Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Hygiene: Ausgabe 04/2014, 02.04.2014

Schlüsseltechnik für hygienische Raumluft

Luft besteht nicht nur zu 78 Prozent aus Stickstoff und rund 20  Prozent aus Sauerstoff, sondern enthält auch Mikroorganismen wie Schimmelpilze und Bakterien. Diese können bei Lebensmitteln zu Problemen führen, wenn RLT-Anlagen nicht optimal funktionieren.

Die hohe Produktqualität von Lebensmitteln hängt von vielen Faktoren ab. Dabei sind einwandfreie Rohstoffe sowie saubere Anlagen und Maschinen nur ein Teil davon. Ein ebenso wichtiger Aspekt betrifft Raumluftqualität. Diese beeinflusst sowohl die Gesundheit der Mitarbeiter als auch die Produktsicherheit und -qualität. Daher sind raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) die Schlüsseltechnik für Hygiene in lebensmittelverarbeitenden Betrieben.
Hygieneinspektion. Damit raumlufttechnische Anlagen nicht zum Hygiene­risiko werden, müssen Betreiber regelmässig Inspektionen durchführen. Bei neuen RLT-Anlagen ist eine Ersthygiene­inspektion innerhalb der ersten drei Monate erforderlich, die eine Fachperson mit einer Urkunde der Kategorie A abnehmen muss. Die Wiederholungs­inspektionen sind nach zwei Jahren bei Anlagen mit Befeuchtung und nach drei Jahren bei Anlagen ohne Befeuchtung durchzuführen. Diese Hygieneinspektio­nen fordert die Energieinspektion, da sich durch diese Überprüfungen oft erhebliche Energie-Einsparmassnahmen aufzeigen lassen. Ohne regelmäs­sige Hygieneinspek­tionen nach SWKI VA 104-01 gehen die Gebäude- und Produktionsverantwortlichen deshalb gros­se Risiken ein. Denn Stäube, Mikro­organismen und Chemikalien können die Produktion negativ beeinflussen und die Gesundheit der Mitarbeiter beeinträchtigen.
Garant für gutes Raumklima. Um ein optimales Klima sicherzustellen, müssen Betreiber auf einiges achten. Das beginnt bereits bei der Planung und zieht sich über Installation und Wartung bis hin zur Reinigung.
In der Planungsphase sollten Verantwortliche bereits beim Standort der Aussenluftfassung aufpassen. Oft sind diese noch auf Erdniveau installiert, weshalb Schadgase, Stäube und Wasser leicht eindringen können. Zudem sind auf Baustellen Lüftungskanäle abgedeckt anzuliefern und trocken zu lagern. Während des Einbaus sollten offene Stellen immer wieder verschlossen werden. Zudem empfiehlt es sich, Lüftungskanäle vor dem Einbau aussen zu beschriften, da sich Aufkleber mit der Zeit lösen und das Kanalsystem verstopfen und Geräusche produzieren können. Betreiber dürfen die RLT-Anlage erst nach der Bauendreinigung in Betrieb nehmen, da sonst die Abluftkanäle und die Lüftungszentrale stark verschmutzen und dies eine Reinigung erforderlich macht. Zudem ist die Zugänglichkeit bei sämtlichen Anlagenkomponenten sicherzustellen. Die Ersthygieneinspektion darf nur eine autorisierte Fachperson mit einer Urkunde der Kategorie A nach SWKI VA 104-01/VDI 6022 durchführen.
Bei der Installation dürfen nur autorisierte Personen mit einer Urkunde der Kategorie B nach SWKI VA104-01/VDI 6022, Montage- und Unterhaltsarbeiten ausführen. Verantwortliche sollten darauf achten, dass sämtliche Anlagen und Lüftungskanäle bezeichnet und die Luftrichtungen angezeigt sind. Das Filterdatenblatt muss gut sichtbar bei der RTL-Anlage angebracht sein.
Wartungs- und Reinigungsarbeiten dürfen nur autorisierte Personen mit einer Urkunde der Kategorie B nach SWKI VA 104-01/VDI 6022 durchführen. In Zuluftkanälen ist eine offene Innenisola­tion verboten. Zudem müssen Betreiber Systeme unter Bestandsschutz dringend regelmässig kontrollieren.

» Lesen Sie mehr darüber in der aktuellen Ausgabe LT 4/14



Der Hygieneinspektionsablauf ist ein optimaler Leitfaden bei der Kontrolle der RLT-Anlagen


Eine Abdeckung schützt Lüftungskanäle vor Verschmutzungen während des Transports