Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Hygiene: Ausgabe 12/2015, 08.12.2015

Aus zwei mach eins

Über die Wichtigkeit der Personalhygiene ist sich die Branche einig. Doch bei der Umsetzung hapert es immer wieder. Eine innovative Idee vereint jetzt Händewaschen und -trocknen in einem Gerät.

Autor: Redaktion

Bilder: Sulbana AG

Das Mantra «Hände waschen, Hände waschen, Hände waschen ...» singt jeder Qualitätsverantwortliche in der Lebensmittelindustrie. Und obwohl es eine Selbstverständlichkeit sein sollte, kommt es häufig vor, dass die Personalhygiene nicht den gewünschten Standards entspricht. In der Hektik können Mitarbeiter schnell mal das Händewaschen vergessen oder die nötige Sorgfalt fehlen lassen. Zu einer optimalen Personalhygiene gehört aber neben der gründlichen Reinigung auch das vollständige Trocknen der Hände, für das viele Unternehmen oft noch Papierhandtücher bereitstellen. Der Verbrauch der Papierhandtücher kann aber noch beträchtlich sein, denn viele Mitarbeiter ziehen zuweilen mehrere Tücher auf einmal oder fassen nach, um die Hände schneller trocken zu bekommen.

Pro Person und Tag ergibt sich daraus binnen kurzer Zeit eine beachtliche Anzahl, die sich nicht nur finanziell bemerkbar macht. Auch optisch kann der hohe Verbrauch rasch zu einem Problem werden, wenn Abfalleimer überquellen oder Papierhandtücher, statt im Müll, achtlos auf dem Boden landen. Eine Inno- vation kann sich hier als Problemlöser erweisen. In enger Zusammenarbeit haben die Unternehmen Dyson und ITEC das «Clean & Dry» Handreinigungs- becken entwickelt, das der Schweizer Vertriebspartner Sulbana vor Kurzem auf der Mefa einem interessierten Publikum vorgestellt hat.

Reinigung und Trocknung in einem.

Die Kombination von verschiedenen Hygienefunktionen in einem Bauteil hat mehrere Vorteile, wie Mergim Muslija, Verantwortlicher für Marketing bei Sulbana weiss: «Bei der bisher üblichen räumlichen Trennung von Handwaschbecken und Trocknungsstation ist es unvermeidbar, dass Wasser auf den Boden tropft. Das erhöht nicht nur die Unfallgefahr durch Ausrutschen, sondern bietet für Mikroorganismen ideale Nährböden, was wir in der Lebensmittelindustrie dringend vermeiden möchten. Sind jedoch die Reinigungs- und Trocknungsfunktion am gleichen Ort, lässt sich die Nässe auf dem Boden vermeiden.»

Technik im Detail.

Dazu ist in die Rückwand des ITEC-Reinigungsbeckens der Dyson Airblade Tap eingebaut – eine Sensorarmatur mit integriertem Händetrockner. Die Bedienung funktioniert berührungsfrei. Sensoren steuern sowohl Wasser als auch den Luftstrom. Dadurch müssen Anwender die Armatur nicht berühren. Infrarotsensoren registrieren die Handposition und lösen den Wasserstrahl aus. Nach dem Waschen aktiviert sich der Händetrockner, sobald Mitarbeiter ihre Hände unter die weiter aussenliegenden Sensoren halten. Aus den seitlichen Armen strömt ein kühler Luftstrom mit einer Geschwindigkeit von 690 km/h, der das Wasser von den Händen abstreift. Reinigung, Trocknung und Desinfizierung der Hände erfolgt somit direkt am Reinigungsbecken. Ein separater Bereich zum Händetrocknen erübrigt sich damit. Die logische Konsequenz? Der Boden bleibt trocken und die Sauberkeit ist nicht beeinträchtigt. Zudem gehören Berge von benutzten Papierhandtüchern und überquellende Abfallbehälter der Vergangenheit an.

Da eine optimale Personalhygiene oftmals eine Zeitfrage ist, war es den Entwicklern wichtig, die Trocknungsphase kurz zu halten. Der Händetrockner braucht daher nur 12 Sekunden und entspricht somit allen Anforderungen des NSF-Protokolls P335. Der integrierte HEPA-Filter entfernt, gemäss Herstellerangaben, 99,9 Prozent der Bakterien aus der angesaugten Umgebungsluft, bevor diese auf die Hände trifft. Der Airblade Tap ist gemäss HACCP International als hygienisch sicher für den Einsatz in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie zertifiziert.

Reduzierte Betriebskosten.

Bei der Entwicklung waren nicht nur hygienische Vorteile ausschlag- gebend. Auch betriebswirtschaft- liche Aspekte spielten eine Rolle, wie die zugrundeliegende Berechnung zeigt: «Es kommt immer auf die Anzahl der Trocknungsvorgänge pro Tag und Gerät an. Der Entwickler Dyson geht in seiner Berechnung davon aus, dass ein Gerät pro Tag 200 Trocknungsvorgänge bewältigt. Benutzt das Personal Papierhandtücher, sind pro Trocknungsvorgang im Minimum zwei Stück nötig, wobei ein Papierhandtuch mit zwei Rappen zu Buche schlägt. Hochgerechnet auf ein Jahr ergeben sich Betriebskosten – nur für Papier – von rund 2900 Franken. Mit dem Airblade Tap fallen pro Gerät Betriebskosten von 96 Franken an. Stellen wir die Betriebskosten gegenüber, ergibt sich für Unternehmen ein jährliches Einsparpotenzial von 2804 Franken pro Gerät», rechnet Mergim Muslija vor. Dank der berührungslosen Bedienung fliesst Wasser zudem nur dann, wenn Mitarbeiter die Hände unter die Armatur halten. Der Wasserverbrauch reduziert sich dadurch in erheblichem Masse, was sich ebenfalls positiv auf die Betriebskosten auswirkt.

Von eins bis drei.

Das Handwasch- becken gibt es in verschiedenen Varianten. So können Betriebe, je nach Grösse ihrer Waschräume, zwischen Wasch-becken mit einer Armatur und Wasch- rinnen mit zwei oder drei Armaturen wählen. «Wer mehr Waschmöglichkeiten braucht kann sich diese individuell zusammenstellen und so seine Mitarbeiter bei der optimalen Personalhygiene unterstützen», so der Fachmann.

Das Waschbecken lässt sich nicht nur in Hygieneräumen installieren, sondern auch in Personalschleusen. Mit den Aussenmassen (T x B x H): 505 x 500 x 805 mm passt die Waschstation auch in automatische Schleusen. Optional ist die Reinigungsstation auch mit Seifen- und Desinfektionsmittelspender ausstattbar.

Vertrauen ist gut, testen ist besser.

Was sich in der Theorie gut anhört, können Unternehmen auch selber ausprobieren. Die Firma Sulbana bietet Interessierten die Gelegenheit, das innovative Handwaschbecken mit Sensorarmatur zu testen. «Wir können einen mobilen Showroom zur Verfügung stellen, der mit verschiedenen Anlagen zur Personal- hygiene und Niederdruckschaumreinigung ausgestattet ist. Bei Interesse kommen wir mit unserem Showroom gerne vor Ort und beraten Verantwortliche in der Anwendung und Handhabung», betont der Hygieneexperte.



Weitere Informationen:
Sulbana AG
www.sulbana.com




In der innovativen Armatur ist der Händetrockner bereits integriert


Personalräume sind die Visitenkarte eines Unternehmens. Je sauberer, umso besser