Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Materialfluss und Logistik: Ausgabe 05/2013, 07.05.2013

Sicherer Transport dank cleverer Fördertechnik

In der Lebensmittelindustrie umfasst Fördertechnik mehr als den Warenfluss von A nach B. Bauliche Gegebenheiten und anspruchsvolle Produkte verlangen oft spezielle Lösungen. Zudem legen Hygienevorschriften die Messlatte besonders hoch.

Convenienceprodukte wie Cordon bleu oder Meatballs bedeuten für Konsumenten nicht nur eine vollwertige Mahlzeit, sondern auch erhebliche Zeitersparnis bei der Zubereitung. Das Unternehmen Fredag hat sich auf die Herstellung von Geflügel-, Vegi-, Fleisch- und Seafood-Produkte spezialisiert und stellt pro Tag rund 30 Tonnen Kühl- und Tiefkühlprodukte her. Dieses Warenaufkommen stellt nicht nur besondere Ansprüche an die Produktionstechnik, sondern auch an die Intralogistik. Damit Förderelemente ihren Aufgaben gerecht werden können, kommt es auf das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten an. Obwohl ein durchdachtes Fördersystem die Produkte bei Fredag zu den einzelnen Verarbeitungsstationen transportiert, sah der Betriebsleiter Philipp Keller Optimierungspotenzial: «Unsere Fördertechnik ist auf die Bedürfnisse tiefgekühlter Produkte angepasst. Doch wir hatten auf der kurzen Distanz zwischen unseren drei Freezern und den Mehrkopfwaagen zu viel Produktverlust, was wir unbedingt ändern wollten.» Die flexible Anordnung der bestehenden Förderanlage barg ein sehr grosses Kontaminationsrisiko. «Die Förderbänder bildeten eine netzartige Struktur und liefen teilweise übereinander. Da bestand die Gefahr, dass ein Produkt von oben auf das untere Förderband fällt», erklärt Keller. Zudem waren dem Betriebsleiter die Ausfallzeiten zu hoch, was zum «Umbau» der vorhandenen Fördertechnik führte.
Massgeschneiderte Fördertechnik. Zur Optimierung der Transportwege hat der Lebensmittelproduzent die Experten von SSS-Fördertechnik beauftragt. Diese haben sich die bestehende Technik angesehen und unter Berücksichtigung des Anforderungskatalogs und der Platz- und Gebäudeverhältnisse ein neues Konzept ausgearbeitet. «Wir haben eine sehr reduzierte Raumhöhe und auch eine knapp bemessene Raumsituation. Das mussten die Fachleute von SSS-Fördertechnik einplanen und uns entsprechende Vorschläge machen. Das fertige Konzept enthielt nicht nur eine optimale Raumausnützung, sondern wir konnten auch vorhandene Transportbänder integrieren und damit unsere Kosten reduzieren», freut sich Keller.
Produktverluste vermeiden. Neben den integrierten Bändern basiert das neue Konzept auf verschiedenen Modular- und Gurtbändern sowie vier Steigförderern. Mit denen kann das Unternehmen den Höhenunterschied überwinden, der sich aus der Raumsituation ergibt. Die wichtigste Anforderung an diese Komponenten war die Vermeidung des Produktverlustes. «Bei der Vielzahl unserer Produkte ist es uns sehr wichtig, dass nichts mehr von den Bändern fallen kann. Wir haben beispielsweise kleine Fleischwaren wie Pouletbruststreifen mit zirka 5 g oder Fleischbällchen mit rund 8 g, aber auch schwere Produkte wie etwa Cordon bleu mit rund 170 g. Jeder dieser Fleischartikel hat ein anderes Verhalten auf den Bändern. Um ein Abrutschen oder Wegrollen zu vermeiden, müssen die Förderelemente dementsprechend angepasst sein», betont der Produktionsleiter.
Hinzu kommt noch die Tatsache, dass gefrorene Produkte – vor allem gefrorenes Paniermehl – abrassiv wirkt. So muss die Fördertechnik sowohl dem Verhalten der Produkte Rechnung tragen als auch abrassiven Medien standhalten. Da die Bänder direkten Kontakt mit den gekühlten und gefrorenen Lebensmitteln haben, müssen sie auch einfach zu reinigen sein. «Wir haben ein breites Warensortiment und damit einen häufigen Wechsel in der Produktion. Da alle Lebensmittel über die gleichen Transportwege laufen, dürfen bei einem Wechsel keine Produktreste haften bleiben. Daher legen wir grossen Wert auf die Beschaffenheit und Qualität der Transportbänder sowie auf eine einfache Reinigung», sagt Keller.

» Lesen Sie mehr darüber in der aktuellen Ausgabe LT 5/2013.