Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Messtechnik: Ausgabe 10/2011, 06.10.2011

Optische Sortiersysteme für sortenreiche Produkte

Der Genuss von Erbsen, Reis oder Meeresfrüchten kann schnell vergehen, wenn Verbraucher in einen Fremdkörper beissen oder fleckige Produkte auf dem Teller sehen. Kamera- und Lasersortiersysteme schaffen Abhilfe und sorgen für den ungetrübten Genuss.

Fremdkörper in Lebensmitteln, wie zum Beispiel Steine, Plastikbruchstücke, Glas, Knochen und Ähnliches, haben in der Vergangenheit immer wieder zur Verärgerung der Konsumenten und im schlimmsten Fall zu teuren Rückrufaktionen von Lebensmitteln geführt. Abgesehen vom Verlust der Ware und den damit verbundenen Umsatzeinbussen, trägt der Produzent nicht nur einen erheblichen finanziellen Schaden davon, sondern auch einen nicht zu unterschätzenden Imageschaden. Konsumenten verlieren bei derartigen Vorkommnissen schnell das Vertrauen in einzelne Produkte und meist auch in das gesamte Unternehmen. Um solche Szenarien zu vermeiden, stehen der Lebensmittelindustrie verschiedene Methoden zur Verfügung, mit denen sich beispielsweise Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte oder Nüsse auf Fremdkörper untersuchen und auch davon befreien lassen.
Kamera trifft Auswahl. Eine geeignete Detektionsmethode sind Kamerasysteme, die wie das Auge funktionieren und Farbunterschiede erkennen. Bei einem erkannten Defekt veranlasst der Computer in Bruchteilen von Sekunden das Ausschleusen des Fremdkörpers. «Für das perfekte Zusammenspiel von Kamera und Computer sorgt eine Software, in der Bilder von einwandfreien Produkten wie auch aller Fremdkörper hinterlegt sind», erklärt Fritz Hirsbrunner, Projektingenieur der Kundert Ingenieure AG. Die Kamera erkennt aber nicht nur unerwünschte Bestandteile, sondern auch natürliche Defekte der Lebensmittel. So lassen sich beispielsweise unerwünschte Verfärbungen auf Erbsen, Salat oder Kartoffeln wie auch Deformationen der jeweiligen Lebensmittel in der Software hinterlegen, sodass unschöne Produkte ebenfalls automatisch entfernt werden. Die Kamera schafft 8000 Scanlinien pro Sekunde und erfasst damit in Millisekunden alle Defekte und sorgt so für das automatische Entfernen der Fremdkörper und schadhafter Produkte.
Funktionsweise. Das Ausschleusen funktioniert über Luftdüsen, die in einem Abstand von 5,7 mm über die ganze Breite der Anlage installiert sind. «Wir bieten Anlagen mit einer Breite von 640, 1200, 1600 und 2000 mm an. Je nach Anlagenbreite ist dann auch die entsprechende Anzahl der Luftdüsen montiert», erklärt der Experte. Zum Ausschiessen der Fremdkörper und Defekte ist der Luftstrom nicht mehr wie früher von vorn auf das Produkt gerichtet, sondern befindet sich hinter der Falllinie. Mit dem dafür speziell entwickelten Rear Ejection System (RES) lassen sich unerwünschte Materialien ganz gezielt ausschleusen. Dazu fällt das Produkt im freien Fall von der Rutsche nach unten, wobei es vom Laser gescannt wird. Wenige Millisekunden später blasen die Druckluftdüsen präzise alle schadhaften Produkte und Fremdkörper aus. Der Vorteil des RES liegt in der kurzen Distanz von 1 cm zwischen Luftdüsen und Produkt. Dadurch lassen sich auch schwere Fremdkörper und Defekte mit deutlich geringerem Luftdruck und geringerer Luftmenge einfacher ausschleusen. Mit einem geringeren Luftvolumen bleibt das System exakt und effizient auch bei einer hohen Fremdkörperbelastung und einer hohen Produktdichte.

» Lesen Sie mehr darüber in der aktuellen Ausgabe LT 10/11.