Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
SGLWT: Ausgabe 06/2014, 16.06.2014

62. SGLWT-Generalversammlung bot Zündstoff für Diskussionen

Das jährliche Treffen der SGLWT-Mitglieder zur Generalversammlung gab den Anwesenden einen umfassenden Blick über die Aktivitäten und die Geschäftszahlen der Gesellschaft. Ein Punkt auf der Tagesordnung sorgte jedoch für Diskussionen – der Antrag von Thorid Klantschitsch, Präsidentin des SVIAL, auf Bildung einer Arbeitsgruppe zur Evaluation und Umsetzung einer Fusion von SGLWT und SVIAL.

Am 9. Mai 2014 trafen sich rund 80 Mitglieder zur jährlichen Generalversammlung der SGLWT. Dieses Mal fand die Veranstaltung in den Räumen von Zweifel Pomy-Chips in Spreitenbach statt. Wie jedes Jahr stellten der Präsident der SGLWT, Markus Henggeler, und einige der Vorstandsmitglieder die Traktanden vor und gaben diese zur Abstimmung frei. Die anwesenden Mitglieder haben sowohl das Protokoll der 61. Generalversammlung 2013 als auch den Jahresbericht und die Jahresrechnung von 2013 einstimmig angenommen.

Das hat sich geändert.

Unter dem Punkt «Décharge an den Vorstand» ergab sich dieses Mal eine Änderung. Die langjährigen Revisoren Fredi Nager und Otmar Tubak haben ihre Rücktritte erklärt. Ihre Nachfolge treten Felix Hepfer, Betriebsleiter bei Hefe Schweiz, und Josef Schmidlin, Projektleiter Entwicklung Haco, an. Die Wahl der neuen Revisoren haben die Mitglieder ebenfalls einstimmig bestätigt.

Zudem gab es einen Wechsel im Sekretariat. Christina Merri-Madsen hat ihre langjährig ausgeführte Aufgabe an Stephanie Meierhofer weitergegeben, die ab jetzt die Ansprechpartnerin für SGLWT-Belange ist.

Neue Vorstandsmitglieder:

Zudem haben die Anwesenden 2 neue Vorstandsmitglieder gewählt: Patrik Bürgisser wird ab sofort als Vertreter der HAFL in Zollikofen den SGLWT-Vorstand unterstützen. Bürgisser studierte an der ETH Zürich und war im Anschluss 15 Jahre in der Wirtschaft tätig. Seit 5 Jahren ist er Dozent an der HAFL für Innovationsmanagement und Lebensmittelsensorik. Nina Huber studiert im 4. Semester an der ETH Zürich und wird ab August auf Alessia Delbrück als Studentenvertreterin im Vorstand der SGLWT folgen.

Zudem hiess der Vorstand die 48 neuen Mitglieder willkommen, unter anderem auch die 3 letztjährigen SGLWT-Preisträger Annette Gerber, Pascal Guillet und Jenna Tonacini, die die Auszeichnung für die beste Abschlussarbeit erhielten.

Ehrungen.

Im Rahmen der 62. Generalversammlung ehrte die Gesellschaft auch 2 verdiente Mitglieder. Sowohl der ehemalige SGLWT-Präsident Karl Gschwend als auch Josef Arnold haben sich laut Markus Henggeler um die Lebensmittelwirtschaft wie auch um die SGLWT verdient gemacht und dadurch zu Recht die Ernennung zu Ehrenmitgliedern erhalten.

Zündstoff.

Das letzte Traktandum führte unter den Anwesenden zu besonderen Diskussionen. Thorid Klantschitsch, Präsidentin des SVIAL, stellte einen Antrag zur Bildung einer Arbeitsgruppe zur Evaluation und Umsetzung einer Fusion der SGLWT des SVIAL. Der Vorstand der SGLWT hat den Antrag entgegengenommen und folgenden Abänderungsantrag zur Abstimmung freigegeben:

«Bildung einer Arbeitsgruppe zur Evaluation und Umsetzung einer vertieften Zusammenarbeit bis hin zu einer möglichen Fusion des Berufsverbandes (SVIAL) und der Fachgesellschaften im Bereich Lebensmittel und allenfalls Agronomie. Das Resultat zeigt die Möglichkeiten (Varianten) samt Vor- und Nachteilen auf. Das Ziel ist es, an den Mitgliederversammlungen 2015 das weitere Vorgehen (Umsetzungsvorschlag) zur Genehmigung vorzulegen. Die Arbeitsgruppe soll aus 1 bis 3 Mitgliedern jeder Fachgesellschaft und des Berufsverbandes bestehen. Dies können Vorstandsmitglieder sein, müssen es aber nicht. Das Resultat muss Ende Januar 2015 vorliegen, damit dieses mit der Einladung zur Generalversammlung verschickt werden kann. Liegt kein brauchbares Resultat vor, wird an der GV 2015 informiert.»

