Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Hygiene: Ausgabe 12/2015, 08.12.2015

Lebensmittelsichere Reinigungsgeräte

Reinigung ist ein entscheidender Faktor für die Lebensmittelsicherheit. Doch es kann vorkommen, dass ausgerechnet der Reinigungsvorgang zur Kontamination führt, wenn das Equipment nicht den Richtlinien für hygienisches Design entspricht.

Autor: Deb Smith Global Hygiene Specialist, Vikan

Bilder: Schlenker AG

Das British Retail Consortium (BRC) hat kürzlich die Bedeutung von Reinigungsgeräten mit hygienisch gutem Design hervorgehoben. In der siebten Auflage ihres Global Standards zur Lebensmittelsicherheit heisst es im Abschnitt 4.11.6, dass Reinigungsgeräte sowohl ein hygienisches Design aufweisen als auch zweckmässig sein müssen. Aber welche Auswirkungen hat das auf die Lebensmittelindustrie? Die Richtlinien von EHEDG und FEIBP helfen den Lebensmittelproduzenten dabei, das richtig gestaltete Reinigungsgerät für Aufgaben in der Produktion zu finden. Aber es gibt weiterhin einen Mangel an Bewusstsein hinsichtlich des Hygienedesigns bei Reinigungsgeräten. Auf diesen gilt es aufmerksam zu machen. Durch die Aktivität der europäischen Hygiene Design Gruppe EHEDG und anderen Organisationen, erleben viele Lebensmittelproduzenten die Vorteile von hygienisch gestaltetem Equipment bereits.

Zu diesen Vorteilen

zählen eine schnellere und einfachere Reinigbarkeit, sowie die Reduzierung der Produktverunreinigung durch Mikroben, Allergene oder andere Fremdkörper. Das trägt wiederum zum Schutz des Produkts und zur Qualitätssicherung bei und minimiert dabei das Risiko von kostspieligen Produktabsagen oder sogar -rückrufen. Trotzdem sind von den Reinigungsgeräten, die für die Reinigung von Produktionslinien und deren Umgebung eingesetzt werden, nur wenige nach guten Hygienedesignkriterien gestaltet.

Aufgrund der Art und Weise

, wie Betriebe das Reinigungsequipment nutzen (etwa auf grossen Oberflächen), nimmt es Verschmutzungen nicht nur auf, sondern verteilt sie auch. Zwar gehen Experten davon aus, dass beim Reinigen jede aufgenommene Kontamination auch entfernt wird, doch unveröffentlichte Studien von Campden BRI, die zur Zusammenfassung der Anleitung «Effective micro- biological sampling of food processing areas» geführt haben, wiesen aus, dass 47 Prozent der untersuchten Reinigungs- geräte Träger des Bakteriums

Listeria monocytogenes

waren. Diese Entdeckung war ausschlaggebend, sich mit der Rolle von Reinigungsgeräten als «Sammelstelle» und der Isolierung von Pathogenen aus-einanderzusetzen.

Eine Bürste hygienisch zu gestalten

, ist eine besondere Herausforderung. Die häufigste Methode, einen Besen oder Bürstenkopf herzustellen, besteht darin, Löcher in einen massiven Kunststoffblock zu bohren, um dann die Filamente in diesen Löchern möglichst dicht mit Klammern zu verankern. Auf diese Weise entstehen zwischen den Filamenten an sich und in den Löchern potenzielle Kontaminationsherde. Es gibt zwar auch andere Optionen, den Besatz im Bürstenkopf zu verankern – Verschweissen oder mittels Epoxidharz – doch haben Untersuchungen von Vikan ergeben, dass sie allesamt hygienische Probleme aufweisen.

Eine neue Methode

zur Bürstensatzbefestigung kann hier Abhilfe schaffen. Experten von Vikan haben in enger Zusammenarbeit mit der Lebensmittel- industrie die Ultra Safe Technology entwickelt, um das Risiko von Kreuzkontamination durch Anhaftungen von Lebensmittelresten, Mikroorganismen und Feuchtigkeit zu minimieren. Im Vollgussverfahren hergestellt, verzichten die Fachleute auf Bohrlöcher sowie den Einsatz von Klammern und Epoxidharz. Dadurch lässt sich das Vorhandensein von Nuten oder Spalten erheblich reduzieren. Die Bürsten weisen zudem eine sehr glatte Oberflächen- rauheit (<0,8μm Ra) auf und haben keine scharfen, innenliegenden Winkel, um die Reinigbarkeit zu unterstützen. Die Spezialisten verwenden dabei eine neue Art der Filamentsicherung, die das Risiko einer Verunreinigung durch Fremdkörper reduziert. Zusätzlich sind die Filamenteinheiten bei jedem Bürsten- typ so angeordnet, dass sie die Wirksamkeit erhöhen und die Reinigbarkeit verbessern.

Um Kontaminationen und Verunreinigungen

zu vermeiden, sollten eigentlich alle, die mit Lebensmittelsicherheit zu tun haben, eine gewisse Sensibilität entwickeln. Hersteller, Gutachter, Rei-nigungsgeräteproduzenten sowie Gesetzgeber sollten sich darüber im Klaren sein, dass Reinigungsgeräte selbst Quelle und Multiplikator von Kontaminierung sein können. Sie sollten also der Frage nachgehen, wie sich dieses Risiko durch eine gute Hygienepraxis und gutes Hygienedesign reduzieren lässt.

Die neuen Vorgaben in der BRCv7 stellen diese Notwendigkeit zwar heraus, liefern aber keine relevante Information darüber, wie die Lebensmittelindustrie diese Vorgabe erfüllen kann. Die Hygiene- designkriterien von EHEDG und FEIBP geben zwar Hilfestellung, doch es gibt eindeutig einen Bedarf an zielgerich-teten Richtlinien und Trainings in Bezug auf Hygienedesign bei Reinigungs- geräten, um die Lebensmittelindustrie bei dieser Aufgabe zu unterstützen. Zudem hat der Hygienespezialist, in Übereinstimmung mit den juristischen Vorgaben und zur Unterstützung der Lebensmittelindustrie, alle Konformitätserklärungen sowie Details zur Übereinstimmung mit den Richtlinien der FDA für jedes Vikan-Produkt auf die Webseite gestellt.


Weitere Informationen:
Schlenker AG
www.schlenker.ch




Reinigungsgeräte können, aufgrund ihrer Beschaffenheit, zu einem Hygienerisiko werden