Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Materialfluss und Logistik: Ausgabe 07/2011, 11.08.2011

Smartphones öffnen neue Kommunikationswege

Immer wieder verunsichern Lebensmittelskandale die -Verbraucher. Information und Kommunikation sind daher für das Kunden-vertrauen besonders wichtig. Ein zweidimensionaler Code könnte schon bald für interessante Zusatzinformationen sorgen.

Stellen Sie sich vor, Ihre Kunden können am Verkaufsregal nicht nur die üblichen Angaben, die sonst auf Verpackungen stehen, lesen, sondern dank des Smartphones sich zusätzliche Informationen holen, einen Film ansehen oder auf die passende Rezeptesammlung zum Produkt zugreifen. Was wie eine Vision aus der Zukunft klingt, ist im Begriff, Realität zu werden. Ein unscheinbarer Code, der bereits seit 1994 in der Autoindustrie und der Formel 1 zum Einsatz kommt, könnte schon bald das Kaufverhalten am Point of Sale im Einzelhandel revolutionieren. Das Konzept rund um die Anwendungen mit QR-Codes (Quick Response Code) nennt die Druckerei Birkhäuser + GBC «Print to Byte». «Das bedeutet, vom Druck direkt die digitalen Informationen online zu bekommen», erklärt Oliver Haack, Berater Medienautomation bei Birkhäuser. Dazu müssen Konsumenten lediglich den auf der Verpackung oder einem Etikett aufgedruckten zweidimensionalen Code mit ihrem Smartphone scannen. Dadurch stellt das webtaugliche Handy eine Verbindung zu digitalen Informationen her, die zum verpackten Produkt und seinem Anbieter gehören.
QR-Code. Hinter diesem Code verbirgt sich eine sogenannte URL-Verkürzung, die Konsumenten via Smartphone auf eine Webseite leitet, ohne dass der Bediener eine Internetadresse eintippen muss. Auf der verlinkten Firmenwebseite hat das Unternehmen weiterführende Produktinformationen hinterlegt, die die gedruckten Informationen auf der Verpackung oder dem Etikett beliebig ergänzen. «Damit schlagen wir eine Brücke zwischen der Haptik des Druckprodukts und den digitalen Medien», sagt Luca Vicente, Medienautomation bei Birkhäuser.
Inhalt der Microsite. Als Zusatzinformationen ist alles rund um das jeweilige Lebensmittel und seine Zutaten relevant. So sind beispielsweise gesundheitsfördernde Aspekte verschiedener Inhaltsstoffe wie beispielsweise sekundäre Pflanzenstoffe interessant. Auch Angaben zum biologischen Anbau, der nachhaltigen Produktion oder zu schonenden Herstellungsverfahren sind für interessierte Verbraucher wichtige Zusatzinformationen. Es können aber auch Rezeptvorschläge hinterlegt sein oder die Option, dass Verbraucher ihr eigenes Rezept auf der Produktseite online stellen. «Dies geschieht jedoch nicht via Mobile, sondern ist von einem Computer aus einzugeben. In diesem Fall liefert der QR-Code den Zugang zur Webseite, auf der Verbraucher auch selber ihre Lieblingsrezepte hinterlegen und für andere Konsumenten zum Nachkochen anbieten können», meint Luca Vicente.
Es kann mit dem Code aber auch der Zugriff auf Track-and-Trace-Systeme gewährleistet werden. Im Rahmen der Rückverfolgbarkeit haben Konsumenten die Chance, beispielsweise zu erfahren, von welchem Tier das Filet stammt, wo das Tier geboren, aufgezogen und geschlachtet wurde. Wer die Herkunft seines Hauptgerichts jedoch nicht so genau wissen will, kann auch nur bei einem Gewinnspiel mitmachen, das im Rahmen einer Verkaufsaktion angeboten wird.
Wer profitiert davon? Dieses Konzept spricht vor allem kritische Verbraucher an, die sich Gedanken um ihre Ernährung machen und nicht alles ungeprüft in den Einkaufskorb legen. Meist handelt es sich dabei auch um eine kaufkräftige Klientel, die es sich leisten kann, bei den Lebensmitteln wählerisch zu sein, und nicht zu sehr aufs Geld achten muss. Einzige Voraussetzung zum Lesen des Codes ist ein internettaugliches Smartphone, das mit einer entsprechenden Gratissoftware ausgestattet ist.
Der Code bietet aber auch Produzenten und dem Einzelhandel viele Vorteile. «Die Lebensmittelindustrie ist hinsichtlich der Informationspolitik eine der sensibelsten Industrien. Lebensmittelskandale erschüttern immer wieder das Vertrauen der Konsumenten, sodass Informationen zwingend zur Verfügung gestellt werden müssen. Das ist besonders für Retailer und Hersteller interessant, da sie über den QR-Code Informationen kanalisieren und selbst steuern können», erklärt Oliver Haack. Vor allem Hersteller profitieren von dieser Art der Informationsgebung, da Internetnetzwerke wie Facebook oder Twitter das Kommunikationsverhalten verändert haben. «Heutzutage kann jeder schnell zum Onlineredaktor werden und Informationen ins Netz stellen. Es ist aber sehr schwer, diese zu validieren und zu verifizieren. Wenn nun negative Publicity über ein Produkt gepuscht wird, kann ein Hersteller schnell ins Hintertreffen geraten. Gerüchte sind augenblicklich in die Welt gesetzt und lassen sich aus dem Internet kaum noch entfernen. Daher sehen wir mit dem QR-Code ein Werkzeug für Hersteller, ihren Kunden leicht und einfach relevante Informationen zur Verfügung zu stellen, damit diese nicht ausschliesslich auf Infos von diversen Netzwerken angewiesen sind», sagt Luca Vicente.

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