Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Anlagen- und Apparatebau: Ausgabe 10/2012, 09.10.2012

Effektivität von Anlagen zielgerichtet steigern

Die Anforderungen an die Messtechnik in einer Molkerei hängen nicht nur von der speziellen Applikation ab, sondern auch von der notwendigen Prozesssicherheit und Flexibilität in der Produktion sowie vom Lagerkonzept. Das Ziel: die Anlageneffektivität maximieren.

Seit über achtzig Jahren hat sich die Molkerei Gropper in Bissingen dem Naturprodukt Milch verpflichtet. Der traditionsreiche Familienbetrieb – den nunmehr Heinrich Gropper in der dritten Generation führt – erzeugt qualitativ hochwertige Milchprodukte. Neben den Milchspezialitäten hat sich die Molkerei in den letzten Jahren vorwiegend als zuverlässiger Lieferant von Handelsmarken profiliert. «In diesem Marktsegment geht es um Zehntel-Cent-Beiträge pro Verkaufseinheit», so Berthold Burgmeier, Leiter der Technik bei Gropper. «In der Produktion ist eine hohe Anlagenauslastung und eine flexible Produktion mit kurzen Rüstzeiten die Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung des Geschäftsmodells. In Bissingen können wir rund 250 verschiedene Artikel in unterschiedlichen Verpackungen herstellen. Die Abfülllinien sind so ausgelegt, dass wir diese neuen Produkte schnell und einfach produzieren und abfüllen.» Die Anlageneffektivität ermittelt die Molkerei laufend mittels Schlüsselkennzahlen nach dem OEE-Konzept (Overall Equipment Effectiveness = Verfügbarkeit x Geschwindigkeit x Qualität). In diesem Konzept spielt auch die richtige Auslegung der Druckmesstechnik eine entscheidende Rolle. So kommen in der Molkerei eine Vielzahl von unterschiedlichen Drucksensoren zum Einsatz.
Ausgesuchte Messtechnik. Für die verwendete Messtechnik kann eine Flexibilität in der Produktion zum Nachteil werden, weil die Sensorik zwar für Produkt A bei Temperatur B gut geeignet ist, aber nicht für Produkt C bei Temperatur D. Dies gilt auch für die Druckmesstechnik. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, muss auch die eingesetzte Messtechnik zum Alleskönner mutieren. Gleichzeitig sind MSR-Kostenstellenverantwortliche verpflichtet, anfallende variable und Fixkosten für Wartung und Lagerhaltung weitgehend gering zu halten.
Sensorik passend zur Applikation. In der Molkerei und in der Getränkeindustrie gibt es verschiedene Anforderungen an die Drucksensorik. Rohmilch- und Reifetanks in Molkereien lagern kaltes Medium in einer feuchten Umgebung. Der Deltapilot FMB 50/FMB 70 mit der patentierten Contite-Messstelle ist seit Jahrzehnten ein Standard für Molkereien. Die hermetisch gekapselte Messzelle und die gasdichte Glasdurchführung vom Sensorkabel zum Elektronikeinsatz sind, laut Anbieter, einzigartig und gewährleisten, dass Luftfeuchtigkeit nicht in die Messzelle kondensieren kann. Aus diesem Grund sind auch nach zwanzig Jahren immer noch Contite-Messzellen im Einsatz.
Zur Drucküberwachung im Mischraum oder im Vier-Farben-Füller setzen Experten eine robuste Keramikmesszelle ein, da Vakuum und Druckschläge die Messzelle mechanisch stark beeinflussen. Um die erheblichen Vibrationen auf der Anlage von der Elektronik fernzuhalten, wird das Feldgehäuse getrennt instrumentiert. Die ölfreie kapazitive Keramikmesszelle vom Cerabar PMC 51/PMC 71 kann Messbereiche von 5 mbar bis 40 bar abdecken. Ein weiterer Vorteil der robusten Messzelle ist die Membranbrucherkennung. Immer wieder vorkommende Druckschläge, die zum Beispiel schliessende Ventile hervorrufen, können bei Metallmembranen zu einer mechanischen Ermüdung führen. Im schlimmsten Fall zeigt das Gerät einen gültigen Messwert an, obwohl die Membran beschädigt und das Sensoröl ausgelaufen ist. Die robuste Keramikmembran überwacht sich über die gemessene Kapazität selbst und verursacht im Fehlerfall sofort eine Fehlermeldung. Gegenmassnahmen lassen sich somit zeitnah ergreifen. Die Sensorgeneration besitzt eine ausgeklügelte Sensorkonstruktion, die einen langfristigen Einsatz auch in Kaltmedien zulässt.
In kleinen Rohrleitungen sind kleine frontbündige Prozessmembranen notwendig. Die verschweisste Polysilizium-Messzelle mit Metallmembran eignet sich besonders bei kleinen Prozessanschlüssen (zum Beispiel DN 25) und Druckanwendungen mit schnellem Temperaturwechsel. In der Molkerei kommt sie vor allem im Mischraum zum Einsatz, den Mitarbeiter nach jedem Produktwechsel reinigen und sterilisieren.

» Lesen Sie mehr darüber in der aktuellen Ausgabe LT 10/12.