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Anlagen- und Apparatebau: Ausgabe 12/2015, 08.12.2015

Porentiefe Sauberkeit –und das nur mit Wasser

Mikroorganismen, wie Bakterien oder Hefen, sind in der Lebensmittelindustrie gefürchtet. Nicht selten müssen Unternehmen mit Bakterien kontaminierte Lebensmittel zurückrufen. Ein innovatives Reinigungssystem ist in der Lage, nur mit Wasser porentief zu reinigen.

Autor: Karin Staffelbach

Bilder: Studer Maschinenbau AG

Wer in der Lebensmittelindustrie arbeitet, weiss, dass hygienisch einwandfreie Anlagen, Geräte, Komponenten und Oberflächen, die direkten Kontakt mit Lebensmitteln haben, oberstes Gebot sind. Doch es gibt auch Nahrungsmittel, die eine regelmässige Reinigung brauchen, damit sich unerwünschte Keime wie Hefen und bestimmte Bakterienstämme nicht festsetzen können. Ein innovatives Unternehmen hat sich auf die hygienische Reinigung von Nahrungsmitteln, sowie Maschinen und Anlagen spezialisiert und bereits in der Molkereiindustrie erfolgreich ihre Reinigungsmethode eingeführt. «Unser Element ist das Wasser. Wir reinigen ausschliesslich mit Wasser und setzen Druckleistungen in einer Bandbreite von 50 bis 500 bar ein. Mit den präzisen Hochdruckstrahlen gelingt es uns, alle Arten von Nahrungsmitteln kraftvoll zu reinigen, ohne diese zu verletzen. Wasserdrücke, Drehzahlen, Drehgeschwindigkeiten, sowie unterschiedliche Wassertemperaturen, das Transporttempo und der Abstand zum Nahrungsmittel sind individuell für jeden Kunden einstellbar. Zudem haben wir einen kompromisslosen Anspruch an hygienische Bedingungen. Daher haben wir uns auf den Bau von kompakten Maschinen spezialisiert, mit denen sich sowohl Lebensmittel als auch Oberflächen aller Art reinigen lassen», erklärt Janez Žekar, Geschäftsführer von Studer Maschinenbau.

Technik im Detail.

Die Reinigungstechnik besteht aus einem produktspezifisch aufeinander abgestimmten Zusammenspiel von Präzisionsdüsen, Wasserdrücken und Rotationssystemen. Damit sind die Experten in der Lage, Produktoberflächen so schonend zu reinigen, dass sie völlig «unverletzt» bleiben. «Es entstehen noch nicht einmal Kleinstrisse, die nur unter dem Mikroskop zu sehen sind», so der Geschäftsführer.

Hygiene im Detail.

Um diese Behauptung auch beweisen zu können, arbeitet der Maschinenbauer mit dem Institut für Lebensmittelsicherheit und Hygiene der Universität Zürich zusammen. «Wir lassen regelmässig die Reinigungsresultate in diesem Labor untersuchen. Dabei kontaminieren die Experten Käse beispielsweise mit

Listeria innocua.

Diese Käse reinigen wir dann mit unserem System. Die verschiedenen Tests zeigen, dass wir je nach Käsetyp, eine Reduktion der Bakterien zwischen Log3 und Log5 erreichen, oder es liessen sich sogar quantitativ keine Bakterien mehr nachweisen. Im Bereich der Reinigung von Brettern konnten wir mit unserer Reinigungstechnik eine Listerienreduktion von 104 nachweisen lassen. Im Bereich Geflügelfleisch liegt der Schwerpunkt in der Reduktion von Campylobacter, bei Gemüse wollen wir Chalara-Sporen reduzieren, erklärt der Experte.

Hygiene Design – USDA Standard.

Das Caseus Reinigungssystem für Käse hat der Maschinenbauer modular aufgebaut. Damit lässt es sich jeder Raumsituation entsprechend anpassen. So können die Fachleute mit einer Basisversion starten und diese schrittweise nach den Bedürfnissen der Kunden erweitern. Das Design der Maschine und des Förderbandes (Rundband) entspricht dem Hygiene Design. So sind alle Anlagen nach dem USDA Hygiene Standard gebaut.

Beispielsweise ist die Rundbandanlage mit einem Vakuumwender ausgestattet und eignet sich für Grossbetriebe und Unternehmen mit einem hohen Reinigungsvolumen. Die vollautomatischen Reinigungsanlagen lassen sich mit zusätzlichen Einweich- und Trocknungsmodulen ausstatten. So entsteht eine leistungsstarke Reinigungsanlage, die sich auf individuelle Bedürfnisse anpassen lässt. Das Reinigungssystem eignet sich aber nicht nur für Käsereien, sondern auch für andere Branchen in der Lebensmittelindustrie.

Fleischmarkt.

Hier ist das Unternehmen im Bereich der Geflügelschlachthöfe tätig. So entwickelten die Experten neue Anlagen zur Reinigung von Schlachthaken. Zudem konnten die Maschinenbauer mit ihrer Anlage bereits Trockenfleisch sowie Salami erfolgreich reinigen. Auch wenn es diesbezüglich noch keine Anwendung in der Praxis gibt, steht das Unternehmen mit einigen grossen Trockenfleischproduzenten in Verhandlungen.

Zu den Vorteilen zählt der CEO die hygienische Reinigung, ohne dabei Gefahr einer Kontamination zu laufen, da nur frisches Wasser zum Einsatz kommt. Auch die Reinigungsergebnisse sprechen für sich. Zudem entspricht die Anlage allen internationalen Standards und ist energieffizient.


Weitere Informationen:
Studer Maschinenbau AG
www.studer-maschinenbau.ch




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