Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Verpacken: Ausgabe 05/2012, 10.05.2012

Am Point of Sale treffen Augen auf Entscheidung

Gleichwertige Produkte kämpfen am Point of Sale um die Gunst der Konsumenten, die nur über das Äussere auf den Inhalt schliessen können. Sich hier über die grafische Gestaltung von Etiketten und Banderolen aus der Masse abzuheben, ist ein entscheidender Vorteil.

Lebensmittel, die in Regalen und Kühltruhen der Detailhändler stehen, führen untereinander einen harten Konkurrenzkampf um die Gunst der Konsumenten. Die Differenzierung geschieht nicht nur über die Qualität, den Geschmack und die Rezeptur, sondern auch über die optische Gestaltung der Verpackung und Etiketten. Auch Banderolen können durch die grafische Gestaltung weit über ihre primäre Funktion – Produkte zu bündeln – hinausgehen und zum Blickfang werden. Der grafischen Gestaltung sind dabei nur wenige Grenzen gesetzt. Moderne Druckverfahren erlauben nahezu alle Kombinationen von Farben, Formen, Text- und Bildgestaltung. Zudem lassen sich Banderolen mit Kalt- oder Heissfolienprägung durch den Auftrag von «Gold» oder «Silber» veredeln.
Kaltfolientransfer wird immer beliebter. Noch vor wenigen Jahren war der sogenannte Kaltfolientransfer kaum bekannt und eine ungewohnte Dekorationstechnik. Doch der Trend in der Veredelung von Verpackungen, Etiketten und Banderolen nimmt ständig zu, sodass diese Veredelungsmethode beachtlich an Bedeutung gewonnen hat. Für das Kaltfolientransferverfahren sind Druck und Laminierung miteinander kombiniert. Der Folientransfer erfolgt meist inline und lässt sich einfach in den Druckvorgang integrieren, wobei die Folie als «fünfte Farbe» appliziert wird. Eine Druckeinheit bringt den notwendigen UV-Kleber auf das Substrat auf, anschliessend wird die Kaltfolie zugeführt und mit einer Presswalze auf dem Substrat angelegt. Eine UV-Lampe härtet den Kleber durch die Kaltfolie hindurch aus. Den Abschluss bildet das Entfernen der Trägerfolie, wobei die optisch wirksame Schicht an den mit Kleber versehenen Stellen haften bleibt. Experten wie Jürg Maienfisch, Geschäftsführer von Primcut, wissen, worauf es beim Kaltfolientransfer ankommt: «Für die Kaltfolienprägung brauchen wir eine spiegelglatte Oberfläche. Würden wir raues Papier verwenden, dann sähe der Rand des mit Gold oder Silber veredelten Logos oder Schriftzuges entsprechend verschwommen und zackig aus. Die Farbpigmente der Kaltprägefolie würden auf dem rauen Substrat nicht flach zu liegen kommen, womit die Lichtreflektion (Glanz) nicht zustande käme. Die Konturen müssen jedoch messerscharf abgegrenzt sein. Daher verwenden wir ein Hochglanz gestrichenes Papier als Banderolenunterlage.» Mit ihrer 8-Farben-Flexodruckmaschine ist Primcut optimal für die Kaltfolientransfertechnik ausgerüstet. Das Unternehmen kann Banderolen komplett und inline in einem Durchgang mit allen gewünschten Farben und Details drucken und im gleichen Arbeitsgang auch noch mit Gold oder Silber veredeln.
Das Geheimnis der Transferfolie. Im Gegensatz zur Heissfolienprägung, bei der ein metallenes Stempelwerkzeug mit Temperaturen von rund 180 °C die Farbträgerfolie auf die Banderole prägt, ist bei der Kaltfolienprägung kein extra Werkzeug notwendig. Um dennoch den gleichen Effekt zu erzielen, ist die Transferfolie etwas anders aufgebaut. Diese besteht aus einer Polyesterfolie, auf der ein Releaselack, silberne oder goldene Farbpigmente und als letzte Schicht ein klebriger Lack aufgetragen sind. «Zu Beginn des Druckvorgangs drucken wir statt einer Farbe einen transparenten Lack, der sich hinsichtlich der Verdruckbarkeit wie eine herkömmliche Druckfarbe verhält und erst durch Einwirkung von UV-Licht klebrig wird. Bei allen weiteren Druckstationen applizieren wir die gewünschten Farben, wodurch die Banderole die notwendigen Aufdrucke bekommt. Kurz vor Ende des Druckvorgangs lassen wir über ein sogenanntes Klischee (Fotopolymer-Druckplatte) die Kaltprägefolie laufen, die sich unter
der UV-Lampe mit dem Substrat unlösbar an der gewünschten Stelle verbindet, da der transparente Kleberlack durch die UV-Einstrahlung klebrig wird und sich mit dem Kleberlack der Kaltprägefolie verbindet. Gleichzeitig trocknet das UV-Licht in Bruchteilen von Sekunden alle bisher aufgetragenen Farben. Den Trägerfilm der Folie mit den nicht abgelösten Folienschichten rollen wir nach dem Folientransfer wieder auf. Zurück bleibt eine konturenscharfe goldene oder silbrige Applikation auf der fertig bedruckten Banderole», erklärt Jürg Maienfisch.

» Lesen Sie mehr darüber in der aktuellen Ausgabe LT 5/12.