Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Wissenschaft und Forschung: Ausgabe 05/2012, 10.05.2012

60 Jahre und kein bisschen müde

Zum 60. Jubiläum der Schweizerischen Gesellschaft für Lebensmittel-Wissenschaft und -Technologie wählte der Vorstand der SGLWT einen besonderen Rahmen für die Generalversammlung. Am Flughafen Zürich-Kloten legte der Präsident, Markus Henggeler, nicht nur Rechenschaft über das vergangene Jahr ab, sondern bot den anwesenden Mitgliedern auch einen Blick hinter die Kulissen des Flughafens.

Der Flughafen Zürich-Kloten war am 20. April 2012 der Veranstaltungsort der 60. SGLWT-Generalversammlung und der anschliessenden Feier zum Jubiläum.
Zur Abstimmung kamen der Jahresbericht, die Jahresrechnung, der Revisionsbericht und die Jahresbeiträge für 2012. Diese Punkte der Traktanden nahmen die anwesenden Mitglieder einstimmig an.
Die Jahresbeiträge bleiben wie auch schon in den vergangenen Jahren gleich. Der Jahresbericht weist einen Mitgliederstamm von derzeit 773 Personen auf. Die Jahresrechnung 2011 ergab einen Totalaufwand von Fr. 85 033.35. Der Mehraufwand entstand durch die Lohnerhöhung (Fr. 325.39 pro Monat) für das Sekretariat, die Unterstützung von Studenten (zwei Mal 500 Franken) und durch den unerwarteten Mehraufwand für das Internet (insgesamt Fr. 2864.25). Insgesamt weist die Jahresrechnung 2011 einen buchhalterischen Gewinn von Fr. 1748.76 auf. Im Budget für 2012 sind 3000 Franken zur Studentenunterstützung eingeplant. Dieser Betrag ist für die Prämierung von herausragenden Bachelorarbeiten und zur finanziellen Unterstützung für den Besuch studienrelevanter Veranstaltungen oder Messen bestimmt. Die Mitglieder haben dem Vorschlag von Dr. Wilfried Andlauer, Kassier der SGLWT, das Budget anzupassen, zugestimmt.
Bei der Wahl des Vorstands gab es dieses Mal Änderungen. So sind die Beisitzerinnen Dr. Ines Egli, Jacqueline Javor Qvortrup und die Studentenvertreterin Mira Lorenz aus dem Vorstand ausgetreten. Die Nachfolge von Ines Egli tritt Dr. Jeannette Nuessli Guth an. Sie ist als Vertreterin der ETH Zürich in den Vorstand der SGLWT berufen. In die Fussspuren von Jacqueline Javor Qvortrup tritt Andreas Kilchör, der künftig die ZHAW im Vorstand vertreten wird. Als neue Studentenvertreterin begrüsst der SGLWT-Präsident Alessia Delbrück. Die Mitglieder haben die Wahl der drei neuen Vorstandsmitglieder einstimmig angenommen.
Auch die Wahl des Präsidiums haben die Stimmberechtigten mit absoluter Mehrheit angenommen. So werden auch weiterhin Markus Henggeler als Präsident und Dr. Thomas Büeler als Vizepräsident die Geschäfte der Gesellschaft führen. Zudem haben die Anwesenden auch die Revisioren Othma Dubach und Fredy Nager wieder in ihren Ämtern bestätigt.
Für die IG-Sensorik hat Patricia Piccinali die Aktivitäten im vergangenen Jahr vorgestellt. So ist die IG-Sensorik nun Gründungsmitglied der European Sensory Society. Die Interessengemeinschaft hat derzeit 38 Mitglieder, und am 9. Februar 2012 wurde erfolgreich der Workshop «Blackbox Konsument» durchgeführt. Als wichtigen Termin für 2012 stellte Patricia Piccinali die EuroSens vor. Der European Congress on Sensory and Consumer Research findet zum fünften Mal statt, aber zum ersten Mal in der Schweiz. So treffen sich vom 9. bis 12. September 2012 Sensorikerinnen und Sensoriker im Konferenzzentrum BERNEXPO in Bern. Die Veranstalter erwarten rund 600 Teilnehmer, und Interessierte können sich noch anmelden.
Zum Abschluss der Generalversammlung gab Markus Henggeler noch den Termin der nächsten GV bekannt, die am 26. April 2013 stattfinden wird.
Die Jubiläumsfeier begann gleich im Anschluss an die Generalversammlung mit einer Besichtigung des Flughafens. Je nach Wunsch hatten die Mitglieder die Gelegenheit, an einer kommentierten Rundfahrt, einer Flughafenführung oder einer Werftbesichtigung teilzunehmen. Der knapp zwei Stunden dauernde Blick hinter die Kulissen endete auf der Flughafenterrasse mit einem Apéro und angeregten Gesprächen. Beim anschliessenden Abendessen gab Markus Henggeler in einer kurzweiligen Rede einen kleinen Rückblick über Ereignisse in den vergangenen sechs Jahrzehnten, die zur Entwicklung der SGLWT führten:
So ist die Geschichte der Fachgesellschaft stark mit dem Lebensmittelingenieurstudium an der ETH Zürich verknüpft. 16 Agrotechniker gründeten mit treibender Kraft von Arno Stöckli die Fachvereinigung, Dr. Martin Clausen war erster Präsident. Die Studierenden der Fachrichtung Agrotechnologie waren innerhalb der Abteilung für Landwirtschaft über viele Jahre eine kleine Minderheit, weshalb die Mitgliederzahl der Fachvereinigung nur sehr langsam wuchs. 1962 feierten nur 37 Mitglieder das 10-jährige Jubiläum. Die Agrotechnologievereinigung beeinflusste stark die Entwicklung des Studiengangs, sodass kurz vor dem 20-jährigen Jubiläum der Schulrat die Ablösung der Spezialrichtung Agrartechnologie und Molkereitechnik durch die Studienrichtung Lebensmittelingenieur beschloss. Damit kam es auch für die Fachvereinigung zum Namenswechsel. Das Kürzel SGLWT war geboren und hat bis heute seine Gültigkeit. Zum 25-jährigen Jubiläum war der Mitgliederbestand auf 236 angewachsen, und beim 40-jährigen Bestehen waren es erstmals mehr als 500 Mitglieder. Diese hohe Mitgliederzahl resultierte aus der Tatsache, dass mittlerweile auch Abgänger der Ingenieurschulen beziehungsweise Fachhochschulen in der SGLWT als lebensmittelwissenschaftliche Fachvereinigung Aufnahmen fanden. Das 50. Jubiläum feierte die Gesellschaft an der Expo in der Westschweiz. Zu ihrem 60. Geburtstag zählt die SGLWT rund 770 Mitglieder.
Markus Henggeler beschäftigte sich aber nicht nur mit der Vergangenheit der Gesellschaft, sondern auch mit der Zukunft. Er sieht die SGLWT als eine Plattform, auf der entsprechende Schulen in der Diskussion zusammengeführt werden. So könnten mit der SGLWT Forschungsresultate der ETH Zürich den Weg über die Fachhochschulapplikationen in bestehende und neue Lebensmittel finden, die dann zusammen mit der Industrie zum Konsumenten gelangen. Markus Henggeler schloss seine Rede mit einem prägnanten Aufruf: «Nutzen wir die Zukunft der SGLWT vermehrt als Netzwerk und Plattform zum Beispiel in internetgestützten Foren und Diskussionsrunden, beschleunigen so die Innovationszeit und erhöhen die Innovationskraft zugunsten unserer Lebensmittelbranche, unserer Wirtschaft, unseres Landes und seiner Bewohner.»