Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Hygiene: Ausgabe 06/2011, 14.06.2011

Sauberkeit ist die Basis für Premium-Poulet

Reinigung ist eine sehr wichtige Arbeit. Um der Putzequipe die Wertschätzung dieser Arbeit auszudrücken und Optimierungs-potenziale zu erkennen, hat der Fleischverarbeiter Bell die Reinigungsarbeiten von einem Spezialisten der Halag Chemie begleiten lassen.

Geflügel gehört zu den beliebtesten Fleischsorten in der Schweiz. Allein im letzten Jahr stieg der Konsum von Geflügelfleisch um 3 Prozent und liegt damit nach Schweine- und Rindfleisch auf Platz 3 der Beliebtheitsskala. Der Schweizer Fleischverarbeiter Bell ist nicht nur Spezialist für Frischfleisch, Charcuterie und Convenienceprodukte, sondern auch für Geflügel. Am Standort in Zell bei Luzern hat sich das Unternehmen ganz auf die Schlachtung, Zerlegung und Verarbeitung von Geflügel spezialisiert und legt neben den qualitativ hochwertigen Rohstoffen auch grossen Wert auf den hohen Hygienestandard in allen Produktionsbereichen. Da während des Tages moderne Maschinen und fleissige Hände für die sorgfältige Be- und Verarbeitung des Geflügels sorgen, sind die Nachtstunden der Reinigung vorbehalten.
Nächtliche Reinigungsarbeiten. Die Equipe arbeitet sich in Gruppen aufgeteilt durch die Abteilungen und beseitigt die tagsüber entstandenen Verunreinigungen. So erwarten die Mitarbeiter der Tagschicht jeden Morgen saubere Produktionsräume, Anlagen und Maschinen. In dieser sauberen Umgebung lassen sich Pouletbrüste, -spiesschen und andere Geflügelspezialitäten rüsten, gegebenenfalls marinieren und für den Konsum bereitstellen. Damit die Reinigungskräfte aber nicht immer ein «Schattendasein» führen müssen, hat die Betriebsleitung in Zell die Halag Chemie beauftragt, die Reinigungsarbeiten zu begleiten. Bell wollte damit auch routinierte Reinigungsabläufe hinterfragen und Optimierungspotenziale erkennen. «Da die Reinigung bei uns immer nachts stattfindet, sehen wir unser Reinigungspersonal normalerweise nicht. Am Morgen ist immer alles blitzblank sauber, aber niemand hat das Reinigungsteam gesehen. Um unserer Equipe unsere Wertschätzung für ihre Arbeit zu zeigen und ihnen auch nötigenfalls Hilfestellung geben zu können, haben wir uns entschlossen, die Reinigungsarbeiten von einem Spezialisten von Halag begleiten zu lassen», erklärt Urs Wälti, Leiter Qualitätsmanagement bei Bell.
Optimierungspotenziale. Hansruedi Rohrbach, Fachberater für den Bereich Industrie bei Halag Chemie, hat sich während zweier zeitlich voneinander getrennter Nachtschichten einen Überblick verschafft und Chancen zur Verbesserung gefunden. So ist beispielsweise die Vorreinigung ein wesentlicher Aspekt zur Einsparung von Zeit und Reinigungsmitteln. «Eine gute Vorreinigung hinterlässt optisch einen sauberen Eindruck und bereitet Maschinen- und Raumoberflächen für den chemischen Reinigungsprozess vor. Da bei der Schaumreinigung keine grosse mechanische Reinigungswirkung auftritt, muss diese über die Vorreinigung erzielt werden», sagt Hansruedi Rohrbach. Der Fokus der Schaumreinigung liegt auf dem Entfetten und dem mikrobiologischen Reinigungseffekt. So sollte nach Meinung des Experten die Aufteilung der Reinigungszeit zwei Drittel zu ein Drittel betragen, wobei zwei Drittel der Zeit für die Vorreinigung eingeplant werden muss. Um die Vorreinigung zu optimieren, hat Hansruedi Rohrbach verschiedene Spritztechniken vor Ort ausprobiert. Der Versuch mit einer kleinen Schaumdüse zeigte ein positives Bild. So lässt sich damit der Reinigungsmittelverbrauch um bis zu 10 Prozent reduzieren.
Zudem ist der Wasserverbrauch bei Reinigungsarbeiten generell sehr hoch. Bei Bell beläuft sich der Wasserverbrauch auf rund 400 000 Liter Wasser. Auch hier fand der Fachberater Einsparpotenzial. «Oftmals wird Wasser ungenutzt verschwendet, weil es den Fachkräften durch die «nächtliche» Routine nicht mehr auffällt, wenn Wasser läuft, obwohl es momentan gar nicht gebraucht wird», weiss der Fachberater. Daher ist Sensibilisierung der Mitarbeiter für solche Unachtsamkeiten eine einfache, aber effiziente Methode, den Wasserverbrauch um mehrere hundert Liter zu minimieren. Zudem ist gemäss Hansruedi Rohrbach die Installation eines Wasserzählers an jeder Schaumstation sehr hilfreich, da damit der genaue Wasserverbrauch ermittelt und die nötigen Massnahmen eingeleitet werden können.

» Lesen Sie mehr darüber in der aktuellen Ausgabe LT 6/11.