Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Wissenschaft und Forschung: Ausgabe 07-08/2014, 11.08.2014

Swiss Food Trophy

Die von Swiss Food Research organisierte Auszeichnung «Swiss Food Trophy» – Ecotrophelia Schweiz bietet eine Plattform für künftige Produkt­entwickler, Ingenieure und Wissenschaftler, um neue Lebens­mittel zu entwickeln und einem Fachpublikum aus Wissenschaft und Industrie zu präsentieren.

Produktinnovationen sind der Motor in der Lebensmittelindustrie. Doch dieser Motor läuft nicht immer in den Unternehmen selbst. Auch Hochschulen haben das Potenzial, neue Produkte zu entwickeln und zur Marktreife zu führen. Der nationale Wettbewerb «Ecotrophelia Schweiz» bietet den Hochschulen die Gelegenheit, die Produktionnovationen ihrer Studierenden der Industrie zu präsentieren und künftige Zusammenarbeit zu erleichtern. Seit diesem Jahr gibt es nun zum ersten Mal den Swiss-Food-Trophy-Wettbewerb, der den Platz von Ecotrophelia Schweiz einnimmt.

Die Gründe für den Wettbewerbswechsel sind für Peter Braun, CEO von Swiss Food Research (SFR), vielfältig: «Ecotrophelia hat hohe Ansprüche hinsichtlich der ökologischen Seite eines Produkts und auch bei der Dokumentation. Die Studierenden müssen einen hohen Aufwand betreiben sowohl bei der Produktentwicklung selbst als auch dann später bei der Teilnahme am Wettbewerb. Sollte die Idee es nicht zur internationalen Ausscheidung von Ecotrophelia schaffen, geraten die Ideen in Vergessenheit, womit das Potenzial verloren ist. Für Swiss Food Research ist dieser Innovationsverlust jedoch nicht akzeptabel und man möchte, dass die wertvollen Ideen der Studierenden in der Industrie bekannt sind. Deshalb erweiterten wir Ecotrophelia Switzerland zur Schweizer Veranstaltung Swiss Food Trophy, die SFR trägt.»

Wie die Jahre zuvor auch, wählt eine Jury aus allen eingereichten Innovationen ein Produkt aus. Das Entwicklerteam vertritt dann die Schweiz bei der internationalen Ausscheidung von Ecotrophelia. Durch den neuen Schweizer Contest besteht jetzt jedoch die Chance der weiteren Vermarktung an die Industrie. Bisher haben die beiden Hochschulen HES-SO in Sion und die HAFL in Zollikofen teilgenommen. Doch für die Zukunft erwartet der CEO von Swiss Food Research auch Teilnahmen der anderen Hochschulen, wie etwa der ZHAW in Wädenswil und der ETH Zürich.

The winners are ...

Der Wettbewerb 2014 stand ganz im Zeichen der HAFL. Da aus Krankheitsgründen einer für den Preis verantwortlichen Dozentin an der HES-SO keine Produkt­innovationen in Sion zustande kamen, waren die Zollikofner dieses Mal ausser Konkurrenz. Doch die Ideen können sich sehen lassen. Von den fünf Innovationen haben drei die Jury (Peter Braun, SFR; René Baumann, Florin AG; Katrin Cavegn-Brunhart, Hilcona AG; Gesela Murer und Luca Casetti, beide HAFL) besonders beeindruckt:

  • Apéroglace: Das Produkt besteht aus einem Basilikum­sorbet und Tomateneis auf Butterbasis und stellt damit eine Neuheit auf dem Markt dar.
  • Sportjoghurt tenP: Das fettarme, proteinangereicherte Joghurt ist für Sportbegeisterte gedacht und ist eine Alter­native zu den bekannten Proteindrinks und -riegeln.
  • Vollkornbiscuit: Das Apérogebäck ist mit Dörrfrüchten und Kichererbsen gefüllt und erhält durch die marokkanische Würzmischung Ras el-Hanout seinen besonderen Geschmack.

Alle drei Gewinnerteams erhielten eine Prämie von 1000 CHF. «Wir legen grossen Wert darauf, dass es bei Swiss Food Trophy keinen 2. und 3. Platz gibt. Für uns sind die ausgewählten Produkte alle Gewinner. Doch an der internationalen Ausscheidung von Ecotrophelia kann nur ein Team die Schweiz vertreten, weshalb sich die Jury aus den prämierten Produkten für eines entscheiden musste. Die Wahl fiel auf das Apéroglace, das es so noch nicht auf dem Markt gibt», erklärt Braun. Die Begründung für die Wahl liegt in der Einzigartigkeit des Produkts. Bei Ecotrophelia standen in den letzten Jahren immer Produkte im Mittelpunkt, die es tatsächlich noch nicht gibt. Da bestehende Eiscremsorten bisher immer süss waren, stellt die salzig- pikante Variante eine Neuerung dar. Zudem empfand die Jury die Komposition von Tomaten und Basilikum sehr ansprechend und machte somit den Weg frei zur internationalen Ausscheidung, auch wenn die Technik hinter dem Produkt kein besonderes Know-how verlangt. So reisen im Herbst die Studierenden Nicole Benninger, Benoît Michel, Fanny Oberson, Samuel Python, Lidia Rossel, Kevin Vonlanthen zur SIAL nach Paris.


Weitere Informationen zu Swiss Food Trophy:
Swiss Food Research



Studierende der HAFL haben erfolgreich ihre Ideen zu marktreifen Produktinnovationen umgesetzt

Swiss Food Tech Day

Innovationen sind zentral für die nachhaltige Sicherung von Volkswirtschaften. Ideen profitabel in neue Produkte umzusetzen, bedarf gemeinsamer Anstrengungen von Unternehmen und Forschung. Das Beherrschen eines wirkungsvollen Innovationsmanagements ist zur Erfüllung dieser Anforderungen essenziell. Der Swiss Food Tech Day setzt Anreize zum Thema Innovation.

Datum: 14. Oktober 2014

Ort: HAFL Zollikofen, Bern

Programm:

10 bis 10.45 Uhr: Swiss Food Research — Innovationen für die Agro-Food-Branche

10.45 bis 11.30 Uhr: Innovationsgruppen – Was ist das?

11.30 bis 13 Uhr: Stehlunch und Möglichkeit zur Besichtigung der neuen Pilot-Halle der BFH-HAFL

13 bis 14 Uhr: Swiss Food Trophy – Präsentation von fünf innovativen Produktentwicklungen

14 bis 15 und 15.15 bis 16.30 Uhr: Proteine aus alternativen Quellen, von Pflanzen bis zu Insekten. Möglichkeiten und Chancen für die Agro-Food-Kette in der Schweiz. Aktuelles und Zukünftiges aus der Forschung — Vorträge von BFH-HAFL, ETH, HESSO, ZHAW

16.30 bis 18 Uhr: Verkostung der Swiss-Food-Trophy-Produkte und Apéro