Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Verpacken: Ausgabe 11/2015, 03.11.2015

Auf der Jagd nach Aufmerksamkeit

Vor den Regalen der Einzelhändler findet täglich ein unbemerkter Kampf statt – ein Kampf um die Aufmerksamkeit der Verbraucher. Bei der Kaufentscheidung spielt nicht nur die Werbung eine Rolle, sondern oftmals auch die Verpackung und das Etikett.

Autor: Redaktion

Bilder: LÄSER AG

Wer am Point of Sale (POS) sein Produkt aus der Masse heraus heben möchte, muss sich etwas einfallen lassen. Eine ungewöhnliche Verpackung, eine besondere Form und vor allem ein aussergewöhnliches Etikett, sind Eye-catcher, die die Aufmerksamkeit der Konsumenten auf sich lenken. Damit sind Etiketten nicht mehr nur Informationsträger, sondern haben verschiedene Aufgaben: sie sind Marketinginstrumente, die Aufmerksamkeit erregen, Vertrauen bilden und Produkteigenschaften kommunizieren sollen.

Veredelte Etiketten.

Um diese Aufgaben erfüllen zu können, sind veredelte Etiketten  nötig.  «Je  nach  dem  wie  ein Unternehmen das Produkt positionieren will, ob im günstigen, teuren oder gar Luxuspreissegment, müssen die Etiketten entsprechend abgehoben und veredelt sein», erklärt Erich Lerch, Verkaufsleiter bei Läser. Dazu stehen verschiedene Verfahren zur Auswahl.

So eignen sich zum Beispiel Lackierungen zum Setzen von optischen Highlights. Glanz- und Mattlack, «spielen» mit dem Licht, Drip-off beziehungsweise Spotlackierungen erzeugen ein Wechselspiel zwischen matt und Glanz, und Irodinlacke lassen Verpackungen glänzen und schimmern. Solche Lichteffekte eignen sich optimal für Etiketten, die Weinflaschen – buchstäblich – verzieren. Sie können besonders bei Konsumten eine Kaufentscheidung beeinflussen, wenn diese keine echten Weinkenner sind.

Thermolacke erzeugen weniger Lichteffekte. Sie reagieren viel mehr auf Temperaturen, zum Beispiel im Kühlschrank, und können Indikatoren für die Einhaltung der Kühlkette sein. Mit Relieflackierungen können Unternehmen Schriftzüge und weitere Motive dreidimensional hervorheben. «Was im Moment recht aktuell ist, sind Etiketten mit Soft-Touch-Lack. Je nach Lack lässt sich damit ein samtiges, gummiartiges oder auch weiches Gefühl erzeugen», so der Fachmann.

Neben den verschiedenen Lackierungen stehen noch der Kaltfolientransfer und die Heissfolienprägung zur Verfügung. Mit dem Kaltfolientransfer entstehen keine Initialkosten, was sich positiv auf den Preis auswirkt. Zudem lassen sich mit dem metallischen Effekt feine Linien, Schriften sowie Raster abbilden. Mit Heissfolienprägung steht eine grosse Farbpalette zur Auswahl und Unternehmen können damit auch Hologramme auf dem Etikett erzeugen. «Trotz der Veredelungsvielfalt konkurrenzieren sich die Methoden nicht, denn jedes Verfahren hat seine Berechtigung. Zudem weist jedes System seine Vor- und Nachteile auf. Um das richtige Verfahren zu wählen, beraten wir unsere Kunden gerne. Gemeinsam entwickeln wir für jedes Produkt das passende Etikett», so der Verkaufsleiter.

Figurbetont.

