Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
IT – Hard- und Software: Ausgabe 03/2015, 10.03.2015

Neue Qualität für die Datenauswertung

Gemeinsam geht mehr: Moderne Datenmanagement-Software vernetzt alle Inspektionssysteme in der Lebensmittelproduktion. Hersteller erhalten zudem leichter richtlinienkonforme Qualitätsdaten und können Abweichungen proaktiv auffangen.

Autor: Ralph Swinka, Leiter Marketing

Derzeit ist ein vielzitiertes Konzept, das mehr Flexibilität und eine optimale Ressourcenausnutzung in der Produktion verspricht, in aller Munde – Industrie 4.0, die intelligente Vernetzung und zentrale Ansteuerung aller Komponenten. Auch im Bereich der Qualitätskontrolle und Produktinspektion kann der Einsatz einer Datenmanagement-Software zur Vernetzung der Einzelkomponenten spürbare Effizienzsteigerungen hervorbringen. Hersteller kommen mit einer softwaregestützten «Inspektion 4.0» Sicherheitsstandards und Vorgaben zur Dokumentation besser nach. Ausserdem gelingen mit vernetzten Systemen schnellere, zentral gesteuerte Produktwechsel; die Stillstandszeit der Produktionslinien verkürzt sich. Doch wie lässt sich eine solche Datenmanagement-Software einsetzen und welche Aufgaben können die Lösungen übernehmen?

Drei Inspektionstechnologien verbinden.

Softwarelösungen für das Management von Qualitätsdaten sind heute in der Lage, nicht nur mehrere Inspektionssysteme, sondern auch komplementäre Inspektionstechnologien zu vernetzen. So können aktuelle Datenmanagementlösungen unter anderem Systeme zur Metallsuchtechnik, Röntgeninspektion und Kontrollwaagen ansteuern. Die Software bündelt und dokumentiert alle Qualitätskennzahlen der angeschlossenen Systeme, darunter Informationen zu Ausschleusungen, zu Produktwechseln und zur Leistungsverifizierung. Produktionsmanager und Mitarbeiter des Qualitätsmanagements können die Echtdaten der laufenden Produktion direkt am PC im Büro verfolgen – oder an jedem Ort der Welt, da führende Systeme auch Tablet-Unterstützung anbieten.

Pflicht: Qualitätsstandards ohne Kompromisse.

Die gleichbleibend hohe Produktqualität ist oberstes Ziel in der Lebensmittelproduktion. Food-Unternehmen müssen dabei nationale und internationale Gesetze und Vorgaben einhalten. Zusätzlich greifen branchenübliche Standards wie die IFS Food oder BRC und eigens festgelegte interne Qualitätsstandards. Eine Datenmanagement-Software wie etwa ProdX von Mettler-Toledo hilft bei der Einhaltung interner wie externer Standards.

Audits leicht bestehen.

Lebensmittelbetriebe, die ihre Inspektionssysteme via Ethernet vernetzen, können alle Qualitätsdaten zentral abrufen und speichern. Sie kommen so mit geringem personellen Aufwand den vorgeschriebenen Doku­mentationspflichten nach. Die zeitaufwendige, manuelle Erfassung der Daten an jedem einzelnen Inspektionssystem oder die halbautomatische Übertragung per USB-Stick ist für Betriebe mit vernetzten Inspektionssystemen Schnee von gestern. Ein Blick aufs Dashboard der Software am PC und Tablet reicht, um einen holistischen Blick auf die aktuellen Produktionsprozesse zu erhalten.

Moderne Softwarelösungen formatieren Standardberichte auf Wunsch automatisch nach entsprechenden Vorlagen, sodass die Unterlagen stets den gesetzlichen Anforderungen genügen. Ferner zeichnen sie Daten zu allen Ereignissen und ausgeschleusten Produkten auf, darunter alle Röntgenbilder nicht konformer Produkte. Auch die Ergebnisse regelmässiger Leistungsverifizierungstests logt eine Datenmanagement-Software mit. Hersteller können so die Einhaltung ihrer Sorgfaltspflicht (Due Diligence) zu jedem Zeitpunkt nachweisen.

Abweichungen frühzeitig feststellen.

Ein umfassendes Qualitäts- und Sicherheitsmanagement in der Lebensmittelindustrie kommt nicht ohne eine exakte Benutzerkontensteuerung aus. Die Datenmanagement-Software erlaubt es, Benutzer anzulegen, zu verwalten und jederzeit nachzuverfolgen, wer welche Einstellungen in der kritischen Prozessumgebung vorgenommen hat. Die Inspektionssysteme sind so vor nicht autorisiertem Zugriff durch Dritte geschützt, Verantwortlichkeiten sind eindeutig geklärt.

