Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Wissenschaft und Forschung: Ausgabe 12/2015, 08.12.2015

Wunsch oder doch Wirklichkeit?

Autor: Ihr Markus Henggeler, SGLWT-Präsident

Bilder: Fotolia GmbH

Eurokurs, interne Reorganisationen, Beratereinfluss, wirtschaftliche Unsicherheit, kriegerische Auseinandersetzungen und Terror drücken auf den Geschäftsgang. Es gilt, die Kosten im Griff zu halten, auch dann, wenn die Geschäfte rückläufig sind und die Margen kleiner werden. Dies wiederum erhöht den Druck auf den einzelnen Mitarbeiter. Unternehmen ersetzen teure Mitarbeiter durch günstigere, ungeachtet der Dauer der Betriebszugehörigkeit, des verloren gehenden Wissens und der Erfahrung. Der Mitarbeiter sollte für weniger, beziehungsweise gleichen Lohn mehr arbeiten, respektive mehr leisten. Dies wiederum, und auch die Angst bei älteren Mitarbeitern, die Stelle zu verlieren, drückt auf die Stimmung und die Motivation des bleibenden Personals. Das Umfeld für jeden Einzelnen erscheint so eher negativ, weshalb auch Höchstleistungen nicht mehr möglich sind. Doch gerade diese braucht es in diesen turbulenten Zeiten. Führungskräfte, die echt motivieren können, die ihr Team antreiben und Mitarbeiter schätzen, loben und respektieren, sind eher rar. Es braucht Leader, die Verantwortung übernehmen und nicht nur davon sprechen.

Führung ist das Gebot der Stunde.

Ich bin zuversichtlich, dass es echten Leadership noch gibt, dass wir mit stufengerecht gut ausgebildeten Mitarbeitern und Führungspersonen, mit ganzheitlichem, nachhaltigem, positiven Denken, den nötigen, durchdachten Strategien und vor allem auch mit dem Willen jedes Einzelnen, diese nicht ganz einfache Situation meistern werden. So sind wir auch in Zukunft nicht nur ein Dienstleistungsland, sondern werden auch noch produzierende Firmen, auch im Lebensmittelbereich, haben. In diesem wirtschaftlich schwierigen Umfeld sind die Firmenkapitäne gefordert und nicht nur diese, sondern alle, Mitarbeitende wie Vorgesetzte, aber auch KonsumentInnen und PolitikerInnen.

I have a dream.

Ich wünschte mir in der obersten Führungsebene mehr Unternehmer und nicht nur Manager, die nur noch in Quartalsabschnitten denken und keine umfassende Langzeitstrategie entwickeln und umsetzen können. Es braucht Unternehmer, die zuerst einmal an dem Fortbestand der Firma interessiert sind, die ihr Geschäft umsichtig, nachhaltig und längerfristig managen und nicht nur Geldgetrieben, kurzfristig und für sich lohnend, nur den nächsten Karriereschritt im Kopf habend, handeln.

Ich wünschte mir Vorgesetzte über alle Stufen hinweg, welche agieren und nicht nach weniger guten Zahlen, ohne zu analysieren, oft zu schnell, nach «Lehrbuch» reagieren, die Verantwortung übernehmen, übernehmen können und wollen, die nicht nur delegieren und den unteren Chargen die Schuld bei nicht erreichten Zahlen in die Schuhe schieben. Verantwortung übernehmen bedeutet, die Situation umfassend zu kennen, bei Entscheiden alle möglichen Folgen abschätzen zu können, um anschliessend das Entschiedene umsichtig, nachhaltig, zielorientiert, situationsspezifisch und sinnvoll umzusetzen. Verantwortung übernehmen heisst aber auch, bei Fehlentscheiden und sich ändernden Situationen zeitgerecht korrigierend Einfluss zu nehmen. Eine Umsetzung muss daher immer auf Erfolg überprüfend begleitet werden.

Ich wünschte mir mehr Mitarbeiter, die sich und ihr Umfeld ständig verbessern möchten, weil sich die Gegebenheiten geändert haben. Wir brauchen Mitarbeitende, die mitdenken, sich auch für andere einsetzen und leistungsorientiert mitarbeiten, die vertrauensvoll, innovativ und offen für Neues sind und die Verantwortung übernehmen, übernehmen können und wollen.

Ich wünschte mir mehr Zeit für alle, die Verantwortung übernehmen möchten. Zeit, um für sein Agieren verantwortlich sein zu können. Es ist nötig sich Zeit zu nehmen, Zeit zum Denken, zum Analysieren der Situation, damit nicht nur die kurzfristigen, sondern alle möglichen Folgen eines Entscheides und daraus resultierenden Handelns abgeschätzt werden können. Dem gegenüber steht, dass alles immer schneller werden muss, weil immer mehr in derselben Zeit erledigt sein soll. Keiner nimmt sich die Zeit oder kann es sich leisten, sich Zeit zu nehmen. Es scheint zum guten Ton zu gehören, keine Zeit zu haben und trotzdem überall dabei zu sein. Doch es braucht auch Zeit, sich zu erholen und zu regenerieren. Nur so und mit respektvollem Umgang mit den Mitmenschen, sei es ein Kunde, ein Lieferant oder ein Mitarbeiter und zur Umwelt, kommen wir zum nachhaltigen Erfolg.

In diesem Sinne wünsche ich allen frohe Festtage und fürs 2016 viele persönliche Erfolge, in allem, was Sie anpacken und damit Verantwortung übernehmen. Weiter wünsche ich Ihnen beste Gesundheit und genügend Kraft, Wille und Weitblick, um Ihr persönliches Umfeld positiv gestalten zu können und natürlich viel Zeit für sich und Ihre Liebsten!