Doch nicht nur Etiketten ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Auch ungewöhnliche Formen, wie etwa Flaschen mit «Taille» und Becher mit einer figurbetonten, vollflächigen Dekoration reizen zum Kauf. So genannte Shrink-Sleeves legen sich wie eine zweite Haut um Flaschen und Becher. Damit können Produzenten die komplette Fläche ausfüllen, ohne das Druckbild zu verzerren oder sogar unleserlich zu machen. Die als Schlauch produzierten und bedruckten Sleeves liefern die Spezialisten auf Rollen zum Kunden, die dieser in einer Anlage auf die jeweiligen Flaschen aufzieht. Im Schrumpftunnel zieht sich der Schlauch durch die hohen Temperaturen zusammen und legt sich hauchdünn an. Schrumpftunnel können entweder mit Hitze von etwa 300 °C oder mit Dampf von rund 100 °C arbeiten, wobei für den Fachmann das Ergebnis mit Dampf schöner ist: «Bei Wärmetunneln ist die Hitze nicht gleichmässig verteilt. Es gibt immer wärmere und kühlere Stellen. Dampf hingegen verteilt sich gleichmässiger im Tunnel, was optisch auch deutlich zu sehen ist.»

Eine andere Art, Flaschen zu bedrucken, sind Rundumetiketten, auch «wrap-around» genannt. Diese können sowohl aus Papier bestehen als auch aus transparentem oder weissem Kunststoff. Zudem lassen sich diese Etiketten zusätzlich noch veredeln, beispielsweise mit Lackierungen und metallischen Farbtönen. Haupteinsatzgebiet ist die Getränkeindustrie, die diese Etiketten für PET-Flaschen zur Abfüllung von Mineralwasser, Softdrinks und ähnlichen nutzt.

Bis in die Ecken.

Um den verfügbaren Platz, beispielsweise auf Doppelkammerbechern nutzen zu können, gibt es Seitenetiketten. Diese sind der jeweiligen Form angepasst und bieten zusätzliche Möglichkeiten für die Produktinformation. Damit sind Joghurthersteller nicht mehr nur auf die Deckel als Informationsträger angewiesen. Sie können auch die Becherwände etikettieren. «Die Seitenetiketten machen wir für den Joghurt mit der Ecke. Die Doppelkammerbecher werden ab der Rolle tiefgezogen, bevor unsere Etiketten darauf kommen. Sie sind speziell beschichtet und verschmelzen mit dem warmen Polystyrol (PS) vom Becher, den der Joghurtproduzent sofort befüllen kann. Dafür ist jedoch eine «Form, Fill and Seal» Anlage nötig, die formen, befüllen und gleichzeitig siegeln kann», so der Verkaufsleiter.

On top.

Für Lebensmittel mit Direktkontakt, wie zum Beispiel Joghurtdeckel, Portionendeckel für Konfitüren oder Salatsaucen eignen sich siegel- und peelbare Deckel als Informationsträger. Dafür gibt es Platinen aus Polyethylenterephthalat (PET) oder Aluminium in verschiedenen Materialdicken. Für ölhaltige oder saure Inhalte empfiehlt sich ein Deckel aus Spezialaluminium. Zudem gibt es Platinen aus Verbundmaterialien wie etwa Papier/Kunststoff – mit einer Siegelung gegen PS/PP – oder Papier/Aluminium – mit Siegelung gegen Aluminiumbehälter.

Für Lebensmittel geeignet.

Für den Einsatz in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie kommt es nicht nur auf die Optik und Haptik an, sondern auch auf die Unbedenklichkeit. So verwenden die Identtechnikspezialisten nur FDA-konforme Materialien für ihre Etiketten, Shrink-Sleeves und Platinen. «Damit sind wir auf der sicheren Seite, selbst wenn das Etikett keinen direkten Kontakt zum Lebensmittel hat. Da die Analysemethoden immer feiner werden, wollen wir unsere Kunden aus dem Food- and -Beverage-Bereich unterstützen und verwenden nur zugelassene Tinten, Kleber und Etikettenmaterialien», erklärt Erich Lerch.


Weitere Informationen:
LÄSER AG
www.laeser.com




Veredelte Etiketten sind vor allem in der Getränkeindustrie gefragt


Figurbetonte Sleeves sehen nicht nur gut aus, sie bieten auch viel Platz für Bilder und Produktinformationen