Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Anlagen- und Apparatebau: Ausgabe 01/2012, 10.02.2012

Luftleerer Raum dank Vakuumpumpen

So sehr Menschen den Sauerstoff in der Umgebungsluft zum Leben brauchen, so wenig ist dieser in verschiedenen Prozessen der Lebens­mittelindustrie erwünscht. Daher gibt es für jede Anwendung das passende Prinzip, um Vakuum zu erzeugen.

Viele Bereiche in der Lebensmittelindustrie arbeiten mit Vakuum. So ist der «luftleere» Zustand bei Mischern, Cuttern, Tumblern, während des Gefriertrocknens, Vakuumgarens oder bei der Vakuumverpackung fester Bestandteil von Prozessen beziehungsweise Anlagen und Maschinen. Auch die Getränkeindustrie profitiert vom Luftentzug, wenn natürliches Quellwasser entgast oder das Wasser aus Fruchtsäften verdampfen soll. Damit für alle Anwendungen das notwendige Vakuum zur Verfügung steht, benötigen Lebensmittel- und Getränkeproduzenten das entsprechende Aggregat.
Auswahl der Vakuumpumpe. Um für die jeweilige Anwendung das passende Prinzip auswählen zu können, gibt es verschiedene Punkte zu beachten. So müssen Lebensmittelproduzenten definieren, wie gross der Unterdruck sein muss. «Darüber lässt sich differenzieren, welches Prinzip zur Vakuumerzeugung am geeignetsten ist», erklärt Christian Muser, Geschäftsführer der Busch AG. Zudem spielt das Saugvermögen eine Rolle und das Medium, das abgesaugt wird. «Für die Pumpenauswahl ist es wichtig zu wissen, ob nur trockene Luft die Pumpe durchströmt oder ob es sich um Dämpfe oder Luft mit Festpartikeln handelt», so Muser. Wird das Vakuum zum Verpacken benötigt, kommt es noch darauf an, in welcher Zeit und mit welcher Taktzahl verpackt werden soll. Dies bestimmt das Saugvermögen der Vakuumpumpe. Die Grösse der Verpackung bestimmt das Volumen, das evakuiert werden soll, und in welcher Zeit ein bestimmter Unterdruck erzeugt werden muss.
Pumpprinzipien. Zum Erzeugen des Vakuums gibt es verschiedene Prinzipien. Je nach Verwendungszweck finden sich in der lebensmittelverarbeitenden Industrie ölgeschmierte, trockenlaufende, berührungslose Vakuumpumpen. In einigen Anwendungen lassen sich auch sogenannte Flüssigkeitsring-Vakuumpumpen einsetzen, in denen in der Regel Wasser als Betriebsflüssigkeit genutzt wird. Auch wenn die zugrundeliegenden Prinzipien verschieden sind, erzeugen alle Pumpen Vakuum. Beispielsweise kommt die ölgeschmierte Drehschieber-Vakuumpumpe bei der Vakuumverpackung von Fleisch-, Wurstwaren und Käse zum Einsatz. Da sich bei diesem Pumpprinzip aber nicht immer verhindern lässt, dass Ölpartikel in der Abluft enthalten sein können, setzen Betreiber lebensmittelverträgliche «H1»-Öle ein. Da Produzenten jedoch den strengen gesetzlichen Anforderungen entsprechen müssen, verwenden sie das H1-Öl, auch wenn dieses nicht mit dem Lebensmittel in Berührung kommt, da die Vakuumpumpe Luft absaugt und somit die Abluft keinen direkten Kontakt mit dem Lebensmittel hat.
In der Getränkeindustrie hat sich auch die Flüssigkeitsring-Vakuumpumpe bewährt. Diese ist für den Dauereinsatz konzipiert und kann auch feuchte Gase und Dämpfe evakuieren. Mit dieser Vakuumpumpe lässt sich beispielsweise das Wasser aus Fruchtsäften unter Vakuum verdampfen oder Bier abfüllen. Die Vakuumtechnik ist dafür verantwortlich, dass Mineralwasser und Fruchtsäfte auch nach längeren Standzeiten frisch schmecken und Bier aus der Flasche länger haltbar bleibt und immer noch wie frisch gezapft schmeckt.

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