Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Wissenschaft und Forschung: Ausgabe 07-08/2014, 11.08.2014

Innovative Produktideen

Die HAFL bietet im Rahmen des Studienmoduls «Produktentwicklung und ganzheitliche Verpackungslösungen» Studierenden die Chance, neue ess- und trinkbare Produkte eigenständig zu entwickeln. Die kreativen Ideen können sich sehen lassen und haben das Potenzial, auch in den Verkaufsregalen zu stehen.

Bereits zum fünften Mal veranstaltete Patrick Bürgisser, Dozent für Innovationsmanagement an der HAFL, das Modul «Produktentwicklung und ganzheitliche Verpackungslösungen». Die Studierenden standen dabei vor der Herausforderung, eine innovative Produktidee zu entwickeln und bis zur Marktreife zu realisieren. Den Abschluss des Moduls bildet die Me­dienkonferenz, an der die Teams den anwesenden Firmenvertretern ihre Produkte präsentieren. Die Studentengruppen setzten sich aus Vertretern der drei Vertiefungsrichtungen «Food Business», «Consumer Science & Marketing» sowie «Technologie» zusammen und haben dieses Jahr ein besonderes Glace, ein Vollkornbiscuit mit überraschendem Geschmack, ein Joghurt für Sportbegeisterte, ein Lutschbonbon mit erfrischender Wirkung und ein schokoladengefülltes Ringli entwickelt.

Vollkornbiscuit.

Dem Bio-Vollkorn-Apérogebäck haben die Studierenden mit marokkanischen Gewürzen den besonderen Geschmack gegeben. Die Gruppe wollte ein Produkt entwickeln, das sich vom herkömmlichen Apérogebäck unterscheidet, das laut ihrer Situationsanalyse oft viel Fett und wenig Ballaststoffe enthält. Daher sollte ihr Produkt zu einer gesunden Ernährung mit viel Genuss beitragen. Aus technologischer Sicht war es eine Herausforderung, ein hochwertiges Produkt mit der entsprechenden Menge an Ballaststoffen zu entwickeln. Zudem war es noch anspruchsvoll, die Haltbarkeit bei Zimmer­temperatur zu realisieren. Viele Stunden des Ausprobierens und Feilens führten letztlich zur gewünschten Rezeptur.

Studentengruppe: Melanie Dübendorfer, Petra Haueter, Isabel Kessi, Nathalie Meyer, Lukas Moser, Tabea Naef

Apéroglace.

Das pikante Tomaten-Basilikum-Glace war eine von mehr als fünfzig Produktideen. Die Studierenden orien­tierten sich bei der Produktentwicklung nicht an einem vorhandenen Bedürfniss, sondern gestalteten selber eines. Mit diesem Produkt betrat das Team Neuland, denn nach ihren Recherchen gibt es weder Konsum­statistiken noch Rezepturen. Doch gemäss der selbst durchgeführten Marktforschung ergab sich tatsächlich ein Bedürfnis nach dieser Produktinnovation. Da das Apéroglace kaum Ähnlichkeit mit süssen Eiskrems hat, war es für die Studierenden noch herausfordernd, neben dem optimalen Geschmack auch die Gefrierpunktabsenkungsfaktoren diverser Rohstoffe zu beeinflussen. Das Resultat der Versuche ist ein Glace, das aus einer Tomaten- und einer Basilikumphase besteht.

Studentengruppe: Nicole Benninger, Benoît Michel, Fanny Oberson, Samuel Python, Lidia Rossel, Kevin Vonlanthen

Lutschbonbon.

Ein Erfrischungsbonbon in Komprimatform war eine weitere Innovation. Das Team entwickelte das Bonbon mit der Geschmacksrichtung Melisse-Menthol, das sie im Komprimatverfahren herstellten. Da ihnen diese Technik aus dem Studium weniger bekannt war, bedeutet die Herstellung sowie die Beschaffung der notwendigen Zutaten ein besonderer Anreiz. Das technische Wissen bezog die Gruppe aus der Literatur und dem Sammeln eigener Erfahrung. Das Ergebnis der Bemühungen ist ein erfrischendes Lutschbonbon.

Studentengruppe: Sandra Fankhauser, Oliver Gaede, Aline Meier, Daniel Messerli, Katia Schweizer, Samuel Wyssenbach

Willisauer Ringli.

Traditionelles mit etwas Neuem zu verbinden, war die Idee der Studierenden, die das Willisauer Ringli mit einer Füllung aus Schokoladencrème optimierten. Die Herausforderung bestand in der Entwicklung der Füllung, die sich beim Backvorgang nicht mit dem Zucker verbindet oder aus dem Gebäck austritt. Zudem war das Backen in einem Haushaltsbackoffen schwierig, da dieser keine konstanten Temperaturen hält, sondern mit steigender und fallender Hitze arbeitet. Trotzdem war das Resultat geschmacklich und optisch ansprechend und ein schöner Erfolg für die vielen Versuche.

Studentengruppe: Simon Borer, Matteo Calcio-Gandino, Bendicht Keller, Bettina Raschein, Tatiana Schuler-Romanova,

Ur­sula Welti, Silvan Zemp

tenP.

Der proteinangereicherte Joghurt für Sportbegeisterte ist als eine Alternative zu Proteinshakes und -riegel entstanden. Die Studierenden hatten das Ziel, einen Joghurt mit 10 Prozent mehr Protein anzureichern, wobei die Textur cremig bleiben sollte. Durch die Optimierung des Herstellungsprozesses gelang es dem Team, die «Sandigkeit» zu eliminieren und eine angenehme Textur zu schaffen.

Studentengruppe: José Amado-Blanco, Louis Baeris­wyl, Marlène Bircher, Mirjam Gfeller, Raffaele Guelpa, Anita Hiller, Linda Ottiger



Bild 1: Bio-Vollkorn-Apérogebäck mit Dörrfrüchten und Kichererbsen. Bild 2: Apéroglace mit Basilikumsorbet und Tomateneis. Bild 3: Lutschbonbon mit Melisse-Menthol. Bild 4: 
Willisauer Ringli mit Schokoladencremefüllung. Bild 5: tenP, ein proteinangereichter Joghurt