Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Anlagen- und Apparatebau: Ausgabe 07/2012, 08.08.2012

Staubfreie Siebtechnik

Die EU-Verordnung 178/2006 schreibt vor, dass die Lebensmittelindustrie alle eingesetzten Rohstoffe kontrollsieben muss. Die Wirbelstrom-Siebtechnik sorgt für einen staubfreien Siebvorgang.

Zur Sicherung der Produktqualität nutzen lebensmittelerzeugende Unternehmen verschiedene Methoden. Neben der Einhaltung der strengen Hygienevorschriften und den mikrobiologischen Analysen können auch Siebmaschinen einen wichtig Beitrag zum Qualitätsschutz leisten. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um feine Pulver, Zucker, Salze, Stärke, Granulate, Gewürze, Tee oder Kaffee handelt, für jedes Produkt gibt es die passende Maschine. Mit dem Siebvorgang lassen sich zum einen Fremdstoffe wie Steine, Pflanzenteile oder Packmittelreste entfernen, die beim Öffnen der Transportsäcke oder -behälter in das Siebgut fallen können. Er dient aber auch zum Auflösen oder Entfernen von unerwünschten Agglomeraten in Pulvern und Granulaten.
Siebtechniken. In der Lebensmittelindustrie finden sowohl die Vibrationsals auch die Wirbelstrom-Siebtechnik Anwendung. Wie der Name Vibrationstechnik schon verrät, wird das Siebgut in Schwingung gebracht, was dazu führt, dass es per Gravitation durch die Sieböffnung fällt. Da es hierbei keine mechanischen Hilfsmittel gibt, ist ein gutes Rieselverhalten und ein minimales Gewicht des Siebgutes Voraussetzung für ein gutes Siebergebnis. Diese Bedingung kann dazu führen, dass zum Beispiel Agglomerate, die eine gewisse Stabilität haben, sich nicht gut auflösen. Zudem kann die Vibration innerhalb eines Anlagenkonzeptes stören.
Bei der Wirbelstromtechnik sorgt ein Rotor für die erforderliche Verwirbelung des Siebgutes. Die Maschengrösse des Siebkorbs ist an das Schüttgut angepasst, sodass unerwünschte Teile wie Fremdkörper oder Agglomerate zurückbleiben und automatisch ausgeschieden werden können. Durch die EU-Verordnung 178 aus dem Jahr 2006, in der vorgeschrieben ist, dass alle in der Lebensmittelindustrie eingesetzten Rohstoffe kontrollgesiebt werden müssen, hat die Wirbelstrom-Siebmaschine eine Renaissance erfahren.
Einsatzgebiete. Beispielsweise wird diese Siebmaschine zum Kontroll- und Schutzsieben bei der Produktaufgabe eingesetzt. Das heisst, wenn Sackware über Einfülltrichter oder Big-Bags über Big-Bag-Entleerstationen in die Produktion aufgegeben werden, ist ein Siebprozess dazwischengeschaltet. Fremdkörper werden sicher automatisch ausgeschieden und können so nicht in den Produktionsprozess gelangen. Weitere interessante Aspekte im Bereich der Mehlsiebung sind, Klumpen aufzulösen und durch Auflockern des Mehls die Mehlausbeute zu verbessern. Die Wirbelstrom- Siebmaschine lässt sich auch innerhalb des Produktionsprozesses zum Fraktionieren einsetzen, um Überkorn auszuscheiden, wie beispielsweise nach Mahlprozessen. Ein weiterer interessanter Einsatzfall ist die Kontrollsiebung am Ende der Wertschöpfungskette vor dem Abfüllen und Verpacken. Häufig werden mittlerweile Sieb- und Metallausscheideprozesse miteinander kombiniert.