Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Hygiene: Ausgabe 07/2013, 11.08.2013

Reinigungspower auf eingem Raum

Für die CIP-Reinigung müssen gewisse Voraussetzungen gegeben sein, damit Unternehmen das gewünschte Reinigungsergebnis erzielen. Eine CIP-Anlage stellte Mars Deutschland vor Herausforderungen, die das Unternehmen mit langjährigen Partnern lösen konnte.

Lägen alle Mars-Schokoriegel, die die Deutschen im Jahr verspeisen, in einer Reihe hintereinander, so würden sie zweimal die Welt umspannen. Das Unternehmen stellt alle Riegel am Standort Viersen am Niederrhein her – 10 000 Snacks pro Minute. Seit den 80er-Jahren ist in diesem Werk eine CIP-Reinigungsanlage im Einsatz, für die sich kein Ersatz von der Stange finden liess. Nur 16 m2 standen für die Turn-Key-Lösung zur Verfügung, die die Prozessautomatisierer Endress+Hauser, das Ingenieurbüro Täschner aus Hamm und die Ventilspezialisten Gebr. Rieger GmbH aus Aalen gemeinsam erarbeiteten und realisierten.

Die Herausforderungen des Turn-Key-Projekts.
Die alte CIP-Anlage besass einen geringen Bedienkomfort und wurde in der Wartung immer zeitintensiver. Gleichzeitig stiess sie durch den jahrzehntelangen Erfolgskurs der Mars-Schokoriegel-Marken an ihre Grenzen. Um die Produktionskapazitäten weiter steigern zu können, bot sie kein Optimierungspotenzial mehr bezüglich der Reinigungseffizienz. Dies galt auch für den Energie- und Reinigungsmittelverbrauch. Die Anlage war das Nadelöhr, das der Zukunft im Wege stand. Ein internes Projektteam stellte den Anforderungskatalog im Hinblick auf Arbeitssicherheit, Ökologie und Wirtschaftlichkeit zusammen. Zur Überprüfung der Altanlage hat das Unternehmen die Spezialisten von Endress+Hauser und das Ingenieurbüro Täschner zurate gezogen. Nach kritischer Betrachtung der Gesamtsituation erkannten die Fachleute, dass eine Überarbeitung beziehungsweise Modernisierung die Kosten einer Neuanlage weit überschreiten würde. Das erste Konzept, das einen Neubau ausserhalb des bestehenden Gebäudes vorsah, mussten die Verantwortlichen aus Platz-, Zeit- und Kostengründen verwerfen. So blieb nur die Lösung, die Neuanlage exakt am alten Platz auf 16 m2 (8 m x 1,75 m) unterzubringen. Das Mars-Projektteam fand am Markt niemanden, der sich diesen Herausforderungen stellte. Entweder liessen sich die CIP-Standardanlagen aus Platzmangel nicht an alle bestehenden Rohrleitungssysteme anbinden oder die angebotenen Leistungspakte enthielten nicht alle Anforderungen eines Turn-Key-Projekts: Aufbau, Inbetriebnahme, Einweisung, Zertifikate und Erstanlagenkalibration mit Validierung des Reinigungsprozesses.

Konzept der neuen CIP-Anlage. War die Altanlage das Nadelöhr hinsichtlich der Leistungsfähigkeit, so erwies sich der alte Aufstellungsort als Nadelöhr für die Neuanlage. Ein kreativer Lösungsvorschlag, in dem mit Doppelstocktanks und dem sogenannten «Reinigungsverteil-Igel» das Platzproblem in den Griff zu bekommen war, traf auf grossen Zuspruch aller Beteiligten. Der Reinigungsverteil-Igel ist eine besondere Ventilkonstruktion und der Schlüssel, um alle im CIP-Prozess benötigten Medien auf engem Raum intelligent in die bestehenden Produktionsbereiche zu leiten. Diese lassen sich in vier Reinigungskreise einteilen: die Teigabteilung, die Karamellbühne, den Rohstoff- und den Milchbereich. Die Fachleute haben drei dieser Verteil-Igel verbaut. Die bisherige Reinigungsstrategie der «verlorenen Reinigung», sprich dem Verwerfen der gebrauchten CIP-Medien, haben die Verantwortlichen aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen auf eine Stapelreinigung umgestellt. Dies forcierte das Platzproblem zusätzlich. Insgesamt besteht die Neuanlage aus drei Tanks: einem Vorlagebehälter für Lauge/Desinfektionsmittel, einem Frischwasser- und einem Stapelwassertank. Das neue verfahrenstechnische Konzept erlaubt es, zeit- und kostenoptimal zu reinigen. Trotz der kompakten Bauweise der CIP-Neuanlage sind alle sicherheitstechnischen und wartungsrelevanten Komponenten frei und schnell zugänglich. Aufgrund der kurzen zur Verfügung gestellten Umstellungszeit innerhalb des Werks in Viersen haben die Ventilspezialisten die Montage der kompletten Anlage im Werk in Aalen vorgenommen. 3D-Modelle und Konstruktionszeichnungen dienten als Grundlage, um dem Mars-Projektteam eine Vorschau auf die Gesamtanlage zu geben. Die CIP-Anlage kam vormontiert auf zwei Grundgestellen in Viersen an.

» Lesen Sie mehr darüber in der aktuellen Ausgabe LT 7-8/2013.