Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Anlagen- und Apparatebau: Ausgabe 01/2012, 10.02.2012

Nicht das System, die Effizienz ist entscheidend

Kontaminierte Lebensmittel sind für Produzenten ein Albtraum. Daher sind ölfrei arbeitende Kompressoren für die Branche unverzichtbar. Neue Kompressortechniken sorgen nicht nur für saubere Druckluft, sondern helfen auch, Kosten zu senken.

Druckluft spielt in der Lebensmittelindustrie eine wichtige Rolle. Sie wird in vielen Produktionsprozessen verwendet, wie beispielsweise zum Transport oder zum Mischen. Von der Erzeugung über die Aufbereitung bis zum Punkt des Verbrauchs muss sie als Energieträger und Prozessmedium dem höchsten Reinheitsstandard entsprechen. Schon geringe Kontaminationen, die von diesem unverzichtbaren Medium auf Nahrungsmittel oder Verpackungsmaterial übertragen werden, können hohe wirtschaftliche Schäden zur Folgen haben. Daher unterliegt Druckluft einer besonders intensiven Kontrolle. Sowohl für den Gesamtölgehalt als auch für die festen Verunreinigungen nutzt die Lebensmittelindustrie eine Qualität, die besser ist als Klasse 1 nach DIN ISO 8573 –
1:2001. Das bedeutet einen Restölgehalt von unter 0,01 mg/m³ und eine Teilchendichte von unter 0,1 mg/m³. Dies ist wirtschaftlich nur mit ölfrei arbeitenden Kompressoren erreichbar. Allein die Verunreinigungen durch das Schmieröl betragen je nach Verdichterbauart bei ölgeschmierten Kompressoren bis zu 40 mg/m³; bei älteren Kompressoren können es sogar mehr als 100 mg/m³
sein. Dies macht deutlich, warum der Aufwand für die nachgeschaltete Aufbereitung bei Ölfrei-Kompressoren sowohl im Investitionsvolumen als auch bei den Betriebskosten deutlich geringer ist.
Die Entscheidung, welche Kompressortechnik für die Erzeugung der gewünschten Druckluftqualität optimal ist, können Unternehmen nicht treffen, ohne neue Entwicklungen und Erfahrungswerte mit einzubeziehen. Dabei spielen Hightech-Kompressoren der neuen Generation zur Erzeugung ölfreier Druckluft wie «Quantima» oder «PureAir» ebenso eine Rolle wie die weiterentwickelte traditionelle Kolbenkompressortechnik.
Was für die Investitionen in neue Kompressoren gilt, ist auch in besonderem Masse für die Beurteilung bestehender Druckluftstationen relevant. Der Kostenfaktor des unverzichtbaren Energieträgers und Prozessmediums Druckluft ist mit 2 bis 4 Rappen pro Kubikmeter zu hoch, um vernachlässigt zu werden, zumal der Anteil der Energiekosten an der Drucklufterzeugung 65 bis 82 Prozent beträgt.
Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und ein verlässlicher Service sind daher bei den Investitionsentscheidungen die wichtigsten Parameter in der Lebensmittelindustrie. Vor diesem Hintergrund ist es für die Betriebsleitungen interessant, beispielhafte Lösungen und Erfahrungen auf ihre Übertragbarkeit in das eigene Unternehmen zu prüfen.
Quantima für das Milchwerk Erftstadt. Das Milchwerk Erftstadt gehört zu den wachstumsstärksten Standorten der Hochwald Nahrungsmittelwerke Gesellschaft. Diese Genossenschaft ist mit grossem Erfolg auch international tätig. Eine Erweiterung der Produktion hat bei Hochwald auch stets eine Erweiterung der Druckluftanlage zur Folge. Denn als sterile Prozessluft wird die Druckluft an vielen Stellen des Produktionsprozesses, zum Beispiel beim Entleeren von Tanks und bei der Sterilabfüllung, verwendet. Die Forderung nach ölfrei erzeugter Druckluft ist für Hochwald daher selbstverständlich.
Die Druckluftstation in Erftstadt mit vier ölfrei arbeitenden Kolbenkompressoren hat das Unternehmen zusätzlich mit einem Quantima-Verdichter ausgerüstet, der nach der neuen Ölfrei-Technologie arbeitet. Diese Turboverdichter nutzen ein innovatives Antriebs- und Verdichtungsprinzip: Ein High-Speed-Elektromotor treibt eine Rotorwelle an, die an beiden Seiten mit jeweils einem Impeller verbunden ist. Die direkt angetriebene Rotorwelle wird von adaptiven Magnetlagern völlig berührungslos geführt – ohne Getriebe, ohne Wälzlager, ohne Reibung, ohne Öl und ohne Verschleiss.

» Lesen Sie mehr darüber in der aktuellen Ausgabe LT 1-2/12.