe-Chef zahlt nach Vergleich 6,54 Millionen Euro

Der Zivilrechtsstreit zwischen der Kölner Rewe Gruppe und ihrem ehemaligen Vorstandssprecher Ernst Dieter Berninghaus ist abgeschlossen. Berninghaus habe jetzt 6,54 Millionen Euro an seinen früheren Arbeitgeber gezahlt, teilte ein Sprecher des Kölner Landgerichts am Donnerstag mit. Damit ist ein im Sommer 2005 geschlossener Vergleich zwischen den Parteien wirksam geworden.

Rewe hatte den im Oktober 2004 zurückgetretenen Berninghaus im Zusammenhang mit dem von ihm in die Wege geleiteten Kauf der Internetfirma Nexum auf Zahlung von Schadensersatz in Höhe von 27 Millionen Euro verklagt. Rewe war der Ansicht, durch den überteuerten Kauf von Nexum um Millionen geschädigt worden zu sein. Im August einigte sich Berninghaus dann mit seinem früheren Arbeitgeber zivilrechtlich. Im Rahmen eines Vergleichs wurde die Zahlung von 6,54 Millionen Euro vereinbart. Dieser Betrag war Berninghaus im Jahr 2000 als Provision aus dem Umfeld des Verkäufers der Internetfirma Nexum AG zugeflossen. Ausserdem verzichtete Berninghaus auf alle Leistungen aus der Aufhebungsvereinbarung des damaligen Vorstandsvertrags aus dem Jahr 2004 und auf alle Pensionsrechte, so dass die Rewe Gruppe von einer Gesamtentschädigung in Höhe von insgesamt elf Millionen Euro ausgeht.

Basis der Vereinbarung war eine eidesstattliche Erklärung von Berninghaus über seine Vermögensverhältnisse. Ausserdem verpflichtete er sich, alle Informationen über eventuelle strafrechtliche Verfehlungen weiterer Personen an die Staatsanwaltschaft weiterzugeben. Die Kölner Richter hatten zuvor beim Gütetermin schon die Annahme der Provision als Pflichtverletzung des Vorstandschefs gegenüber seinem Arbeitgeber gewertet.

Die strafrechtliche Aufarbeitung des Komplexes ist nach Angaben eines Gerichtssprechers allerdings noch nicht abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft Köln hat Berninghaus wegen schwerer Untreue angeklagt. Die zuständige grosse Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Köln prüft derzeit die Zulassung der Anklage. Ein Termin zur Hauptverhandlung steht noch nicht fest.
(ddp)