Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Materialfluss und Logistik: Ausgabe 03/2008, 27.03.2008

Förderbänder: So kommen Lebensmittel gut an

Wer unverpackte Lebensmittel auf einem Förderband transportieren will, stellt fest: Die Bandauswahl ist riesig. Worauf also gilt es zu achten? Ein Einblick in die komplexe Welt der laufenden Bänder und das, was diese gerade bewegt.

Tempo und Qualität – das ist es, worauf es in der Schweiz ankommt. Auch bei Förderbändern: «Sehr schnelle Lieferung» und «hochwertige Förderbänder» – das seien die oft gehörten Kundenwünsche aus der Schweiz. Dies sagt André Czajka, Marketingleiter von GeppertBand, einem Fördersystemhersteller aus Deutschland, der seit einiger Zeit auch in der Schweiz vertreten ist. Ähnlich klingt es beim Förderbandhersteller Frei aus Rubigen: «Die Lebenszyklen der Produkte werden immer kürzer», erklärt Hanspeter Fritschi, zuständig für technische Beratung und Verkauf, «deshalb müssen auch wir für eine schnelle Verfügbarkeit sorgen.» Zudem dürfe man nicht vergessen, dass die Schweiz – wegen des hohen Lohnniveaus – stark auf Automatisierung setze: «Qualitativ hochwertige Lösungen wie etwa Anlagen, die ohne grossen Aufwand zu warten sind, werden im Schweizer Markt daher häufiger angefragt.» Dass damit eine enge Zusammenarbeit mit den Kunden immer wichtiger wird, liegt auf der Hand. Denn: «Nur der Kunde weiss genau, welche Probleme bei seinem Produkt vorkommen», so Fritschi. Klebende Schokolade, krümelnde Guetsli oder frisches Fleisch – bei jedem Lebensmittel gilt es, genau das richtige Förderbandsystem zu finden.

Bei der Materialwahl: sich beraten lassen.
Das fängt bei der Wahl der Materialien für das Transport oder Prozessband – auch Fördergurt genannt – an. Allein hier ist die Vielfalt gross und reicht von Kunststoffmodulbändern bis zu Gewebebändern mit den verschiedensten Beschichtungen. Welches Material passt also zu welchem Lebensmittel? «Hier spielen sicher die Art des Lebensmittels, die Produktions und Umgebungsbedingungen – wie etwa die Raumtemperatur oder die Feuchtigkeit – und nicht zuletzt auch der Preis eine Rolle», sagt Prof. Dr. Corinne Gantenbein-Demarchi, Dozentin und Leiterin der Mikrobiologie an der ZHAW, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Wädenswil. Eine generelle Regel, welche Transport und Prozessbänder sich für welche Lebensmittel – Fleisch, Gemüse/Früchte, Milch, Backwaren – eignen, gibt es allerdings nicht, zeigt die Rückmeldung der befragten Unternehmen. Vielmehr stehen heute zunehmend kundenspezifische Lösungen im Vordergrund. «Eine gute Beratung», bringt es Jean-Daniel Plüss, Geschäftsführer der Plüss+Co Dübendorf, auf den Punkt, «ist daher von zentraler Bedeutung.»

Wozu das dann führen kann, erläutert etwa Urs Purtschert, General Manager Schweiz des Transport und Prozessbandherstellers
Habasit: So hat Habasit einer europäischen Bäckerei nicht – wie früher bei hefehaltigen Backwaren üblicher – zu einem Gewebeband, sondern zu einem Kunststoffmodulband mit spezieller Oberfläche geraten. Der Effekt, so Purtschert: «Der Kunde musste, weil der Fördergurt genau auf sein Produkt abgestimmt war, deutlich weniger mehlen – und hat so die Investition
in sein neues Band innerhalb von neun Monaten wieder wettgemacht.»

In schwierigen Fällen: Testen.
Bei problematischen Verhältnissen bieten Förderband und Gurthersteller deshalb gelegentlich ihren Kunden an, das Zusammenspiel von Produkt und Fördergurt zu testen.

>> Lesen Sie mehr darüber in der aktuellen Ausgabe der LT 3/08.