Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Messtechnik: Ausgabe 01/2011, 17.02.2011

Durchgängiges Monitoring senkt Energiekosten

Die Kosten für Wärme und Strom machen in der Gesamtkostenrechnung zirka 3 bis 6 Prozent aus. In realen Zahlen ausgedrückt, kann dieser Prozentsatz jedoch schnell im Millionenbereich liegen. Dank exakter Messgeräte lassen sich Einsparpotenziale schnell erkennen.

Brauereien gehören in der Lebensmittelindustrie zu den Branchen, die einen sehr hohen Energieverbrauch aufweisen. Der Brauprozess umfasst mehr Erwärmungs- und Abkühlungsphasen als die meisten lebensmitteltechnischen Verfahren. Je nach Grösse der Brauerei betragen die Energiekosten zirka 3 bis
6 Prozent der Gesamtkosten. Das mag auf den ersten Blick als nicht viel erscheinen, doch das Beispiel einer Braue--
rei aus Deutschland zeigt, dass die Kosten für Wärme und Strom leicht im Millionenbereich liegen können. So ist es nicht verwunderlich, dass sich das -Unternehmen eine Senkung um 10 Prozent zum Ziel gesetzt hat, um damit die jährlichen Gesamtenergiekosten von zirka 2 Millionen Euro zu reduzieren. Gemeinsam mit Endress+Hauser hat die Brauerei eine Energie-Monitoring-Lösung realisiert. Die exakte Datenerfassung und die Auswertung machen Energieoptimierung und Einsparpotenziale transparent.
Datenerfassung. Für ein erfolgreiches Energiemonitoring steht die exakte Erfassung aller relevanten Betriebsdaten an erster Stelle. Dazu erhebt das norddeutsche Unternehmen sämtliche Druck-, Temperatur- und Durchflussmesswerte über Messgeräte von Endress+Hauser. Zur Berechnung der Dampfmengen und Dampfwärmemengen kommen in der Brauerei Energiemanager vom Typ RMC 621 zum Einsatz. Diese Geräte sind universelle Durchfluss- und Energierechner für Gase, Flüssigkeiten und Wasserdampf, die genaue Prozessberechnungen auf der Grundlage von Gleichungen und/oder ablegbaren Tabellen durchführen. Jeder Energiemanager kann simultane Berechnungen von bis zu 3 Messapplikationen auch bei Verwendung unterschiedlicher Messstoffe durchführen. Die Logbuchfunktion zeichnet Fehlerereignisse und Parameteränderungen mit Datum und Uhrzeit auf, sodass Funktionsstörungen rasch zurückverfolgt werden können. Um den hohen Anspruch an Messgenauigkeit bei Dampfanwendungen sicherzustellen, ist im Energiemanager standardmässig die Sattdampfkurve nach dem Standard IAPWS 97 hinterlegt.
Weitere Energieverbräuche wie Strom, Wasser, Druckluft oder CO2 erfasst und verarbeitet der Bildschirmschreiber Memograph M RSG 40. Dieser liefert Informationen über alle relevanten Prozessgrössen und zeichnet die Daten nicht nur auf, sondern berechnet auch Energiekennzahlen und überwacht Grenzwerte. Der Memograph ist modular aufgebaut und lässt sich auf bis zu 16 Universal- und 14 Digitaleingänge nachrüsten. Zudem ist er intuitiv zu bedienen und verfügt über ein umfangreiches Sicherheitskonzept. Das zur Standardausstattung gehörende PC-Softwarepaket dient zur Parametrierung, Visualisierung und Archivierung der erfassten Daten. Der Memograph ist aufgrund seiner Bauweise gegen Eintritt von Staub und Strahlwasser geschützt (IP 65).
Die messtechnische Erfassung der Energiedaten verteilt sich auf mehrere Gebäude auf dem Werksgelände der Brauerei und wird über die Verwendung offener Kommunikationsstandards sichergestellt. Durch die Verwendung offener Kommunikationsstandards liess sich die Energie-Monitoring-Lösung in das bestehende Netzwerk der Brauerei mit geringem Aufwand integrieren.

>> Lesen Sie mehr darüber in der aktuellen Ausgabe LT 1-2/11.