Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Verpacken: Ausgabe 01/2013, 14.02.2013

Zwei in eins – Getränke ökologisch verpacken

Die gebräuchlichste Verpackungsform für Getränke und andere Flüssigkeiten sind Flaschen oder Kanister. Eine umweltschonende und materialsparende Variante ist die Bag-in-Box-Verpackung. Diese besteht aus einem flexiblen Beutel und Wellkarton.

Flaschen oder Kanister sind seit Langem die klassischen Behälter zum Abfüllen von Flüssigkeiten wie Getränke, Dressings, Speiseöle oder flüssige Margarine. Auch beschichtete Kartons eignen sich für die Verpackung flüssiger Lebensmittel. Obwohl diese Verpackungsmittel für Konsumenten praktisch sind, haben sie dennoch Nachteile. So brauchen Flaschen – gleichgültig ob aus Glas oder Kunststoff – und Kanister bereits im leeren Zustand viel Platz bei Lagerung und Transport. Sind die Verpackungen für den wiederholten Gebrauch gedacht, so fallen weitere Kosten bei der Reinigung und Desinfektion an. Handelt es sich um Einwegverpackungen oder sind Mehrwegflaschen und -kanister am Ende des Lebenszyklus angelangt, fallen grössere Abfallmengen bei der Entsorgung an.
Um die Lager- und Transportkosten des Leerguts wie auch die Müllmengen zu reduzieren, hat die Verpackungsindustrie vor Jahren die sogenannte Bag-in-Box-Verpackung entwickelt. Seit rund zwei Jahren führt auch der Verpackungsspezialist Saropack dieses System im Sortiment und erfüllt damit ein stetig wachsendes Marktbedürfnis.

Funktionsprinzip. Die Bag-in-Box-Verpackung besteht aus einem Innenbeutel und einer Umverpackung. «Für unsere dünnen Beutel verwenden wir lebensmittelunbedenkliche Folienverbundmaterialien. Diese bestehen beispielsweise aus Polyethylen ohne Barriereeigenschaften oder spezielle transparente Sperrschichtfolien sowie metallisierte Verbundmaterialien», erklärt Lutz Schöllhammer, Key Account Manager bei Saropack. Die eingebettete Sauerstoffbarriere verhindert die Oxidation und garantiert die Haltbarkeit des Produkts. Da Beutel jedoch eigenständig keine «Standfestigkeit» aufweisen, ergänzt eine Umverpackung aus Kartonage oder Wellkarton das Verpackungssystem.
Für die problemlose Entnahme des Produkts sind verbraucherfreundliche Entnahmesysteme in verschiedenen Varianten verfügbar. Die am Beutel angebrachten Entnahmesysteme bestehen aus einem eingeschweissten Spund sowie einem in Parkposition aufgesetzten Entnahmesystem. «Während des Abfüllprozesses zieht die Füllmaschine das Entnahmesystem vom Spund. Über diese Spundöffnung lässt sich der Beutel sauerstofffrei füllen. Im Anschluss drückt die Maschinen das Verschlusssystem in die Endposition auf den Spund, wodurch das Zapfsystem sicher und untrennbar mit dem Beutel verbunden ist», so der Verpackungsspezialist.

Praktische Anwendung. Zur Abfüllung der Flüssigkeiten erhalten Kunden Beutel und Box getrennt geliefert. Für die Umverpackung arbeitet das Unternehmen mit lokalen Wellpappeherstellern zusammen. «Es ist unsinnig, die Umverpackung über weite Distanzen zum Kunden zu transportieren, wenn vor Ort oder in der Nähe lokale Kartonhersteller ansässig sind. Darum arbeiten wir eng mit diesen Herstellern zusammen, die die Kartons nach unseren Anforderungen an Qualität und Wellpappenzusammensetzung herstellen und an den Kunden liefern», sagt Schöllhammer. Die Beutel verschickt das Verpackungsunternehmen auf Paletten, auf denen 5600 Beutel Platz haben. Die flach gefalteten Boxen werden erst beim Abfüllprozess aufgerichtet und mit den vollen Beuteln bestückt.
Für die Abfüllung brauchen Unternehmen eine spezielle Anlage, da Abfüllmaschinen für Flaschen oder Kanister nicht für die Bag-in-Box-Lösung geeignet sind. Je nach gewünschtem Automatisierungsgrad können Unternehmen halb- oder vollautomatische Fülllinien wie auch komplette Abfüllanlagen auswählen. Voll ausgestattete Fülllinien haben sowohl einen Kartonaufrichter als auch einen Kartonverschliesser integriert. Mitarbeiter müssen dann nur noch die Beutel als Endlossstrang in die Maschine einspannen. Da die Beutel durch Perforationen aneinandergereiht sind, lassen sich diese leicht trennen und im abgefüllten Zustand in die aufgerichtete Faltschachtel platzieren.

» Lesen Sie mehr darüber in der aktuellen Ausgabe LT 1-2/2013.