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Weiterbildung: HES-SO: Ausgabe 04/2015, 06.04.2015

Food Safety Management

Die gestiegenen Anforderungen von Gesetzen und Verordnungen verlangen gut ausgebildetes Personal, das diese Anforderungen umsetzen kann. Postgraduale Studiengänge bieten diese Ausbildung.

Autor: Prof. Dr. Margareta Neuburger

Die bisher zweimal durchgeführten, an die Universität Basel angebundenen Studiengänge «DAS in Food Safety» und «MAS in Food Safety Management» haben die Veranstalter inhaltlich und zeitlich teilweise modifiziert. Den «DAS in Food Safety», die theoretische Ausbildung für Lebensmittelinspektorinnen und Lebensmittelinspektoren, haben die Verantwortlichen von bisher 3 auf neu 2  Semester Unterricht gekürzt, weil der Bedarf an Lebensmittelinspektorinnen und Lebensmittelinspektoren in den kantonalen Laboratorien der Schweiz in den letzten Jahren signifikant gestiegen ist. Die Kürzung des Studiengangs «DAS in Food Safety» soll es zulassen, jährlich einen vollständigen Durchlauf mit leicht reduzierten Inhalten (exklusive Abschlussarbeiten und Schlussprüfungen) anzubieten.

Der MAS-Block «MAS in Food Safety Management», die theoretische Ausbildung für Lebensmittelchemikerinnen und Lebensmittelchemiker, den Studierende nach dem DAS-Block in Food Safety von den MAS-Studierenden absolvieren, dauert wie bisher 2 Semester, wird jedoch nicht kontinuierlich, sondern dem Bedarf entsprechend nach 2 einjährigen Durchgängen des Diplomstudienganges «DAS in Food Safety» als Aufbaustudiengang durchgeführt werden. Die akademischen Abschlüsse «MAS in Food Safety Management» und «DAS in Food Safety» folgen der «Verordnung über die Ausbildung und die Prüfung der mit dem Vollzug der Lebensmittelgesetzgebung betrauten Personen», die der Bundesrat 2012 erlassen hat.

Interessierte sollten beachten, dass sie die Gelegenheit haben, verschiedene CAS (Certificate of Advanced Studies) in Food Safety zusammenzufügen und auf diesem Weg die Abschlüsse «DAS in Food Safety» und «MAS in Food Safety Management» in Teilschritten erlangen zu können.

Gesetzliche Grundlagen.

Die Produktions- und Logistiksysteme für Lebensmittel entwickeln sich ständig weiter. Fragen der Sicherheit, von der Produktion bis zum Verbrauch, sind von grossem unternehmerischem und gleichzeitig öffentlichem Interesse. Neben den Veränderungen, welche durch die Optimierung der Prozesse in den Unternehmen als Folge des Wettbewerbs zwischen Produktionssystemen und Märkten entstehen, ist für die besondere Dynamik im Bereich der Lebensmittelsicherheit ein weiterer Grund verantwortlich: Gesetzgeber, Normenorganisationen, Handelsunternehmen und Lebensmittelproduzenten entwickeln immer neue Standards, um die Sicherheit von Lebensmitteln zu gewährleisten. Diese Standards müssen zusammen mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen in die HACCP-Konzepte der Lebensmittelwirtschaft und in die Routinen der Kontrollbehörden eingearbeitet werden. Lebensmittelsicherheit gründet heute auf stufenübergreifenden QM-Konzepten, in denen die klassische Analyse von Warenstichproben und Good Laboratory Practice (GLP) nur noch ein einzelnes Element darstellt. Die Aufgaben von Food-Safety-Managern sind interdisziplinär und international – entsprechend dem Warenverkehr, der international ist.

Food-Safety-Manager.

Die Absolventen/innen sind nach dem Abschluss des Studiengangs in der Lage, im Unternehmen oder in der Behörde ein Food-Safety- und Qualitätssicherungssystem aufzubauen, im Fachbereich strategische Entscheidungen zu treffen, Mitarbeiter/innen zu führen und in der Kommunikation mit der Öffentlichkeit, Fachorganisationen, Medien und Behörden professionell aufzutreten

Aufbau des Studiums.

Den fünfsemestrige Weiterbildungsstudiengang MAS in Food Safety Management absolvieren die Studierenden berufsbegleitend. Er besteht aus einem Basisstudium (11 Module, 370 Kontaktstunden), das Teilnehmende auch in sich geschlossen als DAS in Food Safety absolvieren können, und einem MAS-Aufbaustudium (8 Module, 220 Kontaktstunden). Der erfolgreiche Abschluss des Basisstudiums ist Voraussetzung für das Aufbaustudium. Die Eigenarbeit der Studierenden für Vor- und Nachbereitung beträgt ungefähr dieselbe Anzahl Kontaktstunden.

Zielpublikum.

Angesprochen werden berufserfahrene Fachpersonen aus den Bereichen Lebensmitteltechnologie, Lebensmittelchemie oder (Veterinär-)Medizin, Leiter/innen von Labors, Produktionsleiter/innen, die auf dem Gebiet Food Safety Management einen anerkannten Abschluss anstreben.

Der Abschluss entspricht dem durch die Verordnung über den Vollzug der Lebensmittelgesetzgebung vorgegebenen Wissensstand zum Erwerb des eidgenössischen Diploms als Lebensmittelchemiker/in beziehungsweise -inspektor/in.

Zum Studiengang zugelassen sind Personen mit einem Masterabschluss oder einem gleichwertigen Hochschulabschluss in Lebensmittelchemie, Veterinär- oder Humanmedizin, Pharmazie oder einem Abschluss als Lebensmittelingenieur/in mit zwei Jahren spezifischer Berufserfahrung. Unter bestimmten Voraussetzungen (unter anderem grosse Berufserfahrung) können Fachpersonen ohne Hochschulabschluss, aber mit gleichzuhaltenden Kenntnisvoraussetzungen zum Studiengang zugelassen werden.


Weitere Informationen:
HES-SO Valais-Wallis, www.foodsafety-mas.ch




Zum Aufbau eines Foodsafety- und Qualitätsssicherungssystem ist Know-how immens wichtig. (Bild: Fotolia)

MAS in Food Safety Management:

September 2015 bis Dezember 2017

19 Module/67 ECTS

DAS in Food Safety:

September 2015 bis Dezember 2016

11 Module /43 ECTS

CAS: gemäss Planung der einzelnen Module (September 2015 bis Dezember 2017)

CAS 1 – Food Control: 4 Module/14 ECTS

CAS 2 – HACCP: 4 Module/15 ECTS

CAS 3 – Food Technology: 4 Module/ 13 ECTS

CAS 4 – Quality Management: 5 Module/ 12 ECTS

CAS 5 – Hazard Characterization: 4 Module/ 12 ECTS

CAS 6 – Law & Quality : 4 Module/10 ECTS