Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Materialfluss und Logistik: Ausgabe 07/2011, 11.08.2011

Reibungsloser Warenfluss in luftigen Höhen

Vergangenes Jahr nahm die Ernst Sutter AG das neue Fleischver-arbeitungszentrum in Bazenheid in Betrieb. Für die Konzeption und Umsetzung der Intralogistik hat sich der Fleischverarbeiter für die Fördertechnik und Steuerung von Stöcklin Logistik entschieden.

Ein saftiges Schnitzel, würzige Salami oder feine Schinkenspezialitäten sind bei vielen Konsumenten sehr beliebt. Damit Verbraucher Fleisch- und Wurstwaren auch in Topqualität kaufen können, hat das Unternehmen letztes Jahr eines der modernsten Fleischverarbeitungszentren in Bazenheid eröffnet. Der Neubau dient der kompletten Verarbeitung und Veredelung von Frischfleisch und ist mit Hightechanlagen und -maschinen ausgestattet, die nicht nur zum Zerlegen von Fleisch dienen. Auch die Förderelemente für den internen Materialfluss sind auf dem neuesten Stand der Technik und an die jeweiligen Aufgaben exakt angepasst. Für die Konzeption und die Realisierung der internen Logistik hat sich Stöcklin Logistik schon bei früheren Projekten bei diesem Produktionsbetrieb als kompetenter Partner erwiesen. Deshalb hat das Unternehmen auch für das neue Fleischverarbeitungszentrum den Auftrag für die Gestaltung und Umsetzung der Inhouse-Logistik erhalten.
Materialflüsse. Für einen reibungslosen Ablauf sorgen insgesamt 1,2 km Fördertechnik, welche eine Leistung von 2000 Gebinden pro Stunde aufweisen. Damit bei dieser Grössenordnung jedes einzelne Gebinde auch am gewünschten Ziel ankommt, haben Stöcklin-Experten für die Verwaltung und Steuerung der Förderelemente auf die einfache Bedienung geachtet. «Wir haben die Anlagen so einfach wie möglich aufgebaut, dass jeder Mitarbeiter die Anlage benutzen kann. Voreinstellungen sind daher nicht notwendig und die Gebinde lassen sich leicht aufgeben», erklärt Jean-Marc Fels, Projektleiter bei Stöcklin. Zur Verwaltung und Steuerung der Förderanlagen hat Stöcklin die interne Logistik in vier Flüsse aufgeteilt. Entsprechend der Förderlinien handelt es sich um die Gebindeflüsse Saubergebinde, Vollgebinde zum Lager, Vollgebinde vom Lager und Schmutzgebinde. Für diese -Flüsse hat das Unternehmen verschiedene Förderelemente wie Rollenbahnen, Rollenkurven, Gurtförderer, Rutschen und Spiralförderer installiert. Um die Arbeitsplätze der Mitarbeiter ebenerdig frei zugänglich zu halten und nicht durch Förderelemente einzuschränken, sind rund 97 Prozent der Förderanlagen in einer Höhe von 3,5 bis 4,8 m positioniert. Zur Überbrückung der Höhenunterschiede waren deshalb Hubstationen und Aufzüge notwendig.
Förderelemente. Die Rollenförderer erfüllen zudem noch einen weiteren Zweck. So eignen sich diese besonders gut zum Aufstauen von Leergebinden. Diese sogenannten Pufferstrecken werden mit Lichtschranken überwacht, die die Maximal- und Minimalbefüllung anzeigen. «Sobald der Minimalbestand unterschritten ist, sorgt die Anlage automatisch für den Nachschub aus dem Leergebindelager», so der Projektleiter.
Für die Materialflüsse der Vollgebinde sind im Frischfleischzentrum fünf Stellen, die sogenannten Identifikations-punkte, definiert, an denen Gebinde für den weiteren Transport aufgegeben werden können. «Die Kisten haben maximal zwei Ziele. Ein Hauptziel ist das Voll-kistenlager, das sich im Untergeschoss des neuen Frischfleischzentrums befindet. Dieses Vollkistenlager dient der Zwischenlagerung für die Weiterverarbeitung», sagt der Projektleiter. Bevor die Gebinde aber in das Volllager im Untergeschoss transportiert werden, müssen Mitarbeiter die leeren Kisten mit der Ware «verheiraten». Dazu stellt das Personal auf einem Touchpanel die Verbindung zwischen Kiste und Ware her, indem es die jeweilige Ware der Kiste zuweist. Jede Kiste hat eine eigene Nummer zur Identifikation. Mit dieser können Mitarbeiter eindeutig definieren, welche Teilstücke in welcher Kiste liegen. Dank dieser Verbindung lässt sich auch die lückenlose Rückverfolgbarkeit garantieren. Nach der Verbindung von Ware und Kiste fährt das Gebinde auf eine Waage und wird vom Scanner automatisch eingelesen. Dieser Scanner leitet die Informationen sowohl an die Steuerung der internen Logistik als auch an das SAP-System des Fleischverarbeiters.
Kommunikative Steuerung. Für die Steuerung hat Stöcklin eine eigene Software entwickelt. «Unsere Steuerung ist standardisiert und modular aufgebaut. Damit lässt sich das System für jeden Fall individuell anpassen. Auch wenn es sich immer um die Steuerung und Verwaltung von Förderelementen handelt, ist jeder Auftrag anders. Mit den standardi-sierten Modulen lässt sich aber schnell die geeignete Kombination zusammenstellen, die für die spätere Anlage optimal ist», erklärt der Projektleiter. Für die Kommunikation der Stöcklin--Steuerung mit dem übergeordneten System sorgt ein internes Bus-System.

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