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Identtechnik: Ausgabe 03/2015, 10.03.2015

Korrekte Kennzeichnung stellt hohe Anforderungen

Kaum eine Branche hat so ein breites Anwendungsspektrum für Etiketten wie die Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Doch das stellt auch hohe Anforderungen an die Identtechnik. Mit der passenden Lösung lässt sich ein optimales Ergebnis erzielen.

Autor: Gaby Keel, Leitung Innendienst

Die richtige und zuverlässige Kennzeichnung auf Produkten ist in der Lebensmittelindustrie nicht mehr wegzudenken. Für diese Informationsanforderungen braucht es umfassende Etikettenlösungen von der Einbringung der Identtechniken, der Produktion, der Veredelung der Etikette bis zur Etikettensoftware und Lagerbewirtschaftung sowie dem Transport, der Nachbearbeitung und Qualitätskontrolle. So hat keine andere Branche eine so breite Anwendungspalette für Etiketten wie die Lebensmittelindustrie.

Identtechnik aufgrund hoher Anforderungen.

Diese zunehmenden Anforderungen an Informationen auf dem Produkt und Anforderungen an die Qualitätssicherheit und die hohe Komplexität führen zu einem immer grösseren Bedarf an innovativen Etikettenlösungen in der Lebensmittelbranche. Denn sie geben Aufschluss zu Inhalt und Verpackung oder unterstützen das Produkt in seiner Markenaussage und der Produktidentität. Angaben über den Nettoinhalt, Name und Adresse des Herstellers, Inhaltsstoffe, Zutaten und Nährwerte sowie Aussagen über Ernährung und Gesundheit dürfen nicht fehlen.

Im Zusammenhang mit Identifikationsmittel und Kennzeichnung in der Lebensmittelbranche sprechen Fachleute von automatischer Identifikation. Dies bezieht sich allgemein auf  Techniken zur Identifizierung. Darunter fallen alle Etikettiersysteme aber auch Technologien wie Barcode, mobile Datenerfassungen sowie diverse Chipkarten-Ausprägungen.

Informationslösung Multilabel.

Multilabeletiketten sind eine gute Lösung einen hohen Kennzeichnungsgrad zu erreichen und diese vielen Informationen auf einen Träger zu bringen. Zudem haben sie den Mehrwert, spezielle Zusätze wie zum Beispiel Kochrezepte auf Lebensmitteln, Gutscheine, Aktionshinweise und vieles mehr darauf anzubringen. Für Identtechnik und Kennzeichnung auf kleinem Raum ist die mehrlagige Selbstklebeetikette oder das Multilabel die Etikettenlösung, wenn der Platz einer herkömmlichen Etikette nicht ausreicht. Mit bis zu fünf Seiten bietet sie gleich lagenweise Platz für beispielsweise mehrsprachige Produktinformationen, Promotion, Gewinnspiele, Rezepte und mehr. Hier haben viele Informationen oder der Barcode Platz, praktischerweise direkt am Produkt. Die Multilabeletiketten können Unternehmen auch Zeitschriften beilegen, in Promotionsaktionen persönlich weiterreichen oder per Briefwerbung zum Verbraucher transportieren.

Bei der Herstellung von mehrlagigen Multilabeletiketten kommen aufgrund der Vielfalt im Aufdruck und in der Anwendung sowohl Papiere als auch Kunststofffolien zum Einsatz. Für die vollautoma­tische Spendung grosser Etikettenmengen ist die Fertigung auf Rolle eine wichtige Voraussetzung. Beim Material lassen sich Papier (Thermodirekt oder Thermotransfer) als auch Folien verwenden.

Kennzeichnung zur Sicherheit und Rückverfolgbarkeit.

Angesichts des zunehmenden Wettbewerbs gefährden Bedrohungen wie Produktmanipulation, Produktfälschung oder dunkle Vertriebskanäle den Wert einer Marke. Weltweit verlieren Unternehmen jährlich Hunderte Milliarden von Franken durch Fälschungen, Manipulation oder Abzweigung von Produkten in der Lieferkette. Dabei sind alle Wirtschaftssektoren betroffen, von Konsumgütern und Elektronikprodukten bis hin zu Industrieersatzteilen.

