Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Hygiene: Ausgabe 01-02/2015, 10.02.2015

Behälterreinigung leicht gemacht

Tanks und andere Behälter stellen an die Reinigung besondere Ansprüche. Um jeden Winkel von Verunreinigungen zu befreien, gibt es für jeden Fall die passende Technik. Ob Hoch- oder Niederdruckgeräte sinnvoll sind, entscheidet die Anwendung.

Moderne Technik ist in vielen Bereichen der Lebensmittelindustrie mittlerweile absoluter Standard. Sie sorgt nicht nur für eine sichere Produktion, Verpackung, Lagerung und einen schnellen Transport. Innovative Systeme gewährleisten auch eine optimale Reinigung bei reduziertem Wasser- und oft auch Chemikalienverbrauch. Speziell für die Reinigung von Tanks und Behältern haben sich Hoch- und Niederdruckreinigungsgeräte etabliert. Welches Verfahren das optimale ist, hängt von der jeweiligen Anwendung ab. Experten von MOOG Cleaning Systems wissen, worauf es ankommt, und haben für jeden Fall die passende Technik.

Mit Hochdruck

arbeiten Unternehmen am besten dann, wenn sie verkrustete, klebrige Verschmutzungen schnell und sicher beseitigen wollen. «Ein Paradebeispiel dafür ist die Schokoladenindustrie», wie Riccardo Decker, Geschäftsführer von MOOG Cleaning Systems erklärt: «Ein Tank in dem Hersteller flüssige Schokolade für die Produktion vorhalten, lässt sich mit viel heissem Wasser und niedrigem Druck durchaus ausschwemmen, aber der Zyklus für eine Wäsche bei Niederdruck ist massiv länger. In solchen Fällen sind orbitale Reinigungsköpfe im Hochdruckbereich entschieden im Vorteil und sowohl für offene als auch geschlossene Prozesse geeignet.» Die Vorteile der Hochdruckreinigung liegen im geringen Wasserverbrauch. «Wir stecken zwar Energie in die Reinigung, brauchen aber wenig Wasser und erreichen trotzdem eine extrem hohe Wirkung durch den Aufprall. Die kinetische Energie des Wasserstrahls reinigt die Oberflächen und das zum Teil ganz ohne Reinigungsmittel», so der Experte.

Für ein optimales Reinigungsergebnis müssen Fachleute die ideale Position im Tank suchen und den dreidimensionalen rotierenden Sprühkopf dann in diese Position bringen. Die Reinigungsdauer eines Zyklus kann zwischen zwei und fünf Minuten dauern. Erst nach dieser Zeit ist jeder Punkt im Tank beziehungsweise Behälter getroffen und die Oberfläche engmaschig gereinigt. Nach Ablauf eines Zyklus können Fachkräfte die Lage des Reinigungskopfs verändern. Ist der Tank sehr lang, sind zwei oder drei weitere Positionen nötig. Ist zudem ein Rührwerk integriert, darf es zu keiner Schattenwirkung kommen. Deshalb setzen Experten bei grossen Tanks zwei oder drei Sprühköpfe gleichzeitig ein. So vermeiden sie Schattenwirkungen durch Hindernisse, wie beispielsweise Rührwerke oder Heizelemente, und erreichen zudem die Selbstreinigung der Köpfe.

Verschiedene Antriebstechniken

bieten umfangreiche Einsatzgebiete. «Der Elektroantrieb ist mit Abstand der am meisten eingesetzte und kostengünstigste Antrieb», so der Geschäftsführer. Für Behälterinnenreiniger der Serie E ist der Elektromotor in der Regel ausserhalb des Tanks angebracht. Mit unterschiedlichen Spritzköpfen, einer konstanten Rotationsgeschwindigkeit und langlebigen Dichtungen bietet die E-Serie vielfältige Einsatzbereiche. Jedoch ist der Elektroantrieb nicht ATEX-zertifiziert.

Für die Nutzung in ATEX-Bereichen eignen sich auch die Behälterinnenreiniger der A-Serie. Der Spritzkopf hat einen Druckluftmotor, den häufig die chemische Industrie bevorzugt. Durch den Wegfall des elektrischen Antriebs steigt die Arbeitssicherheit. Während sich bei der E-Serie die Rotationsgeschwindigkeit am besten variieren lässt, ist die Rotationsgeschwindigkeit bei der A-Serie nur sehr beschränkt. «Jedoch ist dieser Antrieb sehr laut und kommt kaum im gewerblichen oder industriellen Bereich zum Einsatz», wie der Fachmann sagt.

