Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Lebensmittelkennzeichnung: Ausgabe 03/2014, 06.03.2014

Sind Sie bereit für die Umsetzung?

Die im Dezember 2011 in Kraft getretene Verordnung (EU) Nr. 1169/ 2011 über die Lebensmittel- und Nährwertkennzeichnung ist ab 13. Dezember 2014 in allen Mitgliedsstaaten gültig. Lebensmittel­produzenten müssen sich jetzt auf die Umsetzung vorbereiten.

Die neuen Regelungen zur Lebensmittelkennzeichnung sind ab dem 13.  Dezember 2014 gültig und lösen die bisherigen Kennzeichnungspflichten weitgehend ab. Zusätzlich wird es in Europa künftig eine Nährwertkennzeichnungspflicht geben, die nach einer Übergangsfrist ab 2016 verpflichtend ist. Bevor Unternehmen Informationen für verpackte Lebensmittel anpassen können, müssen sie sich jedoch damit auseinandersetzen, welche Massnahmen relevant für ihre Produkte sind. Das ist jedoch nicht ganz einfach, da die Neuerungen viele Unklarheiten mit sich bringen. Verantwortliche müssen relevante Informationen sorgfältig sammeln. Im Gegensatz zu vorherigen Kennzeichnungsverordnungen (zum Beispiel Einführung von QUID, Allergenkennzeichnung oder Entfernung der 25-Prozent-Regelung), bei denen die Compliance durch einfache Inhaltsänderungen gewährleistet werden konnte, sind nun viele Unternehmen gezwungen, ihre Etiketten neu zu gestalten. Selbst wenn sie nur die Neuerungen zur Mindestschriftgrösse berücksichtigen.
Konformität ist wichtig. Um die Gesetzesänderungen zeitgemäss einführen und einhalten zu können, müssen Lebensmittelproduzenten angepasste Etikettenvorlagen entwickeln, die sich für die Verpackungen ihrer Lieferanten eignen. Die Etiketten müssen auf Compliance geprüft werden. Laufen die gestalterischen und inhaltlichen Anpassungen rechtzeitig und fehlerfrei ab, können die neuen Etiketten und Verpackungen gedruckt und der alte Verpackungsbestand aufgebraucht werden, ohne ihn abschreiben zu müssen.
Rechtsverbindliche Lebensmittelinformationen müssen klar ersichtlich und leserlich sein. Dazu müssen Produzenten die Informationen direkt auf die Verpackung oder auf angeheftete Etiketten drucken. Diese dürfen in keiner Weise verborgen oder durch andere schriftliche oder bildliche Elemente verdeckt werden. Der Etikettendruck muss dauer­haft sein und gewährleisten, dass Konsumenten jederzeit Zugriff auf nötige Informationen haben. Zudem dürfen freiwillige Informationen (beispielsweise Slogans oder Claims) den für verpflichtende Informationen verfügbaren Platz nicht beeinträchtigen. Unternehmen müssen die neuen Massnahmen auch im weiteren Kontext berücksichtigen. Sie betreffen nicht nur die Konzeptionierung und Herstellung von Etiketten, sondern auch unternehmensübergreifende Prozesse. Arbeitsgruppen innerhalb und ausserhalb des Unternehmens (zum Beispiel Grafiker, Techniker, Verpackungshersteller, Marketingverantwortliche, Kundenberater, Logistiker) müssen in jegliche Prozesse integriert werden, um die Comp­liance gewährleisten zu können. Dies steigert die Nachfrage nach internen und externen Ressourcen. Unternehmen, die sich frühzeitig auf die kommenden Änderungen vorbereiten, sparen knappe Ressourcen ein, während jene, die warten, hohen Kosten ausgesetzt sind.
Hintergrund. Die Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 setzt die beiden Verordnungen zur Lebensmittel- (2000/13/EC) und Nährwertkennzeichnung (90/496/EEC) ausser Kraft und legt fest, welche Informationen zu verpackten Lebensmitteln bereitgestellt werden müssen. Betroffen sind Unternehmen auf allen Ebenen der Lebensmittelkette. Die Verordnung ist am 12. Dezember 2011 in Kraft getreten und ab dem 13. Dezember 2014 in allen 27   Mitgliedsstaaten gültig. Für diverse Teilbereiche der Verordnung gelten unterschiedliche Übergangsfristen, die in der Verordnung im Detail erörtert werden.
Die umfassende Verordnung stellt sicher, dass Konsumenten Kaufentscheidungen in voller Sachkenntnis fällen können, indem sie Zugriff auf Informationen zu Produktqualität, Zutaten, Nährwerte, Allergene und Herkunftsland haben. Nebst einer transparenteren Lebensmittelinformation zugunsten der Konsumenten zielt die Verordnung auf Harmonisierung und Konsistenz in der Etikettierung zwischen den EU-Mitgliedsstaaten ab. Die neuen Massnahmen betreffen auch den Fernabsatz (zum Beispiel Internet oder Kataloge), wo Konsumenten ausreichend vor Kaufabschluss informiert werden müssen. Was ist neu? Viele Regelungen bleiben erhalten, jedoch führt die EU-Verordnung signifikante Neuerungen und Massnahmen ein.
» Lesen Sie mehr darüber in der aktuellen Ausgabe LT 3/14.