Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Prozessautomatisierung: Ausgabe 11/2012, 31.10.2012

C-Batch-System schützt vor Viren

Windows-Betriebssysteme sind weit verbreitet und bestens bekannt. Diese Bekanntheit hat aber auch Nachteile, da sich das System leicht hacken und manipulieren lässt. Eine PAC-basierte Chargensteuerung stellt eine kostengünstige und effektive Alternative dar.

Die Produktion von Lebensmitteln setzt sich aus vielen einzelnen Verarbeitungsschritten zusammen, die von der Rezeptur abhängen. Änderungen oder neue Entwicklungen der Rezeptur sind aber nicht immer schnell umsetzbar, da solche Anpassungen oder Neuerungen auch die Herstellungsprozesse beeinflussen. Wettbewerbsvorteile für moderne Prozesssteuerungen ergeben sich jedoch nicht nur aus der Geschwindigkeit, in der sich neue Rezepte entwickeln und umsetzen lassen, sondern auch aus der Geschwindigkeit, mit der sich bestehende Rezepturen ändern lassen, denn: Zeit ist Geld.
Traditionell setzen viele Unternehmen eine Chargensteuerung mit einer Windows-basierten PC-Lösung in Verbindung mit OPC-Servern (Open Process Control) ein. Das Windows-Betriebssystem ist sehr weit verbreitet und dadurch für Mitarbeiter auch einfach zu bedienen. Jedoch stellt dieser hohe Bekanntheitsgrad auch Nachteile dar. Ein bekanntes System steht schnell im Fokus von Hackern, die mit Angriffen von aussen durch Viren, Troyaner und andere Manipulationen erheblichen Schaden anrichten können. Um die Sicherheit von Unternehmen und damit auch von Lebensmitteln zu erhöhen, bietet Mitsubishi Electric eine effektive und sichere Alternative an, die auf einem PAC-System (Programable Automation Controller) basiert.

Das Chargensteuerungs-Programm C-Batch. Die Chargensteuerung des C-Batch braucht keinen PC-basierten Chargenserver, da der Hersteller eine industriell geprüfte Hardware, den sogenannten C-Controller, einsetzt. «Unsere Chargensteuerung haben wir speziell für kleine und mittlere Unternehmen aus der Lebensmittelbranche entwickelt. Dabei achteten wir darauf, dass der Anwender einfach und leicht seine Prozesse kontrollieren und überwachen kann», erklärt Thomas Lantermann, Senior Business Development Manager von Mitsubishi Electric. Für die Nutzung der Chargensteuerung ist es unwichtig, wie komplex die Anlage ist, da sich die einzelnen Anlagenkomponenten wie Mixer, Kocher, Kühlung und so weiter immer in sogenannte Units einteilen lassen. Aufgrund dieser Einteilung können Anwender schrittweise ihre Anlage konfigurieren, wobei die Chargensteuerung automatisch das Programm gemäss dem S88-Standard erzeugt. Auch die Einspielung der Programmierung in die SPS erfolgt automatisch, sodass sich keine Fehler einschleichen können. «Das Einzige was unsere Kunden noch machen müssen, ist die Programmierung der Hardwareverknüpfungen wie etwa die Einbindung von Rührern, Waagen, Mischstationen, Kochstellen und Ähnlichem», so der Fachmann. Damit erfolgt die Konfiguration der Anlage individuell.
Steht die Konfiguration der Anlagen, können Unternehmen ihre Chargen starten, die dann automatisch ablaufen. Nach Beenden des Batches oder der Charge erzeugt das Programm einen kompletten Report. Damit können Lebensmittelproduzenten den Ablauf über jeden Zeitpunkt einsehen. Im Falle von Rückrufaktionen lassen sich somit die betroffenen Lebensmittel sehr stark eingrenzen, sodass nur eine begrenzte Anzahl von Lebensmitteln zurückgerufen werden muss und nicht eine komplette Charge.

Rezeptentwicklung. Auch wenn die Chargensteuerung ohne PC abläuft, können Lebensmittelproduzenten ihre Rezepte auf einem gängigen PC mit Windows-Betriebssystem zusammenstellen, neu entwickeln oder ändern. Die Übertragung der Rezeptur auf den C-Controller geschieht über eine Raima-Datenbank. Von da an läuft das System komplett ohne Windows-Betriebssystem. Die Rückführung der Reporte erfolgt ebenfalls über den sicheren Weg der Raima-Datenbank.

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