Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Messtechnik: Ausgabe 12/2013, 03.12.2013

Dicke Luft - adieu

Messparameter wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Durchfluss gehören schon lange zum Standard jedes Lebensmittelproduzenten. Doch es lohnt sich auch die Überwachung des CO2-Gehalts.

Die konstante Überwachung von Messparametern wie Temperatur oder Feuchtigkeit ist für die Qualitätssicherung in der Lebensmittelindustrie schon lange gewohnter Standard. Es gibt jedoch eine Messgrösse, die erst in jüngerer Zeit in den Fokus geraten ist – Kohlendioxid oder anders ausgedrückt CO2. Dabei ist jedoch nicht in erster Linie der Carbon Footprint gemeint, sondern das von Menschen, Tieren und Pflanzen produzierte oder während der Reifung entstandene Kohlendioxid, das sich in Räumen ansammeln kann. Die Experten von Rotronic haben diesen Trend erkannt und bieten eine Reihe von CO2-Messgeräten für verschiedene Anwendungen an.

«Tatorte.» Grundsätzlich lassen sich die Einsatzbereiche in drei Hauptgebiete einteilen. Für den Produktmanager Uolf Grass von Rotronic sind das Indoor Air Quality (IAQ), Life-Safety und Sonderfälle. Bei der Indoor Air Quality dreht sich alles um die Überwachung der Luft in Räumen. Dabei kann es sich sowohl um Gemeinschaftsräume, wie Besprechungszimmer oder Büroräume, handeln wie auch um Lager- beziehungsweise Reifungsräume oder Produktionsstätten, in denen viel CO2 entsteht.
Der Bereich Life-Safety trifft besonders auf Gärräume oder Silos zu, in denen sich beispielsweise durch die Reifung von Wein Kohlendioxid anreichern kann. Da es sich jedoch um ein geruchloses Gas handelt und CO2 schwerer ist als Luft, kann es sich unbemerkt am Boden sammeln und so zu einer tödlichen Falle für Menschen werden.
Unter Sonderfälle bezieht der Produktmanager beispielsweise Wachstumsprozesse von Pflanzen mit ein, die für eine gute Ernte einen gewissen CO2-Gehalt brauchen. «In solchen Fällen spielt etwa auch die Jahreszeit eine Rolle. Im Winter nutzen Produzenten Gewächshäuser, um im zeitigen Frühjahr die erste Ernte noch vor der eigentlichen Saison anbieten zu können. Dazu brauchen Pflanzen jedoch Wärme, die ein erheblicher Kostenfaktor ist. Für ein gesundes Wachstum brauchen Pflanzen allerdings CO2, das in der Luft ausreichend vorhanden ist. Doch kein Produzent will im Winter durch die Lüftung unnötig Wärme verlieren, weshalb es durch unzureichende Lüftung zu einem Mangel an Kohlendioxid kommen kann. Für eine energiesparende Lüftung ist daher die Überwachung des CO2-Gehalts eine kostengünstige Alternative.»

Für jeden Fall das passende Gerät. So vielfältig die Einsatzgebiete sind, so variabel sind auch die entsprechenden Geräte. Für die Überwachung von Innenräumen bietet der Hersteller die CF-Serie an. Diese Transmitter lassen sich in Lüftungskanäle beziehungsweise Klimazonen installieren und messen den CO2-Gehalt. Bei zu hohen Konzentrationen regeln diese Geräte die Lüftung entweder automatisch oder geben Licht- und Tonsignale als Warnung ab, sodass der Kohlendioxidgehalt durch passgenaue Lüftung konstant bleibt. Geräte für den Einsatz in der Industrie sind IP 54-geschützt. Bei der Platzierung sollten Anwender dennoch darauf achten, dass das Gerät nicht betaut, da es sich um einen optischen Sensor handelt.
Für Gemeinschaftsräume wie etwa Büros, Besprechungszimmer, Seminar- oder Präsentationsräume eignet sich sowohl die CF-Serie als auch das Tischmessgerät CL11 und das CO2-Display (siehe rechte Seite). Dieses zeigt grossflächig die CO2-Konzentration an und hilft so, «dicke Luft» zu vermeiden. «Gemäss dem US-Standard ASHRAE lässt die Konzentrationsfähigkeit bei einem Wert von 1000 ppm im Raum rapide nach. Im europäischen Raum liegt der Wert noch bei 1400 ppm. Doch ist das auch eine individuelle Wahrnehmung, ab welcher CO2-Konzentration erste Müdigkeitserscheinungen auftreten und es höchste Zeit für eine kurze Lüftungspause wird», sagt der Spezialist.
Für punktuelle Messungen, beispielsweise bei Stichprobenüberwachungen, lässt sich auch das portable CP11-Gerät nutzen. «Hier sollte der Anwender nur darauf achten, dass er sich das Gerät nicht gerade vor die Nase hält und mit seiner Atemluft den Wert verfälscht», rät Uolf Grass.

Wartung. Der Wartungsaufwand ist dank der integrierten automatischen Kalibrierfunktion recht gering. Es empfiehlt sich jedoch, nach einer Laufzeit von mehreren Jahren eine professionelle Kalibrierung vornehmen zu lassen. Eine extrem einfache Kalibrierung ist der Aufenthalt des Gerätes an der frischen Luft, wie der Experte weiss. «Wichtig ist ein Referenzgas, damit sich das Gerät wieder darauf einstellen kann. Frischluft hat einen CO2-Gehalt von zirka 400 ppm und gilt damit als Richtwert zur Einstellung des Gerätes.» So lassen sich mit geringem Aufwand Arbeits-, Produktions- und Lagerräume optimal überwachen. Zudem profitieren Unternehmen vom erheblichen Sparpotenzial, da das Messgerät für eine bedarfsgerechte Lüftung sorgt. Lebensmittelproduzenten können auf diese Weise nicht nur für ihre Produkte das passende Klima erzeugen, sondern auch für ihre Mitarbeiter eine Wohlfühlatmosphäre schaffen und gefährliche, «dicke Luft» vermeiden.

Weitere Informationen:

Rotronic AG
www.rotronic.ch