Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Anlagen- und Apparatebau: Ausgabe 01/2012, 10.02.2012

Pumpen sind das Herz einer Brauerei

Der Bierfluss würde gewaltig ins Stocken geraten, sorgten nicht Pumpen dafür, dass Hopfen, Brauwasser, Maische, Hefe und das fertige Bier zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Vom Sudhaus bis zur Lagerung und Abfüllung sind zuverlässige Pumpen gefragt.

Eine Vielzahl von Pumpen halten in jeder Brauerei den gesamten Brauprozess in Gang. Ihre Aufgaben reichen vom Vermischen über den Transport bis zur Abfüllung, auch für Reinigungsprozesse von Anlagen und Komponenten sind Pumpen unentbehrlich. Die Anforderungen sind in allen Bereichen gleich: Pumpen im Brauprozess müssen den hohen hygienischen Ansprüchen genügen, Rohstoffe und Produkte schonend fördern und darüber hinaus wirtschaftlich arbeiten. Seit Langem ist KSB ein fester Partner von Brauereien weltweit. Besondere Akzente setzt seit einiger Zeit die Vita-Prozesspumpenbaureihe, die durch ihre Verlässlichkeit, ihre Konstruktion gemäss den Hygienic-Design-Richtlinien und die hohe Effizienz überzeugt.
Sichere Förderung. Im Sudhaus werden nicht nur die Weichen für ein geschmackvolles Bier gestellt, sondern die Basis für keimfreie Prozesse gelegt. Daher kommen hier ausschliesslich Pumpen mit zertifizierten Werkstoffen wie Elastomere mit FDA-Zulassung zum Einsatz, die überdies CIP-fähig (Cleaning-in-place) und sterilisierbar sind. KSB-Pumpen der Etanorm- oder der Movitec-Reihe übernehmen beispielsweise den Wassertransport in den Maischebottich. Beim Maischen werden das geschrotete Malz und das Brauwasser vermischt und die Inhaltsstoffe Stärke, Eiweisse, Gerbstoffe und Cellulose anschliessend im Maischebottich durch enzymatische Wirkung gelöst und als Extraktstoffe gewonnen.
Im Abläuterprozess kommen Pumpen der Etanorm-Reihe in Edelstahlausführung oder die Vitachrom-Pumpe zum Einsatz. Die Vitachrom-Pumpe punktet mit ihrem offenen Laufrad, wodurch sich eventuell vorhandene Gase wie Sauerstoff bestens abführen lassen. Auch feste Bestandteile, wie sie die 70 °C heisse Läuterwürze enthält, bewältigt die Pumpe mühelos, Verstopfungen sind damit ausgeschlossen.
Der zurückgebliebene Restextrakt in der Läuterwürze wird mit 78 °C heissem Anschwänzwasser durch einen Filter ausgespült. Die Mitarbeiter wiederholen diesen Vorgang so lange, bis das letzte Nachgusswasser nur noch eine Konzentration von etwa
2 Prozent hat. Da die Nachgüsse die Würze verdünnen, können ihre physikalischen Eigenschaften unterschiedlich sein. Vorderwürze (unverdünnt) hat einen deutlich höheren Extraktgehalt und ist damit dickflüssiger und klebriger als die Würze, die durch das Anschwänzen entsteht. Für einen reibungslosen Transport ist es also entscheidend, dass die Pumpen genau auf diese Randbedingungen angepasst sind.
An dieser Station übernehmen die Pumpen weitere Aufgaben, so auch die Förderung des Haupt- wie auch des Nachgusses in die Würzepfanne. Die Pumpe muss dann den Inhalt der Würzepfanne acht- bis zehnmal pro Stunde umwälzen.
Schonende Förderung. Nach einem Kühlvorgang setzen Brauereien der Würze Sauerstoff zu, damit die Hefe bei der anschliessenden Hauptgärung ausreichend versorgt ist. Die Seitenkanalpumpe Vitaprime eignet sich insbesondere für gasbeladene Medien. Die stabile Edelstahlkonstruktion sorgt für die nötige Sicherheit im laufenden Betrieb der Pumpen und macht sie robust. In der Standardausführung sind die Pumpen für eine Dauerbetriebstemperatur bis 140 °C und einen Betriebsdruck von 10 bar ausgelegt. Dank der verwendeten hochwertigen Edelstähle, der elektropolierten Oberflächen sowie dem offenen Laufrad und der Totraumarmut lassen sich die selbstansaugenden Vitaprime-Pumpen sehr gut mit CIP/SIP-Prozessen reinigen.
Je nach Viskosität der Bierhefe kann die Wahl auch auf eine Verdrängerpumpe, wie die Vitalobe, fallen. Dieser Pumpentyp kommt – neben der Vitacast und der Vitachrom – auch im Hefekeller zum Einsatz. Die Drehkolbenpumpe bewältigt problemlos hohe Viskositäten, arbeitet jedoch gleichzeitig sehr produktschonend. Damit empfiehlt sie sich zum Transport der scherempfindlichen Hefe. Auch konstruktiv überzeugt dieser Pumpentyp: Rotorgehäuse und Lagerträger sind baulich durch einen Zwischenraum voneinander getrennt. Das verhindert eine übermässige Erwärmung der Pumpe sowie des Mediums und schliesst eine Kontamination des Fördergutes durch Schmierstoffe aus. Bei der Abdichtung der Wellendurchführung aus dem Rotorgehäuse kann der Betreiber zwischen Gleitringdichtung oder Wellendichtring jeweils mit oder ohne Spülvorrichtung wählen.

» Lesen Sie mehr darüber in der aktuellen Ausgabe LT 1-2/12.