Doch nicht nur die Verluste steigen jährlich – es wird auch immer schwieriger, Originalprodukte von Fälschungen zu unterscheiden, wodurch sich die öffentliche Markenwahrnehmung verschlechtern kann. Da die Fälschungen identisch aussehen und Betrüger diese zu ähnlichen, jedoch niedrigeren Preisen verkaufen, kommt kein Verdacht auf. Umso mehr benötigen Verbraucher die Gewissheit, das echte Produkt zu erhalten. Sicherheitsetiketten lassen sich einsetzen, um gegen Fälschungen und Manipulationen vorzugehen. Der Versuch, sie zu entfernen oder sie auf anderen Produkten anzubringen, führt zu einer Änderung des Erscheinungsbildes oder deren Zerstörung.

So gibt es verschiedene Sicherheitsetiketten zur Kennzeichnung, wie die Mikroschriften oder Etikettenlösungen mit UV-fluoreszierenden Farben. Auch Hologramme gehören dazu, die vor allem der schnellen Erkennung von Fälschungen durch Endkunden und Handel dienen. Void-Etiketten enthalten verborgene Textzeichen oder Muster, die auf dem Sub­strat zurückbleiben, wenn die Etikette ganz oder teilweise entfernt wird. Void-Etiketten lassen sich nicht wieder glattgestrichen oder repositionieren, ohne dass dies erkennbar ist.

Die Track & Trace oder Sendeverfolgung ist ein Verfahren das sich als Sicherheitskonzept einsetzen lässt. Dabei werden die zu schützenden Produkte mit einer einzigen Trackingnummer versehen. Der Endkunde kann dann über das Internet oder über das Call-Center die Echtheit des Produktes feststellen. Neben dem Sicherheitsaspekt hat das Track & Trace-Verfahren noch weitere Vorteile. Die eingegebenen Daten der Endkunden geben zugleich weitere wichtige Informationen wie beispielsweise Fälschungshäufigkeit der Produkte und lassen sich für Marketingmassnahmen nutzen.

Hingegen Mikropartikel sind extrem kleine Kunststoffkörner, die aus bis zu 10 hauchdünnen, verschiedenfarbigen Schichten bestehen. Jede Farbe stellt dabei eine Nummer dar und durch die Farbreihenfolge entsteht ein numerischer Code. Es sind somit bis zu 37 Millionen verschiedene Codes realisierbar. Ein Farbcode wird weltweit jedoch nur einmalig vergeben und kann auch nur von autorisierten Etikettenherstellern geordert werden.

Lebensmitteletiketten müssen vieles können.

Es gilt somit, ein hohes Niveau an Produktunterscheidungen und Spezifikationen bei der Wahl der Etikettenlösung zu gewährleisten. Aufgrund des grossen Produktionsvolumens in der Lebensmittelindustrie verwenden Betriebe die Etiketten industriell auf Rollen. Bei der Etikettierung von Lebensmitteln müssen Unternehmen in jedem Fall darauf achten, dass sie sämtliche lebensmittelrechtlichen Bestimmungen zwingend einhalten. Dies gilt vor allem hinsichtlich der verwendeten Materialkomponenten. Für die Direktauszeichnung sind beispielseise unbedenkliche Klebstoffe erforderlich.

Die Verbraucherbelange und Verpackungsgesichtspunkte führen dazu, dass Lebensmittelproduzenten die applizierten Etiketten oft in unterschiedlichen Umgebungen lagern. Diese Umgebungsbedingungen haben unmittelbaren Einfluss auf die Auswahl des Materials und die Konstruktion der Etikette. So kann sich zum Beispiel in kalten Umgebungen auf der Oberfläche der Verpackung, Kondenzfeuchtigkeit bilden. Ein Haftkleber muss in diesem Fall gute Adhäsion auf feuchten Substraten und in gekühlten Räumen besitzen.

Schweizerische Kompetenz.

Zwischen Kunde und Etikettenhersteller ist ein umfangreicher Informationsaustausch absolut notwendig, um die individuellen Anforderungen an die Etikette genau festzulegen. Bei diesen anspruchsvollen Prozessen müssen alle Einzelteile nahtlos ineinander greifen. Zudem dürfen die Etiketten ihre Eigenschaften über die gesamte Lieferkette nicht verlieren. Als Komplettanbieter setzt Selfix dabei auf die Produktion in der Schweiz. Denn dadurch behält sie direkten Einfluss auf die Herstellungsverfahren und -anlagen sowie die verschiedenen Materialien. Dank dieser schweizerischen und branchenübergreifenden Kompetenz und langjähriger Erfahrung garantiert sie für Zuverlässigkeit, Rückverfolgbarkeit und Kontinuität.


Weitere Informationen:
Selfix AG
www.selfix.com



Etiketten übernehmen mehr Funktionen als nur die Verbraucherinformation