Die Modelle der Serie H (Hydro) sind ATEX-befreit und eignen sich für Reinigungsaufgaben, bei denen Anwender als Antrieb des Spritzkopfs die Kraft des Wassers beziehungsweise Reinigungsmediums nutzen. Der wasserhydraulische Antrieb bietet eine hohe Arbeitssicherheit und variierbare Rotationsgeschwindigkeiten. Auch hier hat der Schweizer Hersteller langlebige Dichtungen eingebaut und wasserführende Teile in rostfreiem Stahl und PEEK-Kunststoff (Polyetheretherketon) gehalten. Der Antrieb muss nicht zwangsläufig ausser­halb des Behälters angebracht sein, sondern kann sich auch im Inneren befinden, «das ist ein grosser Vorteil, den viele Produzenten schätzen», erklärt Decker. So lässt sich der Antrieb an einer Seilhaspel im Tank in verschiedene Positionen fahren, was beispielsweise bei hohen schlanken Tanks wie in der Weintankreinigung vorteilhaft ist.

Arbeiten im Niederdruckbereich.

Auch wenn Hochdruckgeräte ressourcenschonend arbeiten, sind diese nicht für jede Anwendung geeignet. Das Prinzip des Niederdrucks ist, mit fliessendem Wasser entlang der Wände zu reinigen. Auf die Dauer lassen sich Verunreinigungen durch die Scherwirkung in Zusammenhang mit Chemie lösen und abschwemmen. Wie bei den Geräten im Hochdruckbereich gibt es auch bei den Niederdruckgeräten verschiedene Serien.

Die Serie LPS besteht aus statischen Sprühkugeln, die Unternehmen üblicherweise im CIP-Bereich einsetzen.

Die Geräte der LPR-Serie sind rotierende Sprühsysteme. Diese weisen eine kompakte Bauweise auf, sind sehr temperaturbeständig und erzeugen eine grosse Aufprallkraft des Mediums durch die langsame Rotation. Die Sprühkugeln haben ein Lochbild oder erzeugen einen Film, den sie an die Behälterwand werfen. Durch die Rotation um eine Achse lässt sich zwar keine grosse Reichweite erreichen, aber eine gezielte 360° Reinigung.

Die Serien LPS und LPR sind in ein bestehendes CIP-System integrierbar. Dabei reinigen Anwender nicht nur den Behälter oder Tank, sondern auch das komplette Rohrleitungsnetz.

Die 3D-Strahlreinigung der LPO-Serie ist für Anwendungen in der Getränke- und Nahrungsmittelindustrie als auch in der Milchproduktion optimal. Diese Niederdruckgeräte arbeiten mit zwei Drehachsen und reinigen damit in einem reproduzierbaren, immer gleichen geometrischen Gitternetz. Die Geräte sind mit Wasserkraft betrieben und garantieren eine sichere Reinigung.

Schulung inbegriffen.

Auch wenn die Hoch- und Niederdruckgeräte automatisch arbeiten, erhalten Mitarbeiter eine fachgerechte Einweisung und Schulung. «Bei jeder Anlage, die wir ausliefern, gehört zur Installation immer eine Einweisung im Umgang und der Wartung dazu. Vor allem beim Hochdruck gibt es Dichtungen, die Anwender warten und wieder ordnungsgerecht einsetzen müssen. Das erfordert ein gewisses Know-how, das wir durch Schulungen vermitteln», betont der Geschäftsführer.


Weitere Informationen:
Peter Moog und Cie AG
www.moog.ch




Hochdruckreinigungsgeräte brauchen keine Reinigungsmittel. Die Reinigungskraft entsteht durch den extrem hohen Aufprall des Wasserstrahls


Die statische Sprühkugel der LPS-Serie setzen Unternehmen im CIP-Bereich ein


Im Niederdruckbereich findet der Retraktor in hygienesensiblen Bereichen Verwendung und kann verschiedene Positionen haben