Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Anlagen- und Apparatebau: Ausgabe 06/2012, 13.06.2012

Kompakte Abfüllanlage erleichtert die Arbeit

Milchprodukte direkt vom Bauernhof mögen Konsumenten am liebsten. Immer mehr Käser stellen deshalb auf der Alp auch Joghurt her und füllen es vor Ort ab. Zum Abfüllen kleiner Chargen braucht es aber eine Anlage, die auch mit geringen Mengen effektiv arbeitet.

Wer an eine Joghurtabfüllanlage denkt, stellt sich eine meterlange Maschine in einer Fabrikhalle vor. Andri Stucki, Inhaber der Firma G. Locher AG in Walkringen, hat eine Anlage entwickelt, die in jeden grösseren Personenwagen passt. Dies muss sie auch, denn sie wird beispielsweise von Käsern auf der Alp eingesetzt. Immer mehr Bauern verarbeiten ihre Produkte direkt vor Ort: In der Käserei, auf dem Hof oder der Alp produzieren sie Joghurt, Quark, Rahm, Saucen oder sogar Glacé. Die Konsumenten schätzen es, wenn sie wissen, woher das Essen kommt. Wenn nun aber ein Käser sein Joghurt ins Tal bringen muss, um es in einer Fabrik abpacken zu lassen, schmälert das den Gewinn.
Handliches Format. Ein Käser, der mehrere Alpen bewirtschaftet, wandte sich deshalb vor rund acht Jahren an Andri Stucki. Er wünschte sich eine Maschine, mit der er das Joghurt auf seiner Alp in Plastikbecher abfüllen kann. Stucki nahm wiederum mit Rolf Burgherr Kontakt auf, dessen Firma Burgherr & Urech AG in Zollikofen auf den Prototypenbau und auf Kleinserien spezialisiert ist. Einige Monate später stand die erste Abfüllanlage bereit: Die Maschine ist mit einer Grundfläche von 68 x 68 Zentimetern und einer Höhe von 180 Zentimetern nicht grösser als ein durchschnittliches Möbelstück. Sie füllt Joghurtbecher in den typischen Grössen zwischen 30 und 500 Gramm. Selbst Joghurts mit gemischtem Inhalt, beispielsweise einer Konfitüre am Boden und Joghurt darüber, oder Dessertkreationen mit trockenen Müesliflocken lassen sich abfüllen.
Einfach und robust. Um die Bedienung der Maschine komfortabel zu gestalten, hat sich Stucki für den Einsatz verschiedenfarbiger Handschrauben entschieden. Jede Farbe steht für eine bestimmte Abfüllmenge. Ein Stempel setzt das Datum auf den Deckel. Auf Wunsch kann auch ein Inkjet-Modul eingesetzt werden; beim Stempel lässt sich das Datum aber wiederum von Hand einstellen. Das Inkjet-Modul ist nur nötig, wenn es zwei Datumaufdrucke pro Joghurt braucht. Dies ist beispielsweise bei Grossverteilern üblich. Bei Käsern reicht laut Burgherr in den meisten Fällen ein Datum.
Zudem setzt er auf Pneumatik. «Ein Stück Schlauch kann der Käser in jedem Dorf auftreiben. Bei der Elektronik ist die Reparatur oft schwieriger in abgelegenen Gebieten.» Einige der bisher verkauften Maschinen stehen tatsächlich in weit abgelegenen Regionen – eine davon in Australien; eine andere ist für ein Hilfswerk in Nordkorea in Betrieb.

» Lesen Sie mehr darüber in der aktuellen Ausgabe LT 6/12.