Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Kälte- und Lufttechnik: Ausgabe 09/2012, 05.09.2012

Reine Luft dank sauberer Lüftungssysteme

Lüftungssysteme versorgen Räume mit Frischluft und saugen verbrauchte Luft, Dämpfe und Stäube ab. Damit diese Systeme nicht zu gefährlichen Keimschleudern werden, müssen Betreiber ihre Lüftungssysteme regelmässig kontrollieren und professionell reinigen.

Der Erfolg in der Lebensmittelindustrie hängt sowohl von qualtitativ hochwertigen Rohstoffen und ausgesuchten Rezepturen ab als auch von einwandfrei arbeitenden Anlagen. Dabei sind nicht nur Maschinen und Produktionsstrassen gemeint, die für die Herstellung notwendig sind, sondern auch Anlagen, die mehr im Hintergrund arbeiten, aber eine nicht minder wichtige Rolle spielen. Einer dieser Erfolgsfaktoren sind Lüftungssysteme. Sie führen Frischluft zu und saugen zugleich Dämpfe, Staub und Gerüche aus dem Produktionsraum ab. Diese Aufgabe können Lüftungssysteme aber nur erfüllen, wenn Betreiber sie regelmässig warten und reinigen.
Verschmutzte Lüftungssysteme sind für eine Reihe von Schäden verantwortlich, die sich auf den ersten Blick nicht gleich auf den Verursacher zurückführen lassen. Eine gefürchtete Konsequenz sind zum Beispiel wiederkehrende Qualitätsprobleme und reduzierte Haltbarkeit, trotz hohem Hygienestatus der Produktionsanlagen. Denn Ablagerungen und Verschmutzungen in Lüftungssystemen bieten Mikroorganismen die besten Brutstätten. Völlig unbemerkt sorgt die Frischluftzufuhr für die Verteilung von Keimen und Pilzsporen in den Produktions- und Lagerräumen und damit für eine unsichtbare Kontamination.
Zudem verbrauchen verschmutzte Lüftungssysteme Energie, ohne jedoch dafür die gewünschte Leistung zu liefern. «Verschmutzungen führen zu Querschnittsverengungen, wodurch die Leistung der Anlage abfällt. Damit fallen zwar immer die gleichen Energiekosten an, jedoch liefert das System keinesfalls die geforderte Leistung. Auch ohne konkrete Zahlen ist klar, dass verschmutzte Lüftungssysteme einen Betreiber teuer zu stehen kommen», erklärt Istvan Szekeres, Geschäftsführer von IWS Lüftungshygiene.
Verschmutzungen lösen auch Funktionsstörungen aus und vermindern die Brandsicherheit. In Extremfällen können sie sogar zu Staubexplosionen führen.
Regelmässig durchgeführte Lüftungsinspektionen schaffen Abhilfe und verhindern teure Schäden und Funktionsstörungen. Zur Inspektion von Lüftungen gibt es die visuelle und die mikrobiologische Methode. «Die visuelle Inspektion ist kostengünstig und gibt einen ersten Anhaltspunkt über den Zustand des Systems», sagt Szekeres: «Da nehmen wir den allgemeinen Zustand in Augenschein und überprüfen optisch alle Wege der Luft.» Das fängt beim Ansaugen der Aussenluft an, die durch ein Gitter über Luftkanäle zu einem Filter geführt wird und in den Monoblock gelangt. Dieser bereitet die Frischluft auf, indem er sie filtert und je nach Situation erwärmt, kühlt oder befeuchtet. Vor dem Austritt in den Raum kann gegebenenfalls ein weiterer Filter dazwischengeschaltet sein. Experten empfehlen auch eine visuelle Prüfung beim Luftaustritt, denn an den Stellen, an denen Lüftung und Lüftungskanal verschraubt sind, ist die Verbindung oft nicht dicht und eine Sammelstelle für Verschmutzungen. Zeigen diese Punkte Verschmutzungen, lässt sich bereits optisch sehen, dass die Luftqualität nicht besonders gut ist.
Exakte Angaben zur Luftkeimbelastung liefert die mikrobiologische Luftkeimmessung. «Dafür verwenden wir Luftkeimsammler. In die mit Agarplatten ausgestattete Apparate wird eine definierte Luftmenge gezogen. Ein Labor bebrütet die Platten und untersucht diese auf Gesamtkeimzahl und Pilzsporen. Daraus ergibt sich die Luftkeimzahl und die Pilzsporenbelastung pro Kubikmeter», so der Geschäftsführer. Liegt die Gesamtkeimbelastung unter dem Richtwert, ist die Lüftung in Ordnung, bei Überschreiten des Wertes müssen Unternehmen Massnahmen treffen, um die Produktqualität nicht zu gefährden.

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