Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Anlagen- und Apparatebau: Ausgabe 04/2011, 11.04.2011

Optimale «Atmosphäre» dank Vakuumpumpen

Viele Produktionsbetriebe automatisieren in zunehmendem Masse die Verpackungsprozesse. Dabei helfen nicht nur Roboter, sondern auch Vakuumpumpen, die sich zum Halten und Befüllen nutzen -lassen oder für den weiteren Transport verantwortlich sind.

Verpackungsprozesse sind sehr vielseitig und reichen von manuellen Tätigkeiten bis hin zu vollautomatisierten Verpackungsstrassen. Gleichgültig ob es sich um Backwaren, Milchprodukte, Fleisch oder Gemüse handelt, alle produzierten Lebensmittel müssen am Ende des Herstellungsprozesses in die entsprechenden Verpackungen für die Logistik und den Verkauf im Einzelhandel abgepackt werden. Je nach Produkt stehen dafür Schalen, Becher, Flaschen, Blisterverpackungen, Schlauchbeutel oder Kartons zur Verfügung, die spezifische Anforderungen an die Verpackungsmaschinen stellen. Entsprechend dem Automatisierungsgrad legen entweder Mitarbeiter oder Maschinen beim Verpackungsprozess «Hand an». Mit Vakuum lassen sich einzelne Verpackungsschritte vereinfachen, beschleunigen und automatisieren.
Vakuumpumpen. Sie können evakuieren, befüllen, halten, fördern oder für die passende «Atmosphäre» sorgen. So saugen sie entweder Produkte an, damit Roboter sie in Verpackungen legen oder sie über Füllvorrichtungen abgefüllt werden können. Vakuumpumpen ziehen auch die Luft aus einer befüllten Verpackung heraus und sorgen so für eine längere Haltbarkeit.
Vakuum lässt sich aber auch zum Applizieren von Etiketten verwenden, wie das Beispiel bei der Nutriswiss AG zeigt. Das Unternehmen veredelt Fette und Öle für die Lebensmittelindustrie, die es in Flaschen beziehungsweise Büchsen abfüllt. «Sauger heben die Etiketten mit Vakuum kurz an, sodass die Flaschen und Büchsen im Vorbeifahren appliziert werden können», erklärt Richard Zollinger, Verkaufsberater bei der Becker AG. Auch im weiteren Verpackungsprozess ist bei Nutriswiss Vakuum ein wichtiger Faktor. So lässt der Fettproduzent flache Kartons mit Vakuum aufrichten, in die dann Roboter die Ölflaschen und Fettdosen zu Sammelpackungen zusammenstellen. Für jeden der mit Vakuum ausgeführten Verpackungsschritte ist aber nicht zwingend jedes Mal eine extra -Vakuumpumpe notwendig. Bei Nutri-swiss übernimmt seit Kurzem eine zentral im Keller installierte Pumpe die Aufgabe von ehemals 19 Vakuumpumpen, die in den verschiedenen Verpackungs- und Abfüllmaschinen eingebaut waren. Die Pumpe ist mittels Rohrleitungen mit den einzelnen Verbrauchern verbunden und erzeugt bedarfsabhängiges -Vakuum. Nicht benötigte Verbraucher trennt Nutriswiss mittels Absperrventilen ab. Durch die Platzierung der Pumpe im Keller kann das Unternehmen zudem die Energiekosten senken, da der Abfüll- und Verpackungsprozess unter klimatisierten Bedingungen abläuft. Durch die Eliminierung der Pumpenabwärme wird das Klima entscheidend verbessert und unterstützt so bei einer zukünftigen Klimatisierung. Auch der Lärmpegel ist durch die Platzierung im Keller an den Arbeitsplätzen erheblich gesunken, was zu einem angenehmeren Arbeitsklima für die Mitarbeiter beiträgt.
Blasluftpumpe. Laut dem Verkaufsleiter ist das Prinzip der Vakuumpumpe auch umkehrbar. «Bei der sogenannten Blasluftpumpe kommt nicht die Zugseite der Pumpe zum Einsatz, sondern die Luftaustrittsseite. Sie erzeugt kein Vakuum, sondern dient zur kontrollierten Begasung von Lebensmitteln», so Zollinger. Beispielsweise lässt sich die Blasluftpumpe zur Verlängerung der Haltbarkeit von Joghurt einsetzen. In diesem Fall bläst die Pumpe die Luft durch einen Sterilfilter und anschlies-send in den Kopfraum des Bechers. Die Sterilluft überlagert den Joghurt und verdrängt die normale Umgebungsluft und damit alle Keime. ...

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