Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Wissenschaft und Forschung: Ausgabe 11/2014, 03.11.2014

Wasser in der Lebensmittelherstellung

Am 25. und 26. September fand die gemeinsame Tagung der Fachgesellschaften SGLWT, SGLH, SGLUC und des Berufsverbands SVIAL statt. Spannende Vorträge von Vertretern der Industrie und Poster­präsentationen von Studierenden zogen die Mitglieder nach Solothurn.

Alle drei Jahre veranstalten die Fachgesellschaften und der Berufsverband eine gemeinsame Fachtagung, um ihren Mitgliedern die Gelegenheit zu geben, an einer grösseren Tagung ihr Netzwerk zu pflegen und sich über umfassende Themen zu informieren. Dieses Vorhaben ist den Veranstaltern unter der Führung von Michel Roux, Geschäftsleiter des Berufsverbands SVIAL, auch dieses Mal gelungen: «Mit 140 Teilnehmenden war die Veranstaltung gut besucht, doch das Thema Wasser hatte grosses Potenzial, noch mehr Verantwortliche aus der Lebensmittelindustrie anzusprechen.» Um allen Interessengruppen gerecht zu werden, beleuchteten die Referenten das umfassende Thema von verschiedenen Seiten.

Lebensmittel Wasser.

Der erste Teil der Tagung war dem Lebensmittel Wasser gewidmet. «Dieser branchen- beziehungsweise gesellschaftspolitische Aspekt war uns sehr wichtig, denn Wasser ist das Lebensmittel schlechthin. Ohne könnten wir keine Lebensmittel oder Getränke produzieren. So ist Wasser als kostbare Ressource in der Lebensmittelindustrie auch besonders schützenswert und die Bedeutung für die Lebensmittelindustrie beachtlich», wie der SVIAL-Geschäftsführer sagt. Referenten wie Marcel Kreber vom Schweizer Brauereiverband, Eileen Hofstetter, Direktion für Entwicklungszusammenarbeit, und Jürg Burkhalter von Coca-Cola beschrieben den Umgang mit der Ressource aus ihrer Sicht und wie sie es in ihrem Arbeitsumfeld einsetzen. Ernst Bromeis, Wasserbotschafter aus Graubünden, betonte die Verantwortung, die die Schweiz für Wasser hat. Als Land, in dem diese Ressource im Überfluss vorhanden ist, müssen alle sorgsam damit umgehen, die gegebenen Handlungsmöglichkeiten ausschöpfen, um so die Verantwortung auch wahrzunehmen. «So ist der Wasserbotschafter und bekannte Langstreckenschwimmer der optimale Fürsprecher für ein Weltwasserzentrum in der Schweiz, das er uns im Referat ans Herz gelegt hat. Da wir alle Sorge für die Ressource tragen, wäre die Industrie als Pate für dieses Zentrum sinnvoll», so Roux.

Wasser beschaffen.

Neben dem sorgsamen Umgang mit Wasser ist aber auch die Beschaffung elementar. So ist nicht nur die Versorgung mit sauberem Grundwasser eine Grundvoraussetzung, sondern auch die hohe Qualität. Richard Wülser, Leiter QS-Wasser beim IWB-Wasserlabor, und Andreas Peter, Bereichsleiter Trink- und Badewasser des Kantonalen Labors in Zürich, sprachen beispielsweise über die Anforderungen und Vereinbarungen, die mit Wasser verbunden sind, und welche Methoden und Prozesse zur Sicherung der Wasserqualität zum Einsatz kommen. Fallbeispiele von Coca-Cola zeigten praktische Umsetzungen, die eventuell auch für andere Unternehmen von Interesse sein können.

Wasserverbrauch senken.

Obwohl es schon länger bekannt ist, dass Wasser eine endliche Ressource ist, war der Umgang der Industrie in der Vergangenheit sehr grosszügig. Doch in den letzten Jahren hat ein Umdenken stattgefunden, sodass die Senkung des Wasserverbrauchs bei vielen Unternehmen ein erklärtes Ziel ist. Beispielsweise ist der Wasserfussabdruck entlang der Wertschöpfungskette eine Grösse, mit der sich Einsparungen erkennen und umsetzen lassen. Auch ein durchdachtes Hygienic Design steht im engen Zusammenhang mit dem Wasserverbrauch, auch wenn der Referent Wouter Burggraaf von Burggraaf & Partner die Meinung vertrat, dass sich Wasser nicht zwingend einsparen lässt. Eine andere Ansicht vertraten Hansruedi Mürner, Leiter Service bei Halag Chemie, Martin Hübner, Technischer Direktor bei Tetra Pak Processing, und Anne-Claire Carrere, Nestlé Product Technolgy Center. Sie zeigten, welche Optimierungschancen bei der Reinigung existieren und wie sich Wasser bei der Reinigung von grossen Anlagen sparen lässt.

Posterpräsentationen.

Die Sicht von Forschenden und Studierenden zum Thema Wasser gaben die Posterpräsentationen der Studierenden von den Hochschulen ZHAW HAFL, ETHZ, Uni Zürich und EAWAG wieder. Die Ergebnisse ihre Abschluss- und Forschungsarbeiten waren spannende Wegweiser, wohin die Entwicklung geht und welche Fortschritte sich erzielen lassen. «Die Tagungen der Fachgesellschaften sind eine willkommene Plattform für die Kommunikation der Nachwuchskräfte mit erfahrenen Industrievertretern. Es war spannend zu sehen, wie sich die Studierenden und jungen Forschenden mit dem Thema auseinandersetzen und welche Fragestellungen sie beschäftigen. Die Posterpräsentationen waren inspirierend und berührend», sagt der Geschäftsleiter.

Nach dieser gelungenen Tagung dürfen die Mitglieder der Gesellschaften und des Berufsverbands gespannt sein auf die nächste Veranstaltung, die wieder in drei Jahren stattfindet.