Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Kälte- und Lufttechnik: Ausgabe 09/2012, 05.09.2012

Reines Klima für die Backwarenindustrie

Der Duft nach frischem Brot ist für Konsumenten ein wahrer Genuss. Damit Frischbackwaren die hohe Qualität bis zum Endkunden behalten, gibt es einen aktiven Spiralkühler, der für das optimale Klima in der gesamten Produktionskette sorgt.

Die Backwarenindustrie stellt im Bereich der Frischebackwaren extrem hohe Anforderungen hinsichtlich Prozesssicherheit, Reproduzierbarkeit und Prozesshygiene. Speziell für diese Anwendungen hat Heinen den Prozess der aktiven Kühlung von Grund auf untersucht und mit den Erfahrungen aus 25 Jahren industrieller Gär-, Kühl- und Gefriersysteme sowie mit moderner Technologie neu aufgesetzt. Bei der gesamten Entwicklung haben die Spezialisten das Prozessklima in den Mittelpunkt gestellt. Nur eine kontinuierliche und in engen Toleranzen arbeitende Klimaregelung gewährleistet ein jederzeit reproduzierbares Produktergebnis. Alle drei Parameter, «Lufttemperatur», «Luftfeuchtigkeit» und «Luftgeschwindigkeit», lassen sich produktorientiert regeln und optimal hinsichtlich Produktqualität und Energieeinsatz einstellen.
Entwicklung des Spiralkühlers. Den Experten war die Unabhängigkeit des Prozessklimas von den vorherrschenden externen klimatischen Bedingungen oder den Produktionsraumbedingungen wichtig. Nur so können ganzjährig identische Prozessbedingungen garantiert werden. Dies ist auch entscheidend für die nachfolgenden Arbeitsvorgänge wie zum Beispiel das Schneiden, da sich die Produktaustrittstemperatur um nur wenige Grad verändern darf, um im anschliessenden Schneideprozess ein optimales Ergebnis mit wenig Produktverlust zu erzielen.
Ein weiterer Grund zur Entwicklung des aktiven Spiralkühlers ist das Erreichen einer deutlich verbesserten Endproduktqualität. In diesem Kühler lässt sich die Luftfeuchtigkeit in engen Toleranzen bei gleichzeitig hoher relativer Luftfeuchtigkeit regeln. Herkömmliche Kühlprozesse neigen entweder aufgrund hoher Luftgeschwindigkeiten oder zu tiefer Temperaturen immer zum Austrocknen der Produkte. Im Spiralkühler kann durch aktive Beeinflussung dieses Klimaparameters eine Austrocknung des zu kühlenden Produkts reduziert oder sogar ganz vermieden werden.
Vermeidung von Kontaminationen. Unternehmen können durch den Einsatz von mehrstufigen Filtern und (optional) mit UV-V-Licht-entkeimter Luft die Kontamination von Produkt und Fördersystem während des Kühlprozesses weitestgehend vermeiden. Ein zusätzlich herrschender Überdruck verhindert die Verunreinigung der Luft durch das Eindringen von ungefilterter Luft in das Isoliergehäuse. Horizontale oder laminare Luftströmung sorgt für gleichmässige, schonende und sanfte Produktkühlung. Dadurch lässt sich eine längere Haltbarkeit von Frischbackwaren aufgrund höherer Prozesshygiene erreichen.
Computergestützte Kontrolle. Um die geforderten klimatischen Bedingungen auch exakt beizubehalten, kontrolliert eine komplexe Software den gesamten Prozess. Über diese Software wird auch die optimale Luftmischung geregelt, sodass der für den Kühlprozess notwendige Energieeinsatz auf ein Minimum reduziert ist.
Das System wird in Bandbreiten von 660, 760, 914 und 1067 mm angeboten. Die Anzahl der Etagen kann von 12 bis 32 bei einer maximalen Brotlaibhöhe von 180 mm variieren. Für mehr Flexibilität in der Grundfläche gibt es zwei Radienverhältnisse (normal radius und reduced radius) sowie Einfachturm- oder Doppelturmanlagen. Die Förderung kann wahlweise aufwärts oder abwärts erfolgen, wobei das Unternehmen vier Layoutvarianten (0, 90, 180 und 270°) bietet. Je nach vorgesehener Austrittstemperatur dauert der Prozess 30 bis 240 min bei Gurtgeschwindigkeiten von 5 bis 25 m/min. Das komplette System ist aus Edelstahl hergestellt, der Gurt ist entweder ebenfalls Edelstahl oder Kunststoff.

» Lesen Sie mehr darüber in der aktuellen Ausgabe LT 9/12.