Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Verfahrenstechnik: Ausgabe 09/2014, 09.09.2014

Spezialisten für feine Pulver: Hammermühlen

Sowohl die Lebensmittelindustrie als auch die Pharmabranche sind in vielen Bereichen auf feine Pulver angewiesen. Hammermühlen schaffen Partikelgrössen von 1 cm bis zu 30 µm und legen damit die Basis für viele Produkte.

Autor: Matthias Honisch Regional Sales Manager

Produkte wie Mehl, Backtriebmittel, Puderzucker, Milchpulver, Zimt oder Paprika haben trotz ihrer Unterschiedlichkeit eine Gemeinsamkeit: Als fein vermahlene Pulver sind sie wichtige Rohstoffe in vielen unterschiedlichen Lebensmitteln. Damit die Ausgangsprodukte wie Getreide, Zucker, Gemüse oder Gewürze aber als Pulver zur Verarbeitung bereitstehen, sind einige Arbeitsschritte nötig. So auch das Mahlen bis zur gewünschten Korngrösse. Als Spezialist im Bereich der Zerkleinerung von Rohstoffen hat Frewitt mit den Hammermühlen Präzisionsmaschinen entwickelt, die heute für Anwendungen insbesondere in der Lebensmittel- und pharmazeutischen Industrie auf breiter Basis zum Einsatz kommen.

Präziser Mahlprozess.

Hammermühlen sind in der Lage, Pulver zu einer Partikelgrösse von 1 cm bis zu 30 µm zu vermahlen. Der Aufprall auf den schnelldrehenden Rotor und die zwischen den Partikeln wirkenden Aufprallkräfte zerkleinern das Pulver auf die gewünschte Grösse. Dabei kalibriert ein Sieb das Produkt in der Mahlkammer, woraus ein feines Pulver mit optimaler Partikelverteilung und grosser Oberfläche resultiert.

Die Hammermühlengeneration umfasst die drei Modelle HammerWitt-3/6 für einen Durchsatz von bis zu 1,5 Tonnen pro Stunde und die HammerWitt-15 mit einer Kapazität von bis zu 4 Tonnen pro Stunde. Für sämtliche mit dem zu verarbeitenden Produkt in Berührung kommenden Teile finden hochwertiger, rostfreier Edelstahl beziehungsweise Dichtungen aus FDA-konformem Kunststoff Verwendung, womit die Mühle den Kriterien in Pharma-, Chemie- und Lebensmittelanwendungen vollumfänglich entspricht.

Dank dem dichten und geschlossenen Konzepts und den damit einhergehenden kontaminationsfreien Prozessen erfüllen die Hammermühlen die hohen Anforderungen der Pharmaindustrie.

Druckstossfest bis 10 bar.

Neben den GMP-Richtlinien entsprechen die Hammermühlen ebenso den ATEX-Vorschriften für den Explosionsschutz. Sie sind gemäss den seit dem 1. Juli 2003 für den gesamten EU-Raum gültigen ATEX-94/9/EG-Bestimmungen zertifiziert. Mit einer Druckstossfestigkeit von 10 bar bleibt die Arbeits- und Produktionsumgebung bei der Hammermühle vor Explosionen vollständig geschützt. Die Zellradschleusen verhindern einen Flammendurchschlag im Brandfall wirksam. Damit ist das Gerät auch für explosionsgefährdete Produkte, wie sie die Lebensmittelindustrie oft verarbeitet, das geeignete System.

Bedienkomfort ist Produktivitätsfaktor.

Bei der Konzeption der Hammermühlen steht die Verwendung hochwertiger Werkstoffe ebenso im Mittelpunkt wie das bedienerfreundliche, kompakte Design und die Modularität. Sowohl Sieb als auch Rotor lassen sich mit wenigen Handgriffen aus der Mahlkammer entfernen. Einerseits ist damit der Mahlprozess in kurzer Zeit von der Schnitt- (Messer) auf die Schlagseite (Hammer) umgestellt, andererseits lässt sich die Reinigung des Systems erheblich erleichtern und beschleunigen. Zusätzliche Unterstützung findet der Bediener bei der Wartung durch die einseitige Lagerung des Rotors. Diese konstruktive Massnahme verhindert ausserdem eine zu hohe Erwärmung während des Mahlprozesses.

Das mit Luft oder Stickstoff gespülte Lagergehäuse erlaubt auch die Verarbeitung hochempfindlicher Produkte.

Interesse im Lebensmittelbereich.

Strenge Vorschriften, nach denen Unternehmen etwa in der pharmazeutischen Industrie arbeiten, haben zunehmend auch in der Lebensmittelherstellung Gültigkeit. Der Produzent hat die Hammermühlen grundsätzlich für den anspruchsvollen Pharma- und Feinchemiebereich konzipiert. Deshalb stossen sie auch bei Lebensmittelproduzenten auf ein immer stärkeres Interesse. Vielfach sind im Anforderungskatalog unter anderem die Erhöhung der Schüttdichte zugunsten einer rationellen Logistik und reduzierter Transportkosten sowie die verbesserte Löslichkeit aufgeführt.

Erhöhte Schüttdichte.

In einem konkreten Anwendungsfall erwies sich die HammerWitt-15 mit einer Steigerung des spezifischen Gewichts um 48 Prozent (von 0,27 km/l auf 0,4 km/l) als besonders effizient. Zur Verarbeitung kamen ein Milchpulver und ein Protein. Mit einer Dosiereinheit mit 250 mm Durchmesser lässt sich bei der Laktose ein Durchsatz von 4,5 t/h erzielen, während dessen die Leistung beim Protein bei 2 t/h liegt. Es kommt ein Sieb mit 0,6 mm Maschenweite zum Einsatz. Der Rotor dreht bei einer Leistung von 15 kW mit 4600 U/min, wobei die Erwärmung des Produkts lediglich 8 °C beträgt.

Drei Mühlentypen im Angebot.

Der Hersteller führt eine breite Auswahl an Mahl- und Siebsystemen im Angebot. Die drei wichtigsten Linien sind die oszillierenden Siebmühlen, die konischen Siebmühlen, Rotations-Siebmühlen sowie die Hammermühlen. Dieses breit gefächerte Portfolio bildet die starke Grundlage für die Ausarbeitung anwenderspezifischer Lösungen, die praktisch jedem Bedürfnis gerecht werden. In einem grösseren Rahmen stellt der Produzent zudem seine umfassenden Erfahrungen im Engineering gesamtheitlicher Produktionsanlagen vom Zuführen des Rohprodukts über das Mahlen bis hin zum Abfüllen in die Endgebinde – auch unter Reinraumbedingungen – zur Verfügung.

Halle 1, Stand 442



Weitere Informationen:
FREWITT SA




Hammermühlen können mit ihrem Mahlverfahren Pulver zu einer Partikelgrösse von 1 cm bis zu 30 µm zerkleinern


Druckstossfeste Hammermühle mit geöffnetem Mahlkopf zwischen zwei Zellradschleusen