Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Getränke: Ausgabe 06/2014, 08.07.2014

Eine leckere Alternative zu Caffè Latte

Tee erfreut sich weltweit grosser Beliebtheit. Doch Tee ist nicht gleich Tee. In Indien zaubern Gewürze und Milch aus dem Getränk einen besonderen Genuss. Den Geschmack nach Tausendundeiner Nacht gibt es als Chai Latte auch in der Schweiz.

Tee hat nicht nur im asiatischen Raum eine lange Tradition, sondern auch bei uns. Einige europäische Länder haben sogar ihre eigene Teekultur entwickelt. Zu der wohl bekanntesten zählt die «Teatime» der Engländer. In Russland brühen Teeliebhaber ihr bevorzugtes Getränk in riesigen Samowaren, die als Semaver auch in der Türkei einen festen Platz bei der Teezeremonie haben. In den meisten Fällen ist Schwarztee das beliebte Getränk. So auch in In­dien, wo jedoch hinzugegebene Gewürze wie Zimt, Kardamom, Nelken und Anis aus dem Tee – oder indisch ausgedrückt «Chai» – etwas Besonderes machen. Mit Milch und Zucker verfeinert ist das indische Nationalgetränk Masala Chai dank amerikanischer Coffeeshops als Chai Latte auch in der westlichen Welt bekannt und beliebt. Seit Januar müssen Schweizer Fans für dieses Getränk aber nicht mehr in ein Kaffeehaus gehen, sondern können dies auch an Kiosken, im Detailhandel oder an der Tankstellen kaufen. Der Schweizer Milchverarbeiter Emmi hat den indischen Gewürztee Anfang des Jahres neu in sein umfangreiches Produktsortiment aufgenommen.

Keine Konkurrenz für Caffè Latte.

Für die Entwicklung neuer Produkte reisen Experten des Unternehmens in viele Länder und richten dort den Blick auf potenzielle Trends. So auch in Asien, wo Chai Latte schon lange beliebt ist. In Indien ist Tee in jeder Lebenslage und an nahezu jeder Stras­senecke zu kaufen. Sogenannte Chai wallahs bieten den Gewürztee an, wobei jeder sein eigenes Rezept hat. Sie geben eine kleine Besonderheit – ob nun eine kleine Prise Garam Masala, Ingwer oder ein anderes Gewürz – in ihre Mischung, um ihr Getränk einzigartig zu machen und ihre Kunden zu halten. Zudem haben viele indische Familien ihre eigene Gewürzmischung, sodass es keine feste Rezeptur für Chai Latte gibt. Der Schweizer Milchverarbeiter hat diesen Trend aufgenommen und damit sein Produktportfolio erweitert, wie Jörg Schäfer, Leiter Entwicklung bei Emmi, erklärt: «Wir haben festgestellt, dass das Getränk als Ergänzung noch gut zu unserer Caffè-Latte-Range passt und verwenden daher den gleichen Becher und den gleichen Deckel. Auch das Logo ist ähnlich aufgebaut nur das Becherdekor hat einen indischen Touch.»

Indischer Tee aus Ostermundigen.

Wie Caffè Latte produziert der Hersteller auch den Chai Latte in seinem Werk in Ostermundigen. Doch im Gegensatz zum Kaffee, den die Experten aus frisch gerösteten Bohnen selbst extrahieren, kauft der Betrieb das Schwarztee-Extrakt ein. «Bei Chai Latte wollten wir mit aufgebrühtem Tee und Gewürzaufgüssen arbeiten. So müssen wir keine Aromen zusetzen, da durch diese Methode die Duftstoffe des Tees und der Gewürzmischung sehr gut zur Geltung kommen. So haben wir mit einem Spezialisten den Schwarzteeaufguss und die Gewürzaufgüsse gemeinsam entwickelt und kaufen diese für die Produktion jetzt ein», so der Fachmann. Für die Fertigstellung mischen Mitarbeiter Teeaufguss und Gewürzaufguss mit Milch und Zucker, erhitzen das Gemisch und füllen es in Becher ab.

Geschmacksvielfalt.

Bisher bietet der Produzent die Geschmacksvarianten «Vanilla» und «Classic» an, doch schon Anfang nächsten Jahres soll es die dritte Variante geben, deren Geschmacksrichtung der Experte aber noch nicht verrät: «Wir wählen gerade mit unserem Marketing zusammen aus rund sieben verschiedenen Mischungen neue Geschmacksrichtungen aus. Mit Konsumententests finden wir dann die beliebteste Geschmacksvariante und erweitern damit unser Sortiment.» Für das Vanillearoma bildete die Rezeptur der Classic-Mischung die Grundlage. Doch das Rezept ist nicht nur mit Vanille ergänzt, die Entwickler haben auch die restlichen Zutaten aufeinander abgestimmt. Auch die neue Geschmacksrichtung entsteht auf die gleiche bewährte Weise.

Nachhaltige Produktion.

Wie beim Kaffe, legt der Schweizer Milchverarbeiter Wert auf nachhaltig produzierte Rohstoffe. So stammen die Kaffeebohnen von Bauern, die nach den Vorgaben der Rainforest Alliance arbeiten. Bis spätestens erstes Quartal 2015 soll es das auch für den Tee geben. «Wir haben bereits die ersten Teemuster nach Rainforest-Alliance-Qualität bekommen, sodass wir bis Ende des Jahres, spätestens Anfang nächsten Jahres zertifizierten Tee verwenden können», meint Schäfer.

Nicht nur für junge Frauen gedacht.

Bei der Produktentwicklung ist die spätere Zielgruppe noch ein wichtiger Faktor, der auch über den Geschmack entscheidet. Im Fall von Chai Latte sind es besonders junge Frauen, die den Gewürztee mögen. «Mittlerweile gehören aber auch Männer zu unseren Konsumenten. Der exotische Geschmack ist für die Herren sicherlich nicht gleich beim ersten Mal das grosse Erlebnis. Doch beim zweiten, dritten oder vierten Mal probieren kommen sie auf den Geschmack», so der Fachmann.

Auch wenn Kaffee in der Schweiz zu den beliebtesten Getränken zählt, kann der indische Gewürztee bald die oberen Ränge der Beliebtheitsskala anführen. Der Anfang dafür ist gemacht.


Weitere Informationen:
Emmi




Der Geschmack Indiens entsteht in Ostermundigen