Statt einer zyklischen Kontrolle und Auswertung der Qualitätsdaten, beispielsweise zum Ende jeder Schicht, wertet die Softwarelösung die Daten kontinuierlich und in Echtzeit aus. Linienbetreiber können so Abweichungen von der gewünschten Norm schon im Frühstadium erkennen. Nimmt beispielsweise die Zahl an Ausschleusungen aufgrund von Unterfüllungen über Gebühr zu, erkennt das Softwaresystem diesen Trend und schlägt frühzeitig Alarm.

Kür: Effizienzsteigerungen.

Die Features für richtlinienkonformes und effizientes Qualitätsmanagement gehören zum Pflichtprogramm einer Datenmanagement-Software im Bereich der Produktinspektion. Moderne Softwarelösungen beschleunigen überdies viele Prozesse im QS-Umfeld und tragen zur Produktivitätssteigerung bei. Die «Kür» ist eine softwaregestützte Steigerung der Gesamtanlageneffektivität (GAE).

Konfigurationen und Einstellungen, die Unternehmen bisher an jedem einzelnen Inspektionssystem separat vornehmen mussten, können Hersteller mit vernetzten Systemen zentral vom PC aus ändern. Um alle Systeme einer Linie oder auch mehrerer Linien für einen Produktwechsel vorzubereiten, genügen mit der entsprechenden Software wenige Klicks. Gerade in grösseren Lebensmittelbetrieben gelingen so entspanntere und schnellere Produktumstellungen.

Einstellungen global verwalten.

Ist die perfekte Inspektionseinstellung für ein Produkt erst einmal im System, können Produktionsmanager diese Einstellung mühelos auf ein anderes Inspektionssystem übertragen und sogar in eine andere Produktionsstätte spiegeln. Wer sein Sortiment regelmäs­sig überarbeitet und an unterschiedlichen Standorten produziert, wird diese Funktionalität schnell nicht mehr missen wollen.

Darüber hinaus unterstützen fortschrittliche Softwaresysteme bei einem proaktiven Gerätemanagement. Die Datenmanagement-Software bündelt etwa die Statusmeldungen aller angeschlossenen Systeme und schlägt bei Abweichungen rechtzeitig Alarm. Muss ein Nutzer beispielsweise ein Verschleissteil in Kürze austauschen, erhält er eine Meldung und kann die Wartungsarbeit in einer geplanten Stillstandszeit ansetzen.

Transparente Prozesse.

Inspektionssysteme dienen nicht nur im Sinne der Qualitätssicherung als kritische Kontrollpunkte mit entsprechender Dokumentation wesentlicher Qualitätsdaten. Als Finger am Puls der Produktionslinie sind diese Systeme auch in der Lage, Key Performance Indicators der Produktionsleistung zu erfassen. Eine Datenmanagement-Software bündelt die Leistungskennzahlen zur Produktionsqualität (Produktionsausschuss), zur Geschwindigkeit, zu Ausfallzeiten und weiteren Informationen. Über Echtzeitauswertungen oder regelmässige standardisierte Berichte verschaffen sich Produktionsleiter einen tieferen Einblick in alle Prozesse. Sie finden so die richtigen Stellschrauben, um ihre Produktion im Sinne der Gesamtanlageneffektivität zu optimieren.

Lohnenswerter und leichter Einstieg.

Die Datenmanagement-Software vernetzt Inspektionssysteme und macht die Verwaltung und Steuerung der vormals autarken Systeme deutlich leichter und effizienter. Aus den ehemaligen Insellösungen entsteht ein System aus einem Guss. Sicherheitsstandards lassen sich besser durchsetzen, Abweichler haben keine Chance mehr. Ein Datenmanagement-System bietet somit den optimalen Einstieg in die Industrie 4.0 – mit denkbar geringem Installationsaufwand: Eine Einplatzinstallation lässt sich ohne aufwendige Unterstützung der Betriebs-IT mit nur einem Klick bewerkstelligen. Bei der Einrichtung und Vernetzung aller Systeme unterstützt auf Wunsch auch ein erfahrener Integrator und Hersteller.



Weitere Informationen:
Mettler Toledo (Schweiz) GmbH
www.mt.com



Kennzahlen zur Produktionsleistung und -qualität stets parat: Datenmanagement-Software ProdX verfügt auch über Tablet-Unterstützung


Daten aller Inspektionssysteme und Kontrollwaagen auf einem Blick

Was Hersteller bei der Anschaffung einer Datenmanagement-Software beachten sollten

  • Sind alle nötigen Schnittstellen zum Anschluss bestehenden Equipments verfügbar?
  • Lässt sich das System leicht bedienen und bietet ein hohes Mass an Benutzerfreundlichkeit, sind erfasste Mängel bei Röntgenaufnahmen beispielsweise grafisch hervorgehoben?
  • Ist die Software kompatibel mit den bestehenden Inspektionssystemen und Kontrollwaagen?
  • Verfügt die Software über Exportmöglichkeiten der Daten für eine Weiterverarbeitung in Business-Intelligence-Systemen und zur Weitergabe an Aufsichtsinstanzen?