Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Wissenschaft und Forschung: Ausgabe 01-02/2015, 10.02.2015

Vielfältiges Angebot aus Forschung und Lehre

Qualitativ hochwertige Lebensmittel und Getränke brauchen qualifizierte Fachleute zur Entwicklung, Herstellung und Vermarktung. Das Institut für Lebensmittel- und Getränkeinnovation, ILGI, am Departement Life Sciences und Facility Management der ZHAW nimmt sich seit vielen Jahren erfolgreich der Ausbildung künftiger Fach- und Führungskräfte an.

Autor: Prof. Dr. Corinne Gantenbein-Demarchi, Leiterin Zentrum für Lebensmittel- und Ernährungsforschung am ILGI

Das Institut für Lebensmittel- und Getränkeinnovation, ILGI, am Departement Life Sciences und Facility Management der ZHAW ist eines der führenden Kompetenzzentren in der Schweiz im Bereich der Lebensmittelwissenschaften. Das ILGI pflegt eine projektgebundene, interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den anderen Instituten des Departements, der ZHAW und mit vielen Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen sowie Netzwerk- und Wirtschaftspartnern in der Schweiz und im Ausland.

Forschung und Lehre.

Die über 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts arbeiten anwendungsorientiert und wissenschaftlich in Lehre, Forschung, Weiterbildung, Dienstleistung und Beratung und erfüllen damit den gesamten erweiterten Leistungsauftrag der Fachhochschulen. Eine optimale Infrastruktur (moderne Labors, Versuchs- und Produktionsanlagen, Geräte und Ausrüstungen auf aktuellem Stand der Technik) gewährleistet ein hohes Ausbildungsniveau und die kompetente Bearbeitung von anwendungsorientierten Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Besonderes Gewicht legt das ILGI neben der Fach- und Methodenkompetenz auf die Förderung der Sozial- und Selbstkompetenzen der Studierenden als Grundlage für deren Erfolg in Studium und Beruf. Absolventinnen und Absolventen sowohl des Bachelor- wie auch des Master-Studiengangs sind dadurch nach dem Studium arbeitsmarktfähig – auch in einem internationalen und interkulturellen Umfeld – und werden seitens der Branche stark nachgefragt.

ILGI Leitsatz:

«Genussvolle, gesunde, sichere und nachhaltige Lebensmittel vom Rohstoff bis zum Konsumenten» – dies ist der Leitsatz, nach dem Berufsfachleute durch die ILGI-Mitarbeitenden aus- und weitergebildet werden und an dem sich die Forschungsprojekte orientieren. Systemorientierte, technologische und analytische Kompetenz, Praxisnähe und Transdisziplinarität sowie bedürfnisorientierter Einsatz des gesamten «ILGI-Wissens» für Studierende und Auftraggeber sind die Garanten für den Erfolg des Instituts.

Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse über die Bedürfnisse der Konsumenten an zeitgemäss, gesund, sicher, genussvoll und nachhaltig produzierte Lebensmittel sind in die Leistungsaufträge integriert. Um der Komplexität einer nachhaltigen Entwicklung im Ernährungssektor Rechnung zu tragen, beziehen Dozentinnen und Dozenten die gesamte Wertschöpfungskette vom Rohstoff bis zum Konsumenten in den vier Dimensionen Umwelt, Soziales, Gesellschaft und Gesundheit in die Betrachtungen mit ein.

Studieren am ILGI.

Der anwendungsorien­tierte Bachelor-Studien­gang mit technologischer Orientierung und grossem Anteil an praktischer Ausbildung in Labors/Pilot-Plants ist darauf ausgerichtet, dem Markt dringend benötigte Fachkräfte zur Verfügung zu stellen. Der Life Science Master-Studien­gang mit Vertiefung «Food- and Beverage-Innovation» erweitert das Portfolio auf ideale Weise. Basierend auf Disziplinwissen vertiefen die Studierenden in interdisziplinären Projektarbeiten Gelerntes, und erhalten so das nötige Rüstzeug, um im Berufsleben erfolgreich zu bestehen. Dank aktueller technischer und didak­tischer Methoden im Unterricht fördern die Lehrpersonen eine zukunftsfähige Lehr- und Lernkultur. Durch den Einbezug der Studierenden in die Forschungsaktivitäten des ILGI erhalten diese laufend neue Impulse aus aktuellen Aufgaben aus der Praxis der Lebensmittelwirtschaft.

Die Schwerpunkte im Bachelor-Studiengang Lebensmitteltechnologie liegen in der Herstellung und Evaluation von Nahrungsmitteln sowie dem Prozess- und Qualitätsmanagement. Der Bachelor-Studiengang kombiniert Naturwissenschaften mit lebensmittelspezifischen, ernährungsphysiologischen, technischen, ökologischen und betriebswirtschaftlichen Inhalten. Mit den drei Vertiefungen Lebensmitteltechnologie, Getränketechnologie beziehungsweise Ernährung lassen sich die verschiedenen Interessen und Neigungen der Studierenden abdecken.

Im konsekutiven Master-Studiengang, einem Kooperationsangebot vierer Schweizer Fachhochschulen, können Studierende im gemeinsamen Unterricht (in den englisch unterrichteten Modulen der «Entrepreneurial Skills» und «Advanced Life Science Skills») mit Nachwuchsfachleuten von anderer Hochschulen ein wertvolles Netzwerk aufbauen. Die fachliche Vertiefung «Food- and Beverage-Innovation» findet am ILGI statt. Sie vermittelt in 4 Modulen gezielt Kompetenzen der strategischen und operativen Innovationssteuerung, Consumer Science, Produktions- und Logistikplanung, Produkt- und Prozessdesign sowie aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse der internationalen Ernährungspolitik. Die Master-Thesis als Kernstück des Master-Studiums führen die Studierenden in einer Forschungsgruppe in Wädenswil oder extern in einer Firma durch.

Weiterbildung am ILGI.

Gemäss den ZHAW-Leitideen «lebenslanges Lernen und Persönlichkeitsbildung» erlaubt das innovative Weiterbildungsangebot des ILGI, zum Beispiel CAS Lebensmittelrecht, CAS Sensorik oder das Kooperationsprodukt «Excellence in Food», Teilnehmenden eine kontinuierliche Weiterentwicklung und unterstützt die Wirtschaft in der Qualifizierung ihrer Mitarbeitenden.

Die jährlichen Wädenswiler Lebensmitteltagungen bieten mit ihren aktuellen Themen eine weitere ideale Möglichkeit der Weiterbildung. Die Lebensmittelrechtstagung nimmt eine herausragende Stellung in der Schweiz als Plattform für nationales und internationales Lebensmittelrecht ein – sie findet am 21. Mai 2015 zum 10. Mal statt.

Strategische Forschungsschwerpunkte.

Das ILGI kann auf mehr als 20 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit mit der schweizerischen Lebensmittelwirtschaft sowie Behörden, Ämtern und Forschungsinstitutionen zurückblicken und hat sich in allen Leistungsaufträgen einen Spitzenplatz in der schweizerischen Fachhochschullandschaft erarbeitet.

Mit seinen langjährigen Erfahrungen in den Bereichen der Lebensmittel- und Getränketechnologie sowie der Aromaforschung gepaart mit dem konsequenten Ausbau seiner Kompetenzen in den Gebieten der Mikrobiologie, Sensorik, Bäckereitechnologie, QM/Lebensmittelrecht und Ernährung/Consumer Science hat es sich zu einem der führenden Anbieter in Bildung und Forschung entwickelt. Die jüngsten Entwicklungen der stetigen Kompetenzerweiterung zeigen sich in der Erweiterung oder Neubildung von Fachstellen in den Forschungsbereichen Verpackungstechnologie, Inhaltsstoffanalytik beziehungsweise Nachhaltigkeit und Energie.

Vier Forschungsschwerpunkte.

Konsumentenbedürfnisse: Erhebung von sensorischen Präferenzen und Ernährungsmustern bei Konsumenten vor dem Hintergrund demografischer Veränderungen, Ableitung des Bedarfs und Entwicklung zielgruppenorientierter Ernährungskonzepte.

Komposition: Entwicklung und Optimierung von Prozessen und Produkten mit dem Ziel, wertbestimmende Inhaltsstoffe zu extrahieren, zu generieren oder zu steigern, und sie vor Zerstörung durch biotische und/oder abiotische Einflüsse zu bewahren.

Haltbarkeit und Sicherheit: Entwicklung und Optimierung von Methoden zur Verbesserung der Haltbarkeit und Gewährleistung der Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln durch neue oder optimierte Verarbeitungs- und Verpackungstechnologien oder neue Strategien zur Qualitätssicherung von Lebensmitteln.

Verfügbarkeit und Nachhaltigkeit: Analyse und Entwicklung von logistischen Prozessen (Prozessdesign, Kapazitätsplanung) «from farm to fork» mittels Prozesssimulationen zur Gewährleistung der Rückverfolgbarkeit und der zielorientierten und energieeffizienten Produkt- und Prozessplanung.

Infrastruktur.

Das Institut verfügt über Technika und Pilot-Plant-Anlagen im Bereich Lebensmitteltechnologie/ Verfahrenstechnik, Verpackungs-, Bäckerei-, Getränke-, Schokoladen-, Extraktions- und Dekantertechnologie sowie im Bereich der grundlegenden Prozesse bei der Verarbeitung und Herstellung von Lebensmitteln.

Die umfassende Analytik von Lebensmittelproben entlang der gesamten Wertschöpfungskette erfolgt in Laboreinrich-tungen, die nach dem aktuellen Stand der Technik eingerichtet sind. Dies umfasst die Bereiche der Mikro- und Molekularbiologie (Sicherheitslabor der Stufe 2), Aroma- und Inhaltsstoffanalytik, physikalischen Analytik und Sensorik. Für Erhebungen im Bereich der Ernährung steht eine sogenannte Metabolic Unit (praxisähnlicher Raum für Probandenuntersuchungen) zur Verfügung.


Weitere Informationen:
Institut für Lebensmittel- und Getränkeinnovation, ILGI
http://lsfm.zhaw.ch

Dieser Beitrag ist der erste einer Serie, der die Forschungsgruppen am Institut für Lebensmittel- und Getränkeinnovation, ILGI, der ZHAW in Wädenswil vorstellt.



Arbeiten im Technikum bereiten die Studierenden auf die Praxis vor


Der Umgang mit Schimmel, Hefen und Bakterien will gelernt sein