Ein gemeinsames Mittagessen und die anschliessende Betriebsbesichtigung von Zweifel Pomy-Chips bildeten den Abschluss einer gelungenen Veranstaltung.



Ehrenmitglied Karl Gschwend

Claudia Fricker-Feer beschrieb in ihrer Laudatio Karl Gschwend als eine vielfach interessierte, erfolgreiche und warmherzige Persönlichkeit und griff aus den vielen Gründen für die Ehrung vier wesentliche Punkte heraus: Seine naturwissenschaftliche Ausbildung begann Karl Gschwend an der ETH Zürich, wo er auch promovierte. In dieser Zeit beschäftigten ihn biotechnologische Prozesse, Reaktoren und im Speziellen die Kinetik. Doch da ihn schon immer Lebensmittel interessiert hätten, widmete er sich fast von Beginn seiner Berufskarriere der Lebensmittelproduktion, die ihn zunächst in den Bereich der Fermentertechnologie bei der Firma Giovanola Frères führte. Es folgte eine weitere Station in der Ostschweiz, wo er als Leiter Produktion und Technik der Firma Obipektin in Bischofszell tätig war. Seit 1998 ist Karl Gschwend Geschäftsführer der Hochdorf Nutritec AG. In dieser Funktion war er zuerst für die Produktion und Technik am Standort Hochdorf zuständig. 2003 kaufte Hochdorf einen Betrieb der Swiss Dairy Food, den Karl Gschwend ausbaute und weiterentwickelte. Ein weiterer beruflicher Erfolg ist der Bau der Sprühturmlinie 8, wobei der Sprühturm 3 t Wasserverdampfung pro Stunde hat. Seit der ersten Produktion im November 2009 stellte der Turm über 80 000 t Babynahrung und Milchpulver her, was mit zum Verdienst von Karl Gschwend zählt.

Anlässlich der 50-Jahr-Feier der SGLWT wählte der damalige Vorstand Karl Gschwend zum neuen Präsidenten. Dieses Amt führte er acht Jahre lang erfolgreich. Dank seiner Vernetzung und seinen guten Kommunikationsfähigkeiten hat er die SGLWT weiterentwickelt. Neben den regulären Generalversammlungen hat Karl Gschwend zwei grosse Tagungen mitorganisiert. Zudem hatte er für ein Jahr das Präsidium der Gesellschaft für Milchwissenschaft inne und organisierte im Jahr 2011 die Milchkonferenz in Bern. Für die Laudatorin ist die Auszeichnung von Karl Gschwend ein verdientes Zeichen seiner vielfältigen Leistungen während der letzten Jahrzehnte.

Ehrenmitglied Josef Arnold

Laudator Felix Escher kennt das neu ernannte Ehren­mitglied Josef Arnold seit vielen Jahren und weiss daher bestens um dessen Leistungen und Verdienste bescheid. Josef Arnold studierte in den Siebzigerjahren an der ETH Zürich in der Abteilung Landwirtschaft und schloss das Studium zuerst als dipl. Ing.-Agr. und dann als dipl. LM.-Ing. ab. Parallel zum Studium war Josef Arnold Teilzeitlehrer an der landwirtschaftlichen Berufsschule des Kantons Uri.

Seine berufliche Karriere begann in der Milchwirtschaft, indem Josef Arnold 16 Jahre bei Baer in zunehmend leitender Stellung arbeitete. Ergänzend zum ETH-Abschluss absolvierte das neue Ehrenmitglied eine Weiterausbildung zum Betriebsökonomen und zum MBA. Sein beruflicher Weg führte ihn auch kurz in die Backwarenindustrie, bevor er als Direktor der eben erst fusionierten Zuckerfabriken Aarberg und Frauenfeld eine heikle Aufgabe übernahm. Josef Arnold musste in der Praxis die Fusion realisieren, die andere zuvor auf dem Papier festlegten. Damit musste er ein zuvor staatlich kontrolliertes Unternehmen in eine privatwirtschaftliche Aktiengesellschaft ohne Subventionen in die heutige Schweizer Zucker AG (SZU) überführen. Für diese Aufgabe waren menschliche und fachliche Qualitäten sehr wichtig: So ist Josef Arnold ein Generalist mit hohem technischem Wissen und gleichzeitig ein erfahrener Unternehmer. Er verstand es, Mitarbeiter, Zulieferer, Technologen und Beamte unter einen Hut zu bringen. Josef Arnold war ein unternehmerischer Patron im positiven Sinn. Er konnte Mitarbeiter motivieren und sie in die Verantwortung einbinden. Nach dem geglückten Umbau der Firma durfte Josef Arnold vor drei Jahren seinem Nachfolger ein gesundes Unternehmen übergeben. Neben der Kerntätigkeit in der SZU hatte Josef Arnold noch viele zum Teil zeitaufwendige Mandate inne. So ist für den Laudator Felix Escher die Ernennung zum SGLWT-Ehrenmitglied eine wohlverdiente Ehrung der Leistungen und des «Standing» von Josef Arnold.