Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Messtechnik: Ausgabe 10/2015, 05.10.2015

Gut überwacht ist halb gewonnen

Die Sicherheit von Lebensmitteln hängt von vielen Faktoren ab. So zum Beispiel von den Umgebungsbedingungen während der Produktion, Lagerung oder Reifung. Moderne Messtechnik sorgt dafür, dass Temperatur und Luftfeuchtigkeit immer im optimalen Bereich bleiben.

Autor: Redaktion

Bilder: ROTRONIC AG

Ein angenehmes Raumklima, optimale Bedingungen in Reifelagern, exakte Temperaturen während Trocknungsprozessen, temperiertes Klima in Produk-tion und während des Transports sind Parameter, die Messtechnikgeräte stetig überwachen. Gleichgültig, ob es sich bei den Messdaten um Feuchte, Temperatur, Wasseraktivität, Taupunkt, CO2 oder Differenzdruck handelt – für jede Anwendung gibt es das passende Gerät. Der Schweizer Spezialist für Messtechnik, Rotronic in Bassersdorf, blickt während seines nunmehr 50-jährigen Bestehens in seinem Bereich Measurement Solutions auf eine 48-jährige Erfolgsgeschichte zurück und hat in dieser Zeit viele Innovationen auf den Markt gebracht.

Feuchte- und Temperaturfühler.

So zum Beispiel den selbstentwickelten Hygroclip. Der Fühler ist mit dem innovativen Airchip ausgestattet, der unter anderem durch einen Abgleich- und Justierprozess überzeugt. Der Airchip kann Temperatur und Feuchte an 30 000 Referenzpunkten kompensieren, 2000 Datensätze speichern und den aktuellen Taupunkt berechnen. Zudem kann der Fühler «denken», denn er führt regelmässig eine Selbstdiagnose durch, erfasst den Sensorzustand und gibt, wenn nötig, Alarm. Der Hygroclip 2 gewährt eine hohe Reproduzierbarkeit und eine garantierte Systemgenauigkeit von <0,8 % rF und 0,1 K. Der Fühler ist in verschiedenen Bauformen lieferbar und eignet sich als einfacher Aufsteckfühler für Handmessgeräte ebenso wie für Datenlogger und hochentwickelter Kabelfühler für Hochtemperatur- und andere Spezialanwendungen. Damit zählt der Fühler zu den führenden Feuchtesensoren. «Wir verbauen den Fühler nicht nur in unseren eigenen Messgeräten, sondern verkaufen ihn auch an Drittfirmen, die ihn in verschiedenen Produkten integrieren», erklärt Gary Gähwiler, Geschäftsführer Measurement Solutions bei Rotronic.

Einsatzbereiche.

Die Messfühler sind elementarer Bestandteil von Messumformern – auch Transmitter genannt. Diese sind vor allem für Mess-, Steuer- und Regeltechnik wichtig, da sie die gemessenen Temperatur- und Feuchtigkeitswerte in elektrische Signale umwandeln und damit aktiv zur Regulierung von Feuchtigkeit und Temperatur beitragen. Beispielsweise sind diese Transmitter in der Lebensmittelindustrie gefragte Geräte. Sie kontrollieren und regulieren die Umgebungsbedingungen in Reifekellern und Lagerräumen, was für die Qualität der Produkte wesentlich ist.

Exakte Werte.

Damit die gemessenen Werte auch den tatsächlichen Konzentrationen entsprechen, ist eine regelmässige Kalibrierung nötig. Dazu können Unternehmen entweder die zu kalibrierenden Fühler an den Messtechnikspezialisten schicken, ein Kalibriermobil vor Ort kommen lassen oder es mit dem entsprechenden Gerät selber vornehmen. Mit dem HygroGen2 bringt der Hersteller das Kalibrierungslabor zum Kunden. Der Generator zur Kalibrierung von Feuchte und Temperatur erlaubt eine einfache, flexible Kalibrierung. Die zu kalibrierenden Fühler lassen sich schnell wieder in den Betriebsprozess integrieren, wodurch sich die Anschaffungskosten in Kürze amortisieren. Eine «Touchscreen-Bedienung» sorgt für Echtzeit-Sollwert-Anpassungen und die Anzeige von tatsächlichen Bedingungen in einem nummerischen wie auch grafischen Format.

Die etwas andere Luftüberwachung.

Zu den Standardparametern wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Taupunkt kam in den letzten Jahren noch eine weitere Messgrösse dazu. Die Überwachung des CO2-Gehalts ist vor allem für geschlossene Räume gedacht, in denen sich das Kohlendioxid anreichern kann. Neben Gemeinschaftsräumen wie etwa Besprechungszimmer oder Büroräume, handelt es sich in der Lebensmittelindustrie vor allem um Lager- beziehungsweise Reifungsräume oder Produktionsstätten, in denen viel CO2 entsteht. In diesem Zusammenhang rücken besonders Gärräume oder Silos in den Mittelpunkt, in denen sich, etwa durch die Reifung von Wein, Kohlendioxid anreichert. Da das Gas geruch- und farblos ist, kann es für Menschen ab einer gewissen Konzentration gefährlich – in extremen Situationen sogar tödlich – sein. Mit der CF-Serie bietet der Hersteller verschiedene Transmitter an, die sich in Lüftungskanälen und Klimazonen installieren lassen. Bei zu hohen Konzentrationen regeln diese Geräte die Lüftung entweder automatisch oder geben Licht- und Tonsignale als Warnung ab. Dadurch bleibt der Kohlendioxidgehalt durch eine passgenaue Lüftung konstant. Für den Einsatz in industriell genutzten Räumen sind die Geräte IP 54-geschützt. Dennoch sollten Anwender bei der Platzierung da-rauf achten, dass das Gerät nicht betaut, da es sich um einen optischen Sensor handelt.

Egal ob Lebensmittelbetriebe nun Temperaturen, Luftfeuchtigkeit, Taupunkt oder den Kohlendioxidgehalt kontrollieren wollen – die Spezialisten aus Bassersdorf wissen worauf es ankommt und können gemeinsam mit dem Kunden die passende Lösung entwickeln.



Weitere Informationen:
Rotronic AG
www.rotronic.ch



Messtechnik hält die Temperatur während der Pasta-trocknung auf den Punkt genau


Für die optimale Käsereifung kommt es auf
Temperatur und Luftfeuchtigkeit an


Im Messumformer ist ein intelligenter Fühler integriert, der mitdenkt und
regelmässig Selbstdiagnosen